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Wildbachverbauung: Uferpflege an Etsch und Seitenbächen - Verschiedenes 06.02.2018

Zehn Mannschaften der Wildbachverbauung haben an der Etsch und ihren Seitenbächen zwischen Meran und Salurn mit den jährlichen Uferpflegearbeiten begonnen.

Bis vor wenigen Jahrzehnten waren die Böschungen der Etsch und auch die Etschdämme frei von Bäumen und Sträuchern; im Bild der Abschnitt bei Vilpian im Jahr 1972. Foto: LPA/Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd

Seitdem die Zuständigkeit für die Etsch vor 18 Jahren vom Staat an das Land übergegangen ist, kümmert sich die Wildbachverbauung um die Instandhaltungsarbeiten und Gehölzpflege an der Etsch. Im Rahmen festgelegter Pflegearbeiten werden an Engstellen des Flusses und im Bereich von Brücken zu hohe Bäume abgeholzt, zu dichter Pflanzenbewuchs durchforstet oder entfernt und oft meterhohe Sandbänke abgetragen. "Um für ein eventuelles Hochwasser gerüstet zu sein, müssen wir der Etsch ausreichend Platz einräumen und Instandhaltungsarbeiten durchführen; es werden auch regelmäßig Sicherungsarbeiten an den Dämmen durchgeführt", erklärt der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Rudolf Pollinger. So wird z.B. derzeit der Etschdamm bei Siebeneich mit Hilfe von Stahlwänden verstärkt, um Dammbrüche zu vermeiden.

Entlang der Flussabschnitte, wo der Durchflussquerschnitt ausreichend groß ist und die sich nicht in der Nähe von Brücken befinden, werden Ufergehölze lediglich durchforstet, um strukturiertere Bestände zu schaffen und die Vegetation jung und elastisch zu erhalten. Das gilt nicht nur für die Etsch, sondern auch für ihre Seitenbäche. Wo es der Platz erlaubt, bleiben bestehende Sand- oder Schotterbänke belassen oder es werden neue geschaffen.

"Bis vor wenigen Jahrzehnten waren die Böschungen der Etsch und auch die Etschdämme frei von Bäumen und Sträuchern; die Dammböschungen wurden beweidet, abgeholzt oder gar abgebrannt", berichtet Peter Egger, Direktor des Amtes für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd der Agentur für Bevölkerungsschutz. Der Wasserabfluss war außer in Extremsituationen gewährleistet. Nachdem das Beweiden mit der Zeit ausblieb und das Abbrennen verboten wurde, entwickelte sich die Ufervegetation an der Etsch rasch zu einem dichten Wald – aus der Sicht des Natur- und Umweltschutzes ideal, aus jener des Hochwasserschutzes nicht immer optimal.

"Überschwemmungen und Hochwasserereignisse in der Vergangenheit haben gezeigt, dass an kritischen Abschnitten der Etsch das Wasser nicht richtig abfließen kann", erklärt der Direktor der Agentur für Bevölkerungsschutz Pollinger. Vor allem Bäume und Sträucher, die auf großen Sandablagerungen an den Innendämmen wachsen und diese mit ihren Wurzeln durchdringen oder bei einem Hochwasser mitgerissen werden können, erhöhen sowohl das Risiko eines Dammbruchs als auch die Gefahr von Überschwemmungen. Bei Brücken und Engstellen können umgerissene und mitgeschwemmte Bäume den Fluss rückstauen und das Umland überfluten.

Zu den Pflegearbeiten gehört auch das Mähen der Dammböschungen und des Schilfröhrichts an den Böschungen auf der Innenseite des Flusses. Bei den Arbeiten steht zwar immer der Hochwasserschutz im Mittelpunkt, unterstreicht Amtsdirektor Egger, zudem werden jedoch falls möglich immer die ökologischen Erfordernisse naturnaher Lebensräume berücksichtigt.

LM

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