Eisenbahnprojekte

In Südtirol sind verschiedene Projekte zur Verbesserung der Eisenbahninfrastruktur im Gange oder geplant:

Luftaufnahmen der BBT-Baustelle bei Mauls

Der Brenner Basistunnel (BBT) gehört zur Brennerbahn. Täglich wird die Brennerbahn von etwa 80 Zügen befahren und ist die tatsächliche Verbindung zwischen München und Verona (Deutschland, Österreich und Italien).
Unter das Wort Basistunnel versteht man ein Tunnel ohne nennenswerte Steigung (Flachbahn), der einer oder mehrere Bergformationen verläuft.
Der zukünftige Tunnel wird sich auf einer Höhe von 794 m ü.d.M. unterhalb des Brenners entwickeln, der mit einer Höhe von 1371 m, der niedrigste Pass des Alpenraumes ist.

Die Arbeiten am BBT haben im Jahr 2014 angefangen und die Inbetriebnahme der Infrastruktur ist für 2027 vorgesehen. Der eigentliche 55 km lange Brenner Basistunnels, zwischen Innsbruck und Franzensfeste, mündet nördlich direkt in die Eisenbahnumfahrung von Innsbruck, und erreicht so eine Gesamtlänge von 64 km.
Das Gesamtsystem besteht dann aus zwei eingleisigen Haupttunnelröhren, und Querschlägen alle 333 m, einem Erkundungsstollen, Nothaltestellen und vier seitlichen Zufahrtstunneln. Der Erkundungsstollen ist sehr wichtig und hat mehrere Funktionen. Die Planung und die Realisierungskosten des Werkes werden optimiert, denn durch den Erkundungsstollen kann man voraus Daten und Informationen über die Felsen sammeln. Aus den Erkundungsstollen kann man auch das Aushubmaterial, das man aus den Hauptröhren erhält, entfernen. Weiters wird über sie  das Wasser, das sich in den Tunnels sammelt, abgeleitet.

Weitere Informationen unter www.bbtinfo.eu/de

Rendering der VInschgerbahnlinie mit Oberleitung (STA)

Die Vinschgerbahn verbindet Meran und Malls und wird derzeit mit dieselelektrischen Zügen befahren.
Die Elektrifizierungsarbeiten der Vinschgerbahn wurden im Jahr 2016 begonnen und sollen 2019 abgeschlossen werden.
Die aktuelle Vinschgerbahn ist mit den derzeit jährlich etwa zwei Millionen Passagieren an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen.
Da die derzeitigen Züge durch elektrische Züge ersetzt werden sollen, können längere Züge eingesetzt werden und im Halbstundentakt direkt nach Bozen fahren, kann die Kapazität der Vinschgerbahn deutlich erhöht werden.  Weiter wird es dadurch möglich den CO2-Ausstoß zu reduzieren.
Das Projekt beinhaltet die Verbesserung einiger Bahnhöfe (die Verlängerung der Bahnsteige, Bau von Unterführungen und Aufzügen), die Begradigung eines Teiles der Strecke Schlanders-Laas, den Bau der Umspannstellen und die Realisierung der Masten für die Oberleitung entlang der Bahnstrecke.

Weitere Informationen unter www.sta.bz.it/de/bahnhoefe-zuege/vinschger-bahn

Ein Lokalzug nach Meran auf einer zweigleisigen Strecke (hier Brennerbahnlinie)Die Machbarkeitsstudie zur Potenzierung und Entwicklung der Eisenbahnlinie von Meran wurde 2012 in Auftrag gegeben. 2016 folgten dann eingehende Analysen, die noch im Gange sind, und der Arbeitsbeginn ist zurzeit für das Jahr 2020 vorgesehen. Die Eisenbahnlinie Bozen-Meran wird von RFI (Rete Ferroviaria Italiana) verwaltet, verbindet die Städte Bozen und Meran, entlang des Etschtals und betrifft damit 2/3 der Südtiroler Bevölkerung.
Das Ziel dieses Projektes ist die Umwandlung der derzeitig eingleisigen, kurvenreichen Eisenbahnlinie in eine zweigleisige Schnellverbindung mit einigen begradigten Abschnitten. Die Bahnlinie soll auch unabhängig von der Brennerbahnlinie über den geplanten dreigleisigen Virgltunnel in den Bahnhof Bozen einfahren.
Dieses Projekt sieht eine Stärkung des öffentlichen Verkehrs durch eine Verkürzung der Fahrzeiten auf 26 Minuten, und die Ermöglichung eines 15-Minuten-Taktes auf der ganzen Linie mit Schnellfahrten von und nach Meran vor.

Rendering der Riggertalschleife

Im Jahr 2008 wurde eine Reihe von Lösungen vorgeschlagen, um die Durchfahrt der Züge aus und ins Pustertal durch den Bahnhof Franzensfeste zu vermeiden.
Das Ziel dieses Projekts ist die Fahrtdauer vom Pustertal nach Brixen/Bozen um knapp 15 Minuten zu reduzieren. Geplant ist eine direkte Verbindung nach Bozen im Stundentakt und dazwischen eine Umsteigmöglichkeit in Brixen.
Die Lösung sieht die Errichtung einer 3 km langen Verbindungsstrecke, welche die Pustertallinie Richtung Süden auf der Höhe von Vahrn mit der Brennerlinie verbindet.

Es ist auch die Anpassung des Bahnhofes Brixen mit der Erstellung eines neuen Gleisplanes und die Errichtung der neuen Haltestellen in Schabs und Vahrn vorgesehen.

Der Bau des Virgl-Eisenbahntunnels mit dem Gleis der Linie Bozen-Meran wurde von Italferr im Jahre 2013 aus verschiedenen Gründen berücksichtigt: die Felssturzgefahr entlang der derzeitigen Strecke in der Virglzone, die Überlastung der Brennerbahn und Eisenbahnlinie Bozen-Meran und die Entwicklung der Projekte der Verbauung des Bahnhofsgeländes von Bozen.
Ziel ist, den Verkehr auf der südlichen Seite zu teilen, diese besteht aus zwei Schienen, wo es derzeit gemischten Schienenverkehr der zwei Eisenbahnlinien Verona-Brenner und Meran-Bozen, gibt.  Dieses Projekt ermöglicht einen direkten und unabhängigen Eingang der Eisenbahnen, die von Meran zum Bahnhof Bozen fahren. Es wird dann auch möglich sein, die Gleise in der Trientstraße zu entfernen.

Weitere Informationen (Italienisch): www.italferr.it/ifer/Progetti-e-Studi/Italia/No-Captive/Galleria-ferroviaria-del-Virgolo

Rendering des BahnhofarealsDer Wiedergewinnungsplan des Bahnhofsgeländes von Bozen betrifft eine Grundfläche von zirka 475.000 m².
Das Projekt ist 2014 entstanden und sieht die Verlegung des Bahnhofes Bozen in Richtung Osten vor, während der alte Bahnhof als Wahrzeichen der Stadt Bozen erhalten bleibt. Dadurch wird die Erneuerung der Eisenbahninfrastruktur notwendig und die städtebauliche Entwicklung der Flächen, die frei werden, möglich.
Die neuen Eisenbahnschienen sollen in Richtung Schlachthofstraße verlegt und der Bahnhof in der Nähe des Eisacks und des Verdiplatzes platziert werden.
Der neue Bahnhof wird eine große, intermodale Infrastruktur und wird vom Zentrum zugänglich sein und mit den anderen Verkehrsknoten des Bereichs verbunden. So wird ein Randgebiet der Stadt zu einem neuen Zugang nach Bozen.
Der Busbahnhof wird auf der östlichen Seite und zwar gegenüber dem Bahnhof im Untergeschoss errichtet, somit wird die Verbindung zwischen der Eisenbahn und den Bussen optimiert. Außerdem wird es auch eine Verbindung zur Staatsstraße gewährleistet. Es werden sieben Durchgangsschienen vorgesehen. Man fährt von Verona oder Meran kommend in einer Rechtskurve, (Krümmungsradius 750 m) in den Bahnhof ein, wo sich aktuell die Remise der Lokomotiven befindet, um dann in Richtung Eisackfluss weiterzufahren. Es wird ein neues Gleisbett realisiert, das bei Kardaun wieder in die alte Bahnlinie einbiegt. Die alte Linie, die Rentsch vom Bozner-Boden trennt, wird in eine Grünzone umgewandelt.
Zwischen dem alten Bahnhofgebäude und der neuen Eisenbahnlinie wird ein Stadtplatz entstehen. An der nordöstlichen Seite wird ein öffentliches Gebäude errichtet. Vom Stadtplatz wird man, durch weite Ausgänge, in einen breiten Untergeschoss gelangen. Vom Untergeschoss wird es dann möglich sein die Bahngleise und durch die Rampen die südlich bebauten Grundflächen zu erreichen.
Von dort erreicht man auch den unterirdischen Bereich, in dem sich der Busbahnhof, mit den Endpunkten der Stadtbusse, die Car-Sharing– und Taxistellplätze und die Parkplätze befinden. Der Busbahnhof wird mittels zwei Busrampen, eine Richtung Süden aus der Garibaldistraße und die andere Richtung Norden aus der Bozner-Boden-Straße, erreichbar sein. Dank des unterirdischen Busbahnhofes und der Stärkung des Knotenpunkts an der Kampiller Brücke, werden die wichtigsten Verkehrsströme auf der südöstlichen Seite des Gebietes konzentriert.
Aus der Achse Garibaldistraße-Rittnerstraße wird ein Boulevard entstehen, in dem man auch die öffentliche Nahverkehrslinien finden kann.
Die Schließung des Verkehrs in der Garibaldistraße und Südtirolerstraße ermöglicht die Erweiterung der Fußgängerzone bis zum Bereich südlich der Bahnstrecke.
Das derzeitige Radwegnetz wird erweitert und mit mehreren Fahrradständern ergänzt.

Mehr Informationen www.arealbozen.it(Externer Link)

Rendering der Haltestelle St. Jakob

2016 wurde das Vorprojekt zur Errichtung der Haltestelle St. Jakob in der Brennerbahn finanziert und ausgearbeitet. Sie soll sowohl den Einwohnern St. Jakobs als auch den Nutzern des Flughafens Bozen zur Verfügung stehen. Der Baubeginn ist für das Jahr 2020 geplant. Es ist eine leichte Struktur, die sich perfekt in den heterogenen architektonischen Kontext der Umgebung einfügt. Die Bewohner von St. Jakob haben so die Möglichkeit Bozen in etwa 4 Minuten zu erreichen, was eine bemerkenswerte Einsparung an Zeit und Kosten im Vergleich zur Nutzung des Privatautos mit sich bringt.

Folgende Teile sind in der Haltstelle St. Jakob vorgesehen: zwei Bahnsteige (je einer pro Richtung), eine Unterführung, zwei Aufzüge, Treppen, ein Warteraum, WCs, Technikräume, Dienste wie Autovermietung und Imbiss/Bar, Fahrradplätze und Grünanlagen.

Am 6. April 2018 ha das interministerielle Komitee für die wirtschaftliche Entwicklung (CIPE) beschlossen die Hälfte der für die Errichtung der Haltestelle St. Jakob vorgesehenen 3 Millionen Euro zu übernehmen.

Rendering des Mobilitätszentrums MeranUm das Umsteigen zwischen Zug und Buslinien zu erleichtern, sind in Südtirol neben dem Mobilitätszentrum am neuen Bahnhof Bozen (siehe oben) mehrere Mobiltätszentren an Bahnhöfen geplant: Brixen, Bruneck, Meran, Innichen, Sigmundskron.

Amt für Eisenbahnen und Flugverkehr
39100 Bozen, Landhaus 3b, Silvius-Magnago-Platz 3
Telefon: +39 0471 41 46 40/41/42

E-Mail: transport@provinz.bz.it
PEC: transport.trasporti@pec.prov.bz.it

      Öffnungszeiten

      Landhaus 3B, Bozen, Silvius Magnago-Platz 3

      Montag, Dienstag, Mittwoch, Freitag: 9.00 - 12.00 Uhr
      Donnerstag: 8.30 - 13.00, 14.00 - 17.30 Uhr