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Pollenuntersuchungen von Honig

Biene beim Nektar und Pollen sammeln auf verschiedenen Blüten (Quelle: Landesagentur für Umwelt, Autor: Edith Bucher, 2009)

Pollenuntersuchungen im Honig, so genannte melissopalynologische Untersuchen, geben Auskunft über die Herkunft eines Honigs. Diese mikroskopischen Untersuchungen sind für die Honigvermarktung von Bedeutung, denn die Herkunft beeinflusst den Verkaufspreis.

Prinzipiell unterscheidet man bei der Pollenuntersuchung im Honig zwischen der botanischen und geographischen Herkunftsbestimmung.

Mit Hilfe der botanischen Herkunftsbestimmung kann man überprüfen, ob die Deklarierung nach einer bestimmten Nektarquelle zutrifft. Für die Sortenbezeichnung (z. B. Edelkastanienhonig, Obstblütenhonig) muss ein Honig neben bestimmten chemisch-physikalischen Eigenschaften und dem charakteristischen Sinnenbefund (Geruch, Geschmack, Farbe) auch im Pollenbild der angegebenen botanischen Herkunft entsprechen. Die Häufigkeit des Auftretens der verschiedenen Pollenarten im Honigsediment bildet die Grundlage zur Ermittlung der dominierenden Nektarquellen und somit einer korrekten Sortenbezeichnung.

Kontrollen der geographischen Herkunft ermöglichen die in der Lebensmitteluntersuchung oftmals nötige Entscheidung, ob es sich um einen einheimischen oder um einen Importhonig handelt. Das im Honigsediment nachgewiesene Pollenspektrum, insbesondere die Kombination der verschiedenen im Honigsediment auftretenden Pollenarten spiegeln die floristische Situation des Ortes wider, an dem der untersuchte Honig produziert wurde. Verschiedene geographische Gebiete weisen unterschiedliche Pflanzengesellschaften auf. Je größer die klimatischen Unterschiede desto ausgeprägter sind auch die Unterschiede zwischen den Pflanzengesellschaften. Das Pollenspektrum eines tropischen Honigs unterscheidet sich sehr von jenem eines mediterranen Honigs. Aber auch Honigproben benachbarter Gebiete oder von Gebieten mit ähnlichem Klima lassen sich abgrenzen.

Die mikroskopische Untersuchung eines Honigsediments beachtet neben den Pollen auch weitere im Honigsediment vorkommende Elemente wie Pilzsporen, Algen, Stärkekörner, Bienenhaare, Hefen oder Rußpartikel. Dies ermöglicht Aussagen über Produktion, Schleuderung oder Haltbarkeit eines Honigs.

Das Biologische Labor hat das Pollenbild in Südtiroler Honigen intensiv erforscht und die Untersuchungsergebnisse in einer umfangreichen Publikation 1994 veröffentlicht. Seither werden regelmäßig Kontrolluntersuchungen der Südtiroler Qualitätsmarke durchgeführt.

Für die Durchführung einer melissopalynologischen Untersuchung muss die Honigprobe gemeinsam mit dem sorgfältig ausgefüllten Antragsformular im Biologischen Labor (Unterbergstraße 2, Leifers) abgegeben werden.

Pollen am Lichtmikroskop und Honigglas etikettiert mit der Südtiroler Qualitätsmarke (Quelle: Landesagentur für Umwelt, Autor: Veronika Kofler, 2008)

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