Hauptinhalt

Mutagenese-Tests

Bild von Tradescantia-Blüten Klon #4430 (Fam. Commelinaceae) (Quelle: Landesagentur für Umwelt, Autor: Francesca Lazzeri, 2011)Mutagenese-Untersuchungen dienen der Entwicklung von einfachen analytischen Methoden für die Identifizierung mutagener Wirkstoffe. Sie sind somit die Voraussetzung, um Mensch und Umwelt vor mutagenen Stoffen zu schützen und um entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Vieler der mutagenen Stoffe gelten als potenziell Krebserregend; dies ist der Grund für das zunehmende Interesse an Mutagenese-Tests.

Die verschiedenen Mutagenese-Tests, verwenden jeweils unterschiedliche Organismen, wie z.B. Bakterien (Test von Ames), höhere Pflanzen oder tierische Organismen. Im Biologischen Labor kommt Tradescantia, eine höhere Pflanze der Familie der Commelinaceae, zum Einsatz. Der dafür eigens gezüchtete Klon, eine Kreuzung von T. hirsutiflora mit T. subacaulis, reagiert sehr empfindlich auf mutagene Wirkstoffe in der Luft und in Flüssigkeiten.

Für die Durchführung der Tests werden die jungen Blütenstände unterschiedlich lange exponiert, anschließend am Mikroskop untersucht. Das Augenmerk liegt auf den so genannten Pollenmutterzellen. Sie sind Staubfäden der Blüten enthalten und reagieren während der meiotischen Zellteilung sehr sensibel auf mutagene Wirkstoffe. Bei Schädigung der Erbsubstanz kann man im Tetradenstadium einen kleinen Zellkern neben dem Hauptkern, erkennen. Er entsteht durch Zerfall der DNS (Desoxyribonucleinsäure), während der ersten Phasen der Zellteilung.

Tradescantia-Blütenstände fixiert in Alkohol (Quelle: Landesagentur für Umwelt, Autor: Francesca Lazzeri, 2011) Mikroskop (Quelle: Landesagentur für Umwelt, Autor: Maddalena Casera, 2011) Tradescantia-Tetrade mit Zellkern (Quelle: Landesagentur für Umwelt, Autor: Maddalena Casera, 2010)


Tradescantia-Kleinkern-Tests wurden für die Beurteilung der Luftgüte in Bozen und entlang der Brenner-Autobahn verwendet.

Untersuchungen der Luftgüte entlang der Brennerautobahn A22

In Zeitraum 2000 bis 2002, wurde die Luftgüte an vier Punkten entlang der Brenner-Autobahn mittels Tradescantia-Kleinkern-Tests untersucht.
Die Tradescantia-Pflanzen waren an den Probenstellen der vorhandenen Luftverschmutzung ausgesetzt. Das Auftreten von Kleinkernen in den anschließenden Mutagenese-Tests wies auf das Vorhandensein von genotoxischen Wirkstoffen hin (veröffentlicht in der Zeitschrift Acqua&Aria Nr. 9 November/Dezember 2005, „Mutagenicità e traffico veicolare" Seiten 26-31, download des Artikels).

Für weitere Auskünfte wenden Sie sich an das:
Biologisches Landeslabor
Tel.: 0471/ 950431
Fax: 0471/951263
E-Mail: maddalena.casera@provinz.bz.it oder E-Mail: francesca.lazzeri@provinz.bz.it

Um die vorhandenen PDF-Dokumente zu öffnen, muß Acrobat Reader installiert sein. Hier laden Sie das program vom Adobe kostenlos herunter.