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Projekt Hydra

Wasch- und Desinfektionsmittel, gelten als eine der Hauptursachen der Gewässerverschmutzung. Um unsere Gewässer vermehrt zu schützen, hat die Landesverwaltung gegen Ende des Jahres 1999 beschlossen, eine Informations- und Beratungsstelle für Reinigungsprodukte einzurichten.  

Verschütten von Waschmittel (Quelle: Landesagentur für Umwelt, Autor: Maddalena Casera, 2007)

Die Entwicklung dieses Projektes mit dem Namen "Hydra" hat sich als dringend und notwendig erwiesen, weil vor allem öffentliche Einrichtungen große Mengen an Wasch- und Desinfektionsmittel verwenden
Der Ankauf  von Reinigungsprodukten erfolgt in öffentlichen Einrichtungen über einen jährlich ausgeschriebenen Wettbewerb.
Für das Projekt "Hydra" sind in erster Linie die im Beschluss der Landesregierung Nr. 1424 vom 28/04/2008 "Kriterien für den Ankauf von Papier, Putzmitteln, Büromaterialen, Büromöbeln und Fahrzeugen" unter Punkt b) "Bereich Putzmittel" angeführten Richtlinien von Bedeutung, die besonders umweltbelastende Chemikalien auflisten. In neuen Ausschreibungen für Reinigungsmittel sind diese kritischen Chemikalien nicht zugelassen.
Hauptziel des Projektes ist es, Informationen über die chemisch-physikalischen und biologischen Eigenschaften der in öffentlichen Einrichtungen verwendeten Reinigungs- und Desinfektionsmittel zu sammeln.

Bewertung der Reinigungs- und Desinfektionsmittel

Reinigungsmittel umfassen eine große Auswahl von Oberflächen-Putzmitteln oder Waschmitteln. Sowohl zu Hause als auch in der Industrie werden sie meist in großen Mengen verwendet. Diese Produkte enthalten aber chemische Substanzen, die in hoher Konzentration sowohl der menschlichen Gesundheit schaden und wegen ihrer Toxizität, ihrer schlechten Abbaubarkeit in der Umwelt und ihres hohen Bioakkumulationspotentials das empfindliche Gleichgewicht der Ökosysteme beeinträchtigen.

Reinigung einer Oberfläche mit Putzmitteln (Quelle: Landesagentur für Umwelt, Autor: Francesca Lazzeri, 2014)Aktuelle, detaillierte Informationen über Zusammensetzung, Abbaubarkeit und Toxizität der einzelnen Inhaltsstoffe sowie der Gesamtrezeptur sind für eine korrekte Produktbewertung unerlässlich. Diese Informationen finden sich in den von Herstellern und/oder Lieferanten zur Verfügung gestellten technischen Datenblättern sowie auch in eventuellen Dokumentationen über Reinigungs- und Desinfektionsmittel. 

Die vollständige Liste der in der Gesamtrezeptur vorkommenden Rohstoffe ist besonders wichtig; zu diesen zählen anionische, nichtionische, kationische und anphotere Tenside, Stellmittel, Zusatzstoffe und Desinfektionsmittel. Aufgrund dieser Informationen kann eine potenzielle Umweltgefahr ziemlich genau abgeschätzt werden.

Für die Abschätzung der Umweltbelastung sind außerdem Abbaubarkeits- und Wassertoxizitätsdaten des gesamten Produktes oder der einzelnen sehr wichtig. Angaben über die Toxizität eines Produktes werden als Toxizität gegenüber Nitrifizierungs-Bakterien, Fischen, Algen oder Leuchtbakterien, dem Krustentier Daphnia magna ausgedrückt (Ökotoxizität-Test).

Nach Sammlung all dieser Informationen erfolgt die Produktbewertung mit Hilfe einer speziell angefertigten Software. Diese erlaubt eine ständige Datenaktualisierung, die komplexe Informationsverarbeitung und eine Bewertung der Produkte nach objektiven Kriterien. Die aufgebaute Datenbank enthält nun alle Produktkomponenten und ihre Einstufung bezüglich der potenziellen Schädlichkeit für Mensch und Umwelt. Für die Bewertung eines Reinigungs- oder Desinfektionsmittel werden sowohl Informationen über die einzelnen Inhaltsstoffe, als auch von Untersuchungsergebnissen der Gesamtrezeptur verwendet.


Erste Schritte für eine richtige Verwendung von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln

Um unsere natürlichen Resourcen, insbesondere die Wasserverfügbarkeit, zu erhalten,  sollte jeder von uns im Kleinen dazu beitragen, das Ausmaß der jährlich anfallenden Schadstoffe zu verringern. Deswegen sind die folgenden Maßnahmen besonders wichtig:

  • Etikett beachten (Europäische Verordnung Nr. 648/2004). Das Etikett dient als wichtigste Informationsquelle für den Verbraucher. Es soll sehr klar sein und folgende wichtige Angaben über die Eigenschaften eines Produktes enthalten:
  1. Bezeichnung und Warenzeichen des Produktes,
  2. Name, Handelsbezeichnung oder das eingetragene Warenzeichen und die vollständige Adresse mit Telefonnummer des Zuständigen für die Markteinsetzung,
  3. Adresse, eventuell vorhandene E-mail-Adresse, und Telefonnummer, für die Anfrage um die technischen Datenblätter,
  4. Waschanweisungen und die der jeweiligen Wasserhärte angepasste Dosierung,
  5. chemische Zusammensetzung des Produktes mit Angabe des prozentuellen Anteils der einzelnen Komponenten,
  6. Abbaubarkeit,
  7. Angaben über die eventuelle Gefährlichkeit des Produktes oder einiger seiner Inhaltstoffe,
  8. Angaben über eventuelle potentiell Allergie auslösende Inhaltsstoffe.
  • Sinnvolle Verwendung von Desinfektionsmitteln. Durch Überdosierung von Desinfektionsmitteln gelangen erhöhte Schadstoffmengen in die Umwelt. Bei Unterdosierung hat das Produkt hingegen keine desinfizierende Wirkung. Desinfektionsmittel sollen nur dort benutzt werden, wo die Entwicklung von gefährlichen Keimen zu verhindern ist wie in Bäder, Küchen und Labors. In anderen Räumen sind sie für die tägliche Reinigung nicht notwendig. Dort kann man eine breite Palette von weniger umweltbelastenden und trotzdem wirksamen Putzmitteln einsetzen.
  • Möglichst, spezifische Wasch- und Reinigungsmittel verwenden. Die für jeden Gebrauch geeigneten Produkte, die so genannten "Allzweckreiniger", sollten vermieden werden.
  • Beachtung der richtige Dosierung eines Waschmittels. Der Spruch "je mehr Produkt, desto besser wird gereinigt " stimmt nicht!
  • Vermeidung bestimmter Komponenten: Innerhalb der anorganischen Verbindungen sind neben Salzen wie Phosphaten, Chloriden und Sulfaten vor allem schwermetallhaltige Substanzen zu vermeiden. Verbindungen mit Schwermetallen wie z.B. Kupfer, Chrom, Nickel, Blei, Zink, u.s.w. wirken im Abwasser als Giftstoffe. Sie sind nicht biologisch abbaubar. Übers das Abwasser gelangen sie in Klärschlämme, wo sie sich anreichern, oder in den Ablauf der Kläranlage. Sie reichern sie sich über die Nahrungskette an und werden somit auch vom Menschen aufgenommen. Zu den absolut zu vermeidenden Substanzen zahlen auch optische Aufheller, kationische Tenside und Moschusduftstoffe. Duftstoffe und Farbstoffe sind für die Reinigung nicht notwendig, deswegen sollten sie nur in geringsten Mengen benützt werden.
  • Saure und alkalische Reinigungsmittel sollten nicht gemischt werden. Durch chemische Reaktionen können Salzen gebildet werden; dies kann zur Neutralisierung der spezifischen Reinigungseigenschaften und zur Freisetzung von toxischen Dämpfen führen.
  • Die einzelnen Waschvorgänge sind zu trennen, nur so wird die Wirksamkeit der Reinigungsmittel optimiert. Deshalb sollten die Waschmittel nicht mit Bleichmachern und Aufhellern gemischt werden.
  • Möglichst Produkte mit Ecolabel verwenden.

Lade die Broschüre "Umweltfreundliche Wasch- und Putzmittel JA, es gibt sie" herunter. Die vorliegende Broschüre gibt den Verbrauchern eine kurze Anleitung und Hilfstellung, um umweltfreundliche Wasch- und Putzmittel problemlos zu erkennen und benutzen.


Bestimmungen

Die Europäische Union hat bereits seit den 70-er Jahren eine Politik der Reinigungsmittel entwickelt, um die durch Tenside verursachten Probleme in den Gewässern zu verringern. Es wurde eine Reihe von Bestimmungen erlassen, um Umweltbelastungen zu vermeiden (Schaumbildung in den Fließgewässer) und das gute Funktionieren des europäischen Handels mit Reinigugsmitteln zu garantieren. Die folgenden wichtigsten staatlichen und europäischen Bestimmungen über Reinigungsmittel sind auf den Web-Seiten Eur-Lex und Gazzetta Ufficiale verfügbar:

  • Europäische Verordnung Nr. 648/2004
  • Europäische Verordnung Nr. 1907/2006 der Europäischen Kommission (REACh)
  • Europäische Verordnung Nr. 1272/2008 (CLP)
  • Europäische Verordnung Nr. 453/2010
  • Richtlinie 67/548/CEE des Europäischen Landtags
  • Richtlinie 1999/45/CE des Europäischen Parlaments und Landtags und nachfolgende Änderungen
  • Richtlinie 2003/15/CE
  • Entscheidung der Europäischen Kommission 2005/344/CE und nachfolgende Änderungen
  • Ministerialdekret des Gesundheitsministeriums vom 7/09/2002
  • Ministerialdekret des Umweltministeriums vom 24/05/2012 (CAM)

Kontakt

Projektleiterinnen

Eine Kopie der Publikation "Hydra-Projekt, Reinigungs- und Desinfektionsmittel" ist an folgender Adresse kostenlos erhältlich:
Biologisches Landeslabor
Unterbergstrasse, 2
39055 Leifers (BZ)
Tel.: 0471-950431
Fax: 0471-951263
E-Mail: mailto:labbio@provincia.bz.it

oder man kann sie online anfordern, indem man das Bestellformular vollständig ausfüllt.

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