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Zustand der Südtiroler Seen
Südtirol besitzt weniger Seen als viele andere Alpenregionen: insgesamt gibt es 176 natürliche stehende Gewässer, die eine Fläche von mehr als einem halben Hektar aufweisen, und eine Großteil davon liegt über 2000 m. Die Südtiroler Seen sind im Durchschnitt klein: nur 17 natürliche Seen weisen eine Fläche von mehr als 5 ha auf, nur 2 Seen sind größer als 50 ha (Kalterer See, Haidersee). 13 Seen sind größer als 5 ha, nur drei davon liegen unterhalb von 1000 m (der Kalterer See und die beiden Montiggler Seen).
Die Charakterisierung der Seen erfolgt häufig anhand ihres Trophiegrades. Der Trophiegrad (vom griech. Trophè = Ernährung) ist laut Definition ein Maß für die Intensität der Primärproduktion (pflanzliche Produktion – Algen und Makrophyten = höhere Wasserpflanzen). Man unterscheidet zwischen oligotrophen (nährstoffarm, geringe Produktion), mesotrophen (mittleres Nährstoffangebot) und eutrophen (nährstoffreichen) Seen. Der trophische Zustand der stehenden Gewässer Südtirols wurde anhand des Carlson Trophic State Index (TSI; 1977, 1996) bestimmt, der die Parameter Sichttiefe, Chlorophyll a und Gesamtphosphor zur Berechnung heranzieht. Der für 105 Seen ermittelte TSI-Index ergab für mehr als die Hälfte der untersuchten stehenden Gewässer einen oligotrophen Zustand (hpts. Hochgebirgsseen), ca. 35% der Seen wurden als mesotroph und etwa 10% als eutroph eingestuft.
Der erhöhte Trophiegrad mancher Niederungs- und Mittelgebirgsseen ist nicht nur auf die intensive Nutzung zurückzuführen, sondern steht vielfach auch mit ihren morphometrischen und hydrographischen Bedingungen in Zusammenhang (geringe Größe, geringer Wasseraustausch).
Die Charakterisierung der Seen anhand des Trophiegrades stellt keine Bewertung dar, diese erfolgt vielmehr auf Grund des Vergleichs des Istzustandes mit dem Referenzzustand, d.h. dem Zustand, in dem sich ein bestimmtes Gewässer ohne nennenswerte Belastung durch den Menschen befinden würde.
Eine Kurzbeschreibung der wichtigsten Südtiroler Seen mit Angaben über ihren Trophiezustand und über eventuell erfolgte Restaurierungs- und Sanierungsmaßnahmen findet man in den Seen-Datenblätter.
Weitere Infos über große und kleine Seen findet man auf der Seite GeobrowserPro: man wählt Hydrologie und Seen aus, aktualisiert die Seite, klickt auf die Ikone "i" und dann auf die Fläche des gewünschten Sees. Es erscheint eine Tabelle mit den morphometrischen und chemischen Eigenschaften des Sees. Um kleinere Seen sichtbar zu machen, muss der Maßstab vergrößert werden.