Organisation

Für eine qualitätsvolle Begleitung der sprachlichen Bildung ist das Zusammenspiel aller am Bildungsprozess Beteiligten wichtig. Anbei erhalten Sie einen Einblick in die Organisation des Kindergartens und den Umgang mit Gemeinsamkeiten, Unterschieden und Vielfalt.

Die Leiterin des Kindergartens sorgt dafür, dass vorhandene, strukturelle und personelle Ressourcen optimal genutzt werden. Gemeinsam mit dem Team werden die Aufgaben – wenn möglich – den Kompetenzen der einzelnen Fachkräfte entsprechend verteilt. Die Schwerpunktsetzung der pädagogischen Arbeit wird kontinuierlich überprüft, bei Bedarf angepasst und weiterentwickelt.

Sprengelübergreifend findet ein regelmäßiger Austausch in der Koordinierungsgruppe „Sprachliche Bildung“ statt. Der Kindergartensprengel stellt das Bindeglied zwischen Landeskindergartendirektion und Kindergarten dar und spielt bei der Umsetzung der pädagogischen Schwerpunkte eine zentrale Rolle. Er unterstützt die Kindergartenteams in der systematischen und professionellen Weiterentwicklung. Kindergarten- und sprengelübergreifende Arbeitsgruppen zur sprachlichen Bildung setzen sich kontinuierlich mit der Thematik auseinander und entwickeln gezielte Angebote zur Stärkung der Kompetenzen der einzelnen Fachkräfte.

Jedes Kind ist mit seiner Familie im Kindergarten willkommen! Es wird in seinem Selbstwert gestärkt, indem es als Individuum und Mitglied seiner sozialen Bezugsgruppe(n) wertgeschätzt wird. Bei der Gestaltung der Lernumgebung wird darauf geachtet, dass jedes Kind sich selbst und seine Familie im Kindergarten „wiederfinden“ und sich zugehörig fühlen kann. Dazu gehört, dass die verschiedenen Erstsprachen der Kinder sichtbar und hörbar gemacht werden. Der Einsatz von mehrsprachigen Bilderbüchern spielt dabei eine wichtige Rolle. Als erste Bezugspersonen für ihr Kind spielen die Eltern/die Familie die wichtigste Rolle in dessen Sprach(en)erwerb.

Zusammenarbeit mit den Eltern und Familien

Der Kindergarten sensibilisiert die Familien für die sprachliche Bildung ihres Kindes und trägt ergänzend zur Familie dazu bei. Beispiel für die Kooperation mit dem Kindergarten ist das Projekt PAPPERLAPAPP, (Externer Link) über das alle einzuschulenden Kinder kostenlos die gleichnamige zweisprachige Bilderbuchzeitschrift erhalten. Von einem österreichischen Expert*innenteam entwickelt, enthält die Bilderbuchzeitschrift verschiedene Geschichten und Anregungen für vielfältige Sprechanlässe in der jeweiligen Erstsprache des Kindes sowie in der Alltags- und Bildungssprache Deutsch. Sowohl über den Einsatz im Kindergarten als auch zu Hause trägt die Zeitschrift dazu bei, die Erstsprache(n) des Kindes wertzuschätzen und das Kind und seine Familie im Erwerb weiterer Sprachen zu unterstützen.

Öffentlichkeitsarbeit trägt dazu bei, Einblicke in die pädagogische Arbeit des Kindergartens zu gewähren und seine Bildungsarbeit sichtbar zu machen. Speziell zur sprachlichen Bildung im Kindergarten sind folgende Publikationen bereits erschienen:

Die Rolle der Familien/Kontakt mit den Familien

Für die Familien wurde die Faltblattreihe „Mein Kind und seine Sprache(n) − Sprachliche Bildung in der Familie“ ausgearbeitet. Darin werden die wesentlichsten Elemente der sprachlichen Bildung für die Familien erläutert und praktische Tipps für die Umsetzung zu Hause aufgezeigt.
Die Familien werden im jeweiligen Kindergarten in verschiedenster Form über die Begleitung der sprachlichen Bildung informiert und für das Thema sensibilisiert. In Kooperation mit Netzwerkpartner*innen (z. B. Bibliothek, Gemeinde, Grundschule …) werden gezielte Aktivitäten im jeweiligen Umfeld genutzt und gemeinsam gestaltet.

Gezielte Maßnahmen zur Evaluation überprüfen das pädagogische Angebot der Kindergärten und dessen Auswirkungen auf die Kinder. Im Kontext der Implementierung der Rahmenrichtlinien wird die Qualität des Systems Kindergarten insgesamt ins Blickfeld gerückt.

Aus den Rahmenrichtlinien für den Kindergarten in Südtirol, S. 51
„Die Weiterentwicklung pädagogischer Qualität ist eine permanente Aufgabe. Die pädagogische Qualität und die Bildungsqualität von Kindergärten werden deshalb systematisch evaluiert. Primäres Ziel von Evaluation ist die Weiterentwicklung des pädagogischen Handelns zur Steuerung der Qualitätsentwicklung.”

Interne Evaluation

Der Qualitätsrahmen für den Kindergarten bildet die Grundlage für die interne Evaluation. Der jeweilige Kindergartensprengel ist für die interne Evaluation verantwortlich und hat ein Konzept, das Verantwortlichkeiten, Zuständigkeiten und Abläufe regelt, ausgearbeitet. Fachpersonen für die Evaluation unterstützen die Führungskraft des jeweiligen Sprengels bei der Durchführung der Evaluation.

Das Ergebnis der internen Evaluation bildet die Grundlage für die Wahl der pädagogischen Schwerpunkte des Kindergartensprengels. Jeder Kindergarten richtet seine Ziele danach aus und vereinbart im Team Maßnahmen dazu. Die Zusammenarbeit im Team ist auch in der sprachlichen Bildung zentral. Jede pädagogische Fachkraft beteiligt sich aktiv an der Umsetzung im Alltag und bildet sich laufend zum Thema fort.