Referenzrahmen für plurale Ansätze zu Sprachen und Kulturen

Der Referenzrahmen für plurale Ansätze zu Sprachen und Kulturen (Externer Link) unterscheidet grundsätzlich vier Arten:

  1. Der Éveil aux langues-Ansatz bezieht prinzipiell alle Sprachen und sprachlichen Varietäten ein, darunter die Schulsprachen, die Schulfremdsprachen, die Umgebungs- bzw. Herkunftssprachen. Dieser Ansatz ist eine Art Wegbereiter, der Schülerinnen und Schülern bereits am Anfang ihrer Schullaufbahn die Vielfalt der Sprachen (einschließlich ihrer eigenen) bewusst macht. Er dient zur Förderung von Sprachenbewusstheit im Hinblick auf die Förderung des Sprachenlernens allgemein. Z. B.: Sprachenportrait und Sprachenblume.
  2. Die Interkomprehension zwischen nah verwandten Sprachen zielt
    • entweder auf den parallelen Erwerb zweier oder mehrerer Sprachen ein und derselben Sprachenfamilie (germanische, romanische, slawische Sprachen usw.)
    • oder aber auf den Erwerb einer Zielsprache unter starkem Rückgriff auf mutter-, zweit- oder fremdsprachliches Wissen in (einer) anderen (nah)verwandten Sprache(n)
    Die Ähnlichkeiten innerhalb derselben Sprachenfamilie werden systematisch für den Aufbau vor allem rezeptiver Kompetenz genutzt. Z. B.: Ein Fall für Sprachdetektive.
  3. Der Interkulturelle Ansatz regt zum Einsatz von Strategien zur Reflexion über Kontaktsituationen an, an denen Individuen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund beteiligt sind.
    Der Begriff Kultur wird dabei als komplex, dynamisch, offen und hybrid definiert. Ziel dieses Ansatzes ist das Verstehen anderer kultureller Phänomene. Z. B.: erLebe Kultur.
  4. Die Integrative Sprachendidaktik hilft den Lernenden dabei, Verbindungen zwischen Sprachen herzustellen, um Kompetenzen, die in einer Sprache erworben wurden, auf andere Sprachen zu übertragen bzw. gleiche Kompetenzen in unterschiedlichen Sprachen parallel aufzubauen und somit Synergien zu schaffen
    Ihre Methodik besteht in einem sprachenübergreifenden Ansatz, der die Erstsprache und/oder andere vorgelernte Fremdsprachen und die persönlichen Sprachlernerfahrungen als Ausgangspunkt für den Erwerb einer und weiterer Sprache(n) nutzt. Sie greift dabei, soweit möglich, auf alle den Lernenden verfügbaren Sprachen und deren relevantes Vorwissen zurück. Z. B.: Lesestrategien.