Über uns

Die Inhalte dieser Seiten wurden in den Jahren 2019–2021 von der an der Pädagogischen Abteilung angesiedelten Arbeitsgruppe „Mehrsprachigkeit“ erarbeitet. Von der Pädagogischen Abteilung waren mit dabei: Rita Cangiano, Eva Cescutti, Beatrix Christanell, Verena Debiasi, Rosmarie de Monte Frick, Veronika Frick, Susanne Hellrigl, Ulrike Huber, Inge Niederfriniger, Birgit Pardatscher, Evi Debora Schwienbacher, Luca Sgambelluri und Helga Tschurtschenthaler. Die Landeskindergartendirektion war durch Reinelde Kugler und Helena Saltuari vertreten. Für die Landesschuldirektion waren Rosa Maria Niedermair, Sarah Viola und Christian Walcher dabei. Elisabeth Allgäuer-Hackl hat der Arbeitsgruppe während des gesamten Prozesses als wissenschaftliche Beraterin für inhaltliche Fragen zu Mehrsprachigkeit zur Seite gestanden.

Nachfolgend werden unsere Definition von Mehrsprachigkeit im Südtiroler Kontext und Vision der Förderung des mehrsprachigen Individuums an den deutschsprachigen Schulen in kurzen Texten und graphischen Darstellungen ausgeführt.

„Die deutsche Schule in Südtirol stellt sich bewusst der Herausforderung, die Förderung der Mehrsprachigkeit bei allen Bürgerinnen und Bürgern als eines ihrer vorrangigen Ziele zu setzen.“

„Mehrsprachigkeit wird dabei als die Fähigkeit eines Menschen verstanden, mehr als eine Sprache zu sprechen, zu lesen, zu verstehen und zu schreiben, ohne jedoch dem Anspruch zu verfallen, alle Sprachen perfekt zu beherrschen. Mehrsprachigkeit ist in der Welt keine Ausnahme, sondern die Norm. Mehrsprachigkeit wird als Reichtum angesehen, als kultureller Schatz und als Chance für vielfältige Kommunikation. Mehrsprachigkeit ist keine Gefahr für die Erstsprache, wenn der Erstsprache die notwendige Aufmerksamkeit gewidmet wird. Mehrere Sprachen befruchten sich gegenseitig und können das Sprachbewusstsein erhöhen.“

Siehe Beschluss der Landesregierung Nr. 1383 vom 01.12.2015: Förderung der Mehrsprachigkeit in der deutschen Schule – Maßnahmenpaket 2016–2020 (S. 6)

In ihrer Umsetzung als Bildungsziel erfasst die Mehrsprachigkeit sämtliche Aspekte:

  • die Mehrsprachigkeit des/der Einzelnen
  • die Mehrsprachigkeit der Gesellschaft
  • die äußere Mehrsprachigkeit, d. h. die Kenntnis verschiedener, grammatisch und lexikalisch distinkter Sprachen
  • die innere Mehrsprachigkeit, die beispielsweise nach Sprachräumen (Dialekte/Regiolekte), nach sozialen Gruppen (Soziolekte), nach Kommunikations- und Interaktionssituationen (Situolekte) und nach Fachgebieten (Episprachen) unterscheidet.

Mehrsprachigkeit bezieht sich auf die Verwendung aller Sprachen, sowohl einzeln als auch in Kombination: jener, die in den Schulen gelehrt werden genauso wie die unterschiedlichen Herkunftssprachen und Dialekte, die Südtiroler Kindergärten und Schulen vielfältig machen.

Jedes Kind in der Entwicklung seines Ausdrucksrepertoires unterstützen

Das sprachliche Repertoire eines Individuums enthält alle Ausdrucksweisen, die ein Individuum zur Verständigung und zum Wissenserwerb verwendet: alle Sprachen mit ihren Registern, Dialekten und neuen sprachlichen Formen, z. B. im Internet, aber auch andere Ausdrucksweisen wie Kunst, Musik, Theater ect. Es ist daher per se mehrsprachig.

Ziel der Förderung von Sprache(n) und Mehrsprachigkeit ist die Weiterentwicklung des mehrsprachigen Repertoires oder der mehrsprachigen Ausstattung jedes Kindes und jeder bzw. jedes Jugendlichen. Wertschätzung, Respekt und Förderung für das, was bereits vorhanden ist, sind die Basis für neuen Input im Lauf der Bildungskarriere in den Schul- und Bildungssprachen sowie weiteren Sprachen. Jede neue Sprache bereichert das Repertoire und ändert es auch. Das mehrsprachige Repertoire ist dabei als Gesamtheit zu sehen.

Alles, was das Individuum mit in die Einrichtung bringt, ist verbunden mit Erlebnissen, Erfahrungen, Emotionen, Geschichten, und das auf mehreren Ebenen, die miteinander verwoben sind: die Lebenszeit und aktuelle Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen, die familiäre Dimension, die geschichtlichen Erfahrungen und kulturellen Hintergründe der Gemeinschaft/Gesellschaft, in der sie leben. Dies gilt im Besonderen für die Sprachentwicklung und den Sprachgebrauch. Kulturelle und soziallinguistische Aspekte können daher beim Sprachenlernen nicht außer Acht gelassen werden.

Ziel ist das Wachstum aller Sprachen und damit verbundenen Fähigkeiten, nicht die Reduktion auf eine (oder maximal zwei) Sprachen oder Sprachvarianten.

Kinder und Jugendliche erweitern sowohl ihre einzelsprachlichen als auch ihre mehrsprachigen Kompetenzen, wie sie im Mehrsprachencurriculum Südtirol definiert sind. Um die Mehrsprachigkeit als Bildungsziel zu verfolgen, ist ein Zusammenspiel aller am Bildungsprozess Beteiligten notwendig:

  • Ausgehend vom Individuum und seinen Sprachen begleiten und unterstützen die pädagogischen Fachkräfte im Kindergarten alltagsintegriert die sprachliche Weiterentwicklung eines jeden Kindes.
  • Grund-, Mittel- und Oberschulen fördern Sprache(n) und Mehrsprachigkeit gezielt und systematisch.
  • Die Kindergärten und Schulen bauen dabei auf die Unterstützung der Bildungsdirektion.
  • Eltern/Familie, Umfeld und Gesellschaft zeichnen sich durch eine offene und förderliche Haltung aus und bieten Gelegenheiten, Mehrsprachigkeit zu leben, anzuwenden und auszubauen.

Die systematische Umsetzung des Schwerpunktes Sprache(n) und Mehrsprachigkeit macht in den Kindergärten und Schulen Maßnahmen in der Entwicklung der Bildungs- und Unterrichtsarbeit genauso wie in der Organisations- und Personalentwicklung notwendig. Die Abbildung zeigt, in welchen Bereichen Bildungsverantwortliche Akzente setzen können.

Wie ein Blick nach Europa zeigt, entspricht der von der deutschen Schule in Südtirol eingeschlagene Weg zu besseren sprachlichen und mehrsprachigen Kompetenzen den Entwicklungen auf EU-Ebene.

  • In der EMPFEHLUNG DES RATES vom 22. Mai 2018 (Externer Link) zu den Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen wurde der bis dahin verwendete Begriff „Fremdsprachenkompetenz“ durch „Mehrsprachenkompetenz“ ersetzt. Die Mehrsprachenkompetenz steht außerdem im Zentrum der Vision eines europäischen Bildungsraums (siehe EMPFEHLUNG DES RATES vom 22. Mai 2019 (Externer Link) zu einem umfassenden Ansatz für das Lehren und Lernen von Sprachen).
  • Im Begleitband (Externer Link) zum Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für das Lehren und Lernen von Sprachen finden die plurilinguale und plurikulturelle Kompetenz besondere Berücksichtigung.
  • Die „Förderung des Sprachenlernens und der Mehrsprachigkeit; Unterstützung und Management kultureller Vielfalt“ ist eine der Maßnahmen zur Qualitätssteigerung in der MITTEILUNG DER KOMMISSION vom 30. September 2020 über die Vollendung des europäischen Bildungsraums bis 2025.

Kontakte Kindergarten

Reinelde Kugler
T 0471 41 76 53
reinelde.kugler@schule.suedtirol.it

Landeskindergartendirektion

Birgit Pardatscher
T 0471 41 72 61
birgit.pardatscher@schule.suedtirol.it

Pädagogische Abteilung

Kontakte Schule

Evi Debora Schwienbacher
T 0473 25 22 86
evi-deobora.schwienbacher@schule.suedtirol.it

Koordination Mehrsprachigkeitsdidaktik

Helga Tschurtschenthaler
helga.tschurtschenthaler@schule.suedtirol.it

Mehrsprachigkeitsdidaktik

Luca Sgambelluri
T 0471 41 72 36
luca.sgambelluri@schule.suedtirol.it

Mehrsprachigkeitsdidaktik und L2

Rosmarie de Monte Frick
T 0471 41 72 69
rosmarie.de-monte@schule.suedtirol.it

CLIL und sprachaufmerksamer Sachfachunterricht

Eva Cescutti
T 0471 41 75 42
eva.cescutti@schule.suedtirol.it

Deutsch, Latein, Griechisch, Kursfolge Mehrsprachigkeitsdidaktik

Inge Niederfriniger
T 0471 41 72 41
inge-elisabeth.niederfriniger@schule.suedtirol.it

Sprachenzentren – Referat Migration