News

Ein Plädoyer für einen diskriminierungsarmen Sprachgebrauch

Der 21. März ist dem Welttag der Antidiskriminierung gewidmet. Nur wenn diskriminierende Haltungen und Praktiken erkannt werden, kann eine Gesellschaft aktiv gegensteuern und Veränderungen ermöglichen. Und weil sich Diskriminierung auch in der Sprache manifestiert, nutzt das Amt für Weiterbildung den Welttag als Gelegenheit, auf die verbale Diskriminierung im Alltag aufmerksam zu machen.

Diversitätssensible Sprache_Pixabay

Verbale Diskriminierung findet immer dann statt, wenn eine Person oder eine Gruppe von Personen in ihrer Würde verletzt werden. Dies kann bewusst oder unbewusst erfolgen. Sehr oft haben sich Begriffe oder Redensarten in unserem Sprachgebrauch verfestigt, so dass es beim Sprechen oder Schreiben gar nicht auffällt, diskriminierend zu sein. Aber da Sprache auch Machtverhältnisse zum Ausdruck bringt, ist es wichtig, Sprache zu hinterfragen, diskriminierende Ausdrücke wahrzunehmen und zu versuchen diversitätsbewusst zu sprechen und zu schreiben.

So sollen Menschen mit Hörbehinderung nicht etwa als „Taubstumme“ bezeichnet werden, zumal sie nicht automatisch „stumm“ sind. Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff „Behinderte“: Da die Betroffenen in erster Linie Menschen sind und als solche wahrgenommen werden wollen, ist es naheliegend von „Menschen mit Behinderungen“ zu sprechen.

Viele, zum Teil noch gängige Begriffe und Redensarten gehen auf rassenideologische Zeiten zurück. Als Beispiele seien die Wörter „Mongoloide“ anstatt Mensch mit Down-Syndrom oder „Schrumpfgermane“ anstatt kleinwüchsiger Mensch genannt, oder aber die Redewendungen „durch den Rost fallen“ anstatt „bis zum Geht-Nicht-Mehr“ bzw. „bis zur Vergasung“ anstatt „bis zum Umfallen“. Letztere Redewendungen erinnern an die Massenmorde im Nationalsozialismus (Ofengitter bzw. Vergasung).

Beispiele verbaler Diskriminierungen gäbe es noch viele. Der heutige internationale Tag der Antidiskriminierung ist eine gute Gelegenheit, sich zu bemühen, bestimmte verwurzelte Begrifflichkeiten diskriminierender Natur zu hinterfragen und Alternativen dafür zu finden.

 

LPA/SL

Bildergalerie