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Chancengleichheit: Förderpreise für Forschungsarbeiten 2017 vergeben

Sandra Weger, Verena Cornella und Andrea Fleckinger wurden für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema Chancengleichheit ausgezeichnet.

Preisverleihung 2017: Judith Gögele und Franca Toffol vom Landesbeirat für Chancengleichheit, Andrea FLeckinger, Verena Cornella, Sandra Weger, Landesrätin Martha Stocker und Beiratspräsidentin Ulrike Oberhammer - Foto: LPA/rm

Die Förderpreise für Diplomarbeiten zum Thema Chancengleichheit wurden heuer zum 17. Mal vergeben, insgesamt wurden 9 Arbeiten eingereicht. Hier die diesjährigen Preisträgerinnen:

Sandra Weger schloss ihr Architekturstudium an der Universität Innsbruck mit der Planung eines Frauenhauses ab. Unter dem Titel "Heimlich heimelig – Ein neues Frauenhaus" konzipierte sie in der Innsbrucker Altstadt ein Haus, das - versteckt hinter einer historischen Fassade und getarnt durch das rege Treiben einer Einkaufspassage - Sicherheit durch Sichtbarkeit schafft. Sichtachsen auf Vorplatz, Innenhof, Fassade und Eingangsschleuse erlauben Sichtkontrolle ganz ohne technische Hilfsmittel. Die Rückzugsräume sind klein gehalten, dafür gibt es große Gemeinschaftsflächen, die den Austausch, die Auseinandersetzung mit anderen Lebensumständen und mit sich selbst und den anderen Frauen fördern. Mit dieser Arbeit gewann Weger den ersten Preis und damit 3000 Euro.

Verena Cornella setzte sich in ihrer Arbeit "Oltre il rosa e l’azzurro – educare al rispetto delle differenze di genere" an der bildungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bozen mit Geschlechterstereotypen auseinander. Ausgehend von Istat-Daten, aus denen hervorgeht, dass eine von drei Frauen mindestens einmal im Leben Gewalt erfährt, untersuchte sie die historischen Wurzeln der Unterordnung der Frauen und Vorurteile, die seit dem 15. Jahrhundert Frauen gegenüber bestehen. Schließlich schlägt sie ein Sensibilisierungsprojekt für die Grundschule vor, mit dem Ziel, Geschlechterklischees abzubauen. Für diese Arbeit wurde Cornella der mit 2500 Euro dotierte zweite Preis zuerkannt.

Der dritte Preis ging an Andrea Fleckinger, die sich im Masterstudiengang Innovation in Forschung und Praxis Sozialer Arbeit an der Universität Bozen mit der Frage des Kinderschutzes in Fällen von geschlechtsspezifischer Gewalt in intimen Paarbeziehungen auseinandersetzte. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der sekundären Viktimisierung von Müttern, die in ihrer Paarbeziehung geschlechtsspezifische Gewalt erlebt hatten bzw. erleben, durch Sozialassistenten. Ziel der Arbeit war es zu verstehen, weshalb manche Mitarbeiter der Sozialsprengel dazu tendieren, die Verantwortung für die Gewalt bei den Opfern zu sehen. Fleckinger zeigte auf, dass dies umso mehr der Fall ist, je weniger eine Frau den klassischen Zuschreibungen eines Opfers entspricht. Der dritte Preis ist mit 2000 Euro dotiert.

ks

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