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Gewalt gegen Frauen: Mit Aktionskampagnen zu mehr Bewusstsein

Mit drei Maßnahmen wie dem "besetzten Stuhl", der Aktion "weiße Schleife" und einem Videospot leistet der Beirat für Chancengleichheit - Frauenbüro Sensibilisierungsarbeit.

Im Foyer des Landhauses 12 in Bozen wurden vier rote Stühle aufgestellt, die im Rahmen der Kampagne "Besetzter Platz" die Orte angeben, an denen sich die vier 2018 getöteten Frauen befunden hätten - Foto: LPA

Alexandra Riffeser, Rita Pissarotti, Nicoleta Caciula und Monika Gruber – das sind die Namen der vier Frauen, die im Laufe des Jahres 2018 häuslicher Gewalt zum Opfer gefallen sind und von einem ihnen nahestehenden Menschen oder Bekannten getötet wurden. In Italien wurden in den vergangenen vier Jahren 600 Frauen ermordet. Nach den Daten des staatlichen Statistikinstituts ISTAT haben 31,5 Prozent der Frauen zwischen 16 und 70 Jahren während ihres Lebens eine Form von körperlicher oder sexueller Gewalt erlitten, 5,4 Prozent der schwerwiegendsten Formen von Gewalt wie versuchte Vergewaltigung oder Vergewaltigung.

Das Frauenbüro sammelt jährlich die Daten der Frauen, die Gewalt in Südtirol erleiden, die Dunkelziffer, so schätzt man, liegt um ein Vielfaches höher. Um das Schicksal der Frauen, die körperlicher, psychischer, wirtschaftlicher und sexueller Gewalt ausgesetzt sind, in den Mittelpunkt zu Rücken und Bewusstsein für das Probelm zu bilden, wird am 25. November der Tag gegen Gewalt an Frauen begangen.

Am 21. November haben Landesrätin Martha Stocker und die Präsidentin des Landesbeirates für Chancengleichheit, Ulrike Oberhammer, zu einer Pressekonferenz geladen. Vier rote Stühle gaben dort im Sinne der Kampagne "Besetzter Platz" die Orte an, an denen sich die vier 2018 getöteten Frauen befunden hätten. Hinter den Stühlen war eine Reihe von Kleidungsstücken aufgehängt, um unter anderem an das jüngste Urteil in Irland zu erinnern, das den Vergewaltiger eines Mädchens wegen der einfachen Tatsache freigesprochen hatte, dass sie einen String trug.

Die Landesrätin für Chancengleichheit zitierte zu Beginn den Artikel im deutschen Grundgesetz:"Die Würde der Person ist unantastbar", und fuhr fort:"Leider entspricht diese Aussage immer noch nicht der Realität, denn jeden Tag sind Frauen Opfer von Gewalt. Anlässlich des Tages gegen Gewalt gegen Frauen wollen wir uns an den beiden Initiativen 'Der besetze Platz' und 'Die weiße Schleife' beteiligen, die der Erinnerung an Frauen gelten, die Mordopfer geworden sind, und auch das Bewusstsein von Männern gegen Gewalt gegen Frauen schärfen." Die Präsidentin des Landesbeirates für Chancengleichheit hingegen unterstrich, dass Frauen in Südtirol auf ein effizientes Unterstützungsnetz zählen könnten und auch die Staatsanwaltschaft in dieser Hinsicht gut arbeite.

Anlässlich der Initiative Weiße Schleifen, versenden der Landesbeirat für Chancengleichheit und das Frauenbüro alljährlich zum Tag gegen Gewalt an Frauen im November landesweit die Schleifen an die Landtagsabgeordneten, Bürgermeister und Vorsitzende der Verbände. Durch das Tragen der Weißen Schleife setzen sich Männer aktiv für ein gewaltfreies Männlichkeitsbild ein und fordern andere Männer dazu auf, keine Gewalt gegen Frauen auszuüben oder zu tolerieren.

Als dritte Kampagne hat der Landesbeirat für Chancengleichheit – Frauenbüro zusammen mit der Landesagentur für Presse und Kommunikation erstmals eine Sensibilisierungskampagne zur Thematik Gewalt gegen Frauen ausgearbeitet. Die Plakataktion und der Videoclip werden landesweit online ausgestrahlt.


Die jüngste Ausgabe des vom Frauenbüro herausgegeben Magazins ëres widmet sich ausschließlich dem Thema Gewalt gegen Frauen und bietet eine Fülle von Daten und Informationen dazu.

Unterstützen auch Sie diese drei Kampagnen als Zeichen der Solidarität!

na

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