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Grundlagen zur geschlechtergerechten Sprache

Um Förderung von Projekten für Frauen und Chancengleichheit kann bis zum 23. August im Frauenbüro um Förderung angesucht werden. (Foto: Unsplash)

Geschlechtergerechte Sprache bezeichnet einen Sprachgebrauch, der die Gleichstellung der Geschlechter zum Ausdruck bringen will. Hierzu zählen auch Vorschläge zur Veränderung des Sprachsystems in Wortschatz, Rechtschreibung oder sogar Grammatik. Von „Gendern“ wird gesprochen, wenn ein Text nach Vorgaben des geschlechtergerechten Formulierens erstellt oder umgeschrieben wird. Zur Vermeidung des mehrdeutigen Wortes „Geschlecht“ (sprachlich/biologisch) wird zunehmend die Bezeichnung gendergerechte Sprache verwendet (siehe Gender und Geschlechtsidentität), auch gendersensible, geschlechterinklusive, geschlechtsneutrale sowie nicht-sexistische Sprache.

Die Begrifflichkeit wurde insbesondere durch die Feministische Linguistik geprägt und mit konkreten Vorschlägen zur Sprach- und Schreibreform ergänzt. Die einflussreichsten Vertreterinnen im deutschen Sprachraum sind seit den 1970er-Jahren Luise F. Pusch und Senta Trömel-Plötz, die mit Marlis Hellinger und Ingrid Guentherodt in den frühen 1980ern „Richtlinien zur Vermeidung sexistischen Sprachgebrauchs“ veröffentlichten. Einige der Forderungen dieser Theoretikerinnen haben in den Sprachwandel der letzten Jahrzehnte Eingang gefunden; viele Sprachgepflogenheiten, die von der (durchaus heterogenen) feministischen Sprachkritik beanstandet werden, bestehen hingegen bis heute fort.

In einer gendergerechten Sprache werden im Wesentlichen zwei Wege eingeschlagen:

  • Sichtbarmachung nennt immer ausdrücklich die biologischen Geschlechter, auch wenn sich die weibliche Bezeichnung durch Movierung aus dem männlichen Wort ergibt (Lehrer und Lehrerinnen); eine Reihenfolge wird dabei nicht vorgegeben (Studentinnen und Studenten).
  • Neutralisierung vermeidet jeden Bezug zum biologischen Geschlecht der referierten Personen (Lehrkräfte, Studierende)

AM

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