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Wissenschaftliche Arbeiten zu Geschlechterfragen und Chancengleichheit des Jahres 2020 prämiert

Der Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen hat in einer Online-Preisvergabe die besten Arbeiten aus dem Jahr 2020 ausgezeichnet. „Arbeiten liefern wichtige Denkanstöße“, sagt Landeshauptmann Kompatscher.

Die Preisträgerinnen für wissenschaftliche Arbeiten des Jahres 2020: Laura Volgger, Magdalena Platzer, Martina Carbone und Beatrix Bauer (v.l.o.)

Wie bereits die Preisverleihung für die besten Arbeiten des Jahres 2019 fand auch die Vergabe der Förderpreise für die besten wissenschaftlichen Arbeiten des Jahres 2020 online statt. Die Arbeiten befassen sich mit der Situation von Frauen in der Gesellschaft, der Chancengleichheit von Frauen und Männern oder Geschlechterfragen. Am Donnerstagabend (3. Dezember) wurden in Anwesenheit von Landeshauptmann Arno Kompatscher, der Präsidentin des Landesbeirates für Chancengleichheit Ulrike Oberhammer, Vizepräsidentin Donatella Califano und den Mitgliedern der Bewertungskommission insgesamt vier Frauen ausgezeichnet. „Die Inhalte der eingereichten wissenschaftlichen Arbeiten des Jahres 2020 befassen sich mit hochaktuellen Themen wie dem Abbau von Stereotypen, der Stärkung der Selbstkompetenz und des Selbstwertgefühls, dem Ausbruch aus der Gewaltspirale und der Wertschätzung der Leistungen der Frauen für die wirtschaftspolitische Entwicklung eines Landes“, betonte Präsidentin Oberhammer und gratulierte den Preisträgerinnen zu ihren qualitativ hochwertigen Arbeiten. „Als Landesbeirat ist es für uns wichtig, auf wissenschaftlich fundierte Grundlagen für unseren Einsatz zu diesen Themen zurückgreifen zu können,“ ergänzte Vizepräsidentin Califano.

Qualitativ hochwertige Arbeiten zu hochaktuellen Themen eingereicht 

Der für Chancengleichheit zuständige Landeshauptmann Arno Kompatscher gratulierte den Preisträgerinnen: „Das Land Südtirol unterstützt wissenschaftliche Arbeiten und Forschungsarbeiten auf vielfältige Weise. Es ist wichtig, dass sich Studierende mit den zeitaktuellen Themen befassen und uns immer wieder Denkanstöße für unser gesellschaftliches Handeln liefern – insbesondere auch, um dem Ziel der Chancengleichheit zwischen Frau und Mann näher zu kommen, für dessen Erreichung wir noch ein gutes Stück des Weges vor uns haben.“

Auch im Jahr 2020 seien sehr interessante wissenschaftliche Arbeiten eingereicht worden, berichtete die Vorsitzende der Bewertungskommission Marlene Messner: „Wir haben darum neben dem ersten und zweiten Platz den dritten Förderpreis ex aequo an zwei Preisträgerinnen vergeben. Die Themen der Arbeiten befassen sich mit den Problematiken, auf welche der Landesbeirat für Chancengleichheit derzeit ein Hauptaugenmerk legt.“. Neben Messner besteht die Bewertungskommission aus den Beiratsfrauen Judith Steinmair, Valentina Barbolini, Rosanna Oliveri, Donatella Califano, Ulrike Oberhammer und Ulrike Spitaler.

Zeitgeschichte, Soziale Arbeit, Wirtschaft und Bildung: Vielfältige Forschungsbereiche der Preisträgerinnen

Der erste Preis geht an Laura Volgger aus Welsberg-Taisten für ihre Diplomarbeit „Integration und Emanzipation durch Selbstorganisation. Frauenorganisationen weiblicher Zugewanderter in Nordtirol und Südtirol seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges im regionalen Vergleich mit einer empirischen Untersuchung ausgewählter aktiver Vereine. Mit einer Aufbereitung des Themas „Rollenklischees, Stereotypen und Vorurteile in Bezug auf Migration und Geschlecht“ für das Unterrichtsfach Geschichte und Politische Bildung“. Die Arbeit wurde am Institut für Zeitgeschichte der Philosophisch-Historischen Fakultät der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck eingereicht. Das Preisgeld beträgt 3000 Euro. "Ich habe mich zu Forschungszwecken in fremden Biographien herumgetrieben und dadurch wertvolle Einblicke in die Bedürfnisse einer bestimmten sozialen Schicht gewonnen“, umschreibt Volgger ihren Antrieb für das gewählte Thema.

Magdalena Platzer aus Unterinn erhält für ihre Masterarbeit an der Fachhochschule Vorarlberg den diesjährigen zweiten Preis in Höhe von 2500 Euro. Die Rittnerin hat in ihrer Arbeit aus dem Bereich Klinische Soziale Arbeit dem Thema „Professionelles sozialarbeiterisches Handeln in der Frauenhausarbeit. Eine Untersuchung über die Auswirkung von Unterstützungsprozessen aus Sicht von ehemaligen Frauenhausklientinnen“ gewidmet. Platzer hebt dazu hervor: „Gewalt gegen Frauen ist ein komplexes Phänomen, welchem es gilt auf gesamtgesellschaftlicher Ebene entgegenzuwirken. Diese Arbeit soll aufzeigen, wie wichtig es ist, die Stimme von Betroffenen zu hören. Ihre Erfahrungen sollen Mut machen und anderen zeigen, dass es sich lohnt Unterstützung zu holen und für ein gewaltfreies Leben einzustehen.“

Der dritte Preis für wissenschaftliche Arbeiten geht im Jahr 2020 ex aequo an zwei Arbeiten: Martina Carbone aus Meran erhält ebenso wie Beatrix Bauer aus Tirol jeweils 1000 Euro. Die Meranerin Carbone hat ihre Arbeit “I risvolti economici della disuguaglianza di genere” im Rahmen des Studiums am Dipartimento di Economia der Scuola di Economia e Studi Aziendali an der Università degli Studi Roma Tre verfasst. “Meine Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen der Ungleichheit der Geschlechter im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Denn auch dort ist die Geschlechterfrage kein eigenständiges Problem, das nur Frauen betrifft, vielmehr muss diese Frage als Bestandteil der globalen und nationalen Wirtschaftspolitik gesehen werden. Dabei geht es sowohl um die Verwirklichung der sozialen Gerechtigkeit, als auch um ein Wirtschaftsinstrument, das auf Wachstum, Weiterentwicklung und Verbesserung der Lebensqualität abzielt.“ Ein ganz anderes Forschungsfeld umfasst hingegen die wissenschaftliche Arbeit von Beatrix Bauer. Die Tirolerin hat ihre Masterarbeit zum Thema „Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung – Maßnahmen gegen den Frauenhandel von Nigeria nach Italien“ an der Fakultät für Bildungswissenschaften des Instituts für Erziehungswissenschaften an der Leopold-Franzens-Universität in Innsbruck verfasst. Bauer wählte ihr Thema vor einem oftmals verschleierten gesellschaftspolitischen Hintergrund: „Mir war es wichtig, diese Thematik aufzugreifen und die aktuelle Situation darzustellen. Menschenhandel sollte häufiger thematisiert werden und eine höhere Visibilität in unserer Gesellschaft erhalten.“

Videobotschaften der Preisträgerinnen können in der Mediathek auf dem Internetportal zur Chancengleichheit abgerufen werden, dort findet man auch weitere Informationen zu den Arbeitsschwerpunkten des Landesbeirates für Chancengleichheit.

 

ap

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