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In memoriam Lidia Menapace - zum Internationalen Tag der Menschenrechte

Lidia Menapace gilt als die Grand Dame des italienischen Feminimus.

Die Grand Dame des italienischen Feminismus: Lidia Menapace (Foto: Imagoeconomica)

Ein tiefer Sinn für Unrecht und Gerechtigkeit begleiteten die am 3. April 1924 geborene Lidia Menapace durch ihr von zahlreichen Stationen und Funktionen innerhalb und außerhalb der Institutionen gekennzeichnetes Leben – beginnend mit ihrer prägenden Erfahrung als Partisanin. Ihr politisches Engagement brachten sie in den Bozner Gemeinderat, sie war stellvertretende Fraktionsvorsitzende. 1964 zog sie neben Waltraud Gebert-Deeg als erste Frau in den Landtag ein, wurde Landesrätin für Gesundheit und Soziales und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der DC im Regionalrat.

In den 80er Jahren war Lidia Menapace kommunistische Gemeinderätin in Rom, wo sie Präsidentin der Kulturkommission war, später leitete sie die Kommission für Gesundheitsfragen im Regionalrat der Region Latium.

Von 1996 bis 1999 war Menapace Mitglied der staatlichen Kommission für Chancengleichheit als Vertreterin des traditionsreichen italienischen Frauenbundes UDI.

Von 2006 bis 2008 saß sie als Senatorin im italienischen Parlament.

Bis zu ihrem Tod lebte sie beständig als Vagabundin für Menschenrechte, Feministin und Friedensaktivistin in Bozen.

Mit Lidia Menapace ist eine Schlüsselfigur des Feminismus in Italien von uns gegangen. Ihr Leben hat sie der Frauenfrage gewidmet, aber auch alle Minderheiten, die in der patriarchalen Struktur an den Rand geschoben werden, hat sie stets unterstützt – mit ihrer Präsenz, ihrer Stimme und ihrem Scharfsinn. Stets hat sie sich dem Dialog gestellt, keine Konzessionen an Relativierung der Menschenrechte gemacht und dabei immer viel und gerne gelacht.

Bis zu ihrem Tod war sie davon überzeugt, dass sich feministische Selbstreflektion und Arbeit in den Institutionen nicht ausschließen, sondern einander notwendig ergänzen.

Lidia wird uns fehlen. Ihren Einsatz für Frauen und Gerechtigkeit werden wir weitertragen. Wir gedenken Ihrer besonders am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte.

uo

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