Zahlen, Daten, Fakten - Gewaltchronik

Gewaltchronik

Nach offiziellen Schätzungen werden 35% aller Frauen zumindest einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt. In einigen Ländern sind es sogar 70%.

Alle drei Tage wird im Durchschnitt in Italien eine Frau ermordet. Das italienische Innenministerium veröffentlicht jährlich Ende Dezember die aktuellen Daten zu den Mordfällen verübt an Frauen. Von 116 Feminiziden im Jahr 2021 wurden 68 vom Partner oder Ex-Partner verübt.

Ca. 150.000 Betroffene haben in den letzten Jahren die nationale Notrufnummer 1522 kontaktiert.

Grafik ISTAT: Anzahl Anrufe Notrufnummer 1522 in den Jahren 2013-2019

Grafik ISTAT: Anzahl Anrufe Notrufnummer 1522 in den Jahren 2013 - 2019

In Südtirol haben sich im Jahr 2022 mehr als 600 Frauen an die Gewalt-Kontaktstellen gewandt. Die Dunkelziffer dürfte aber viel höher liegen.

Grafik ASTAT 2019: Täterprofil

Grafik ASTAT 2019: Täterprofil

Frauen sind in den eigenen vier Wänden vermehrt Gewaltsituationen ausgesetzt, auch, da es für sie oft schwierig ist, von außen Hilfe zu holen oder die Gewalt anzuzeigen.

Gewalt an Frauen ist keine Privatangelegenheit, auch wenn sie in den eigenen vier Wänden geschieht, es ist ein Thema, das die gesamte Gesellschaft angeht.

Der Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen schlägt deshalb Alarm und appelliert an die Opfer, sich zur Wehr zu setzen und Gewalt nicht einfach hinzunehmen. Er bietet einen Service an, wo sämtliche Anlaufstellen gegen Gewalt an Frauen in Südtirol und die wichtigsten Notrufnummern zu finden sind. Diese Information soll Frauen Mut machen, Hilfe zu suchen und Anzeige zu erstatten.

Gewalt an Frauen - Frauenhäuser und Kontaktstellen gegen Gewalt - 2020

ASTAT-Bericht zum 25. November 2021

ASTAT-Info 2021 Gewalt an Frauen

Die Häufigkeit der Gewalt gegen Frauen in Südtirol war 2020 ähnlich hoch wie im Vorjahr. Die Gewalttätigkeiten, die fast immer im familiären Umfeld stattfinden, gehen weder zurück noch ändern sich ihre Merkmale: Die Opfer sind häufig zwischen 30 und 49 Jahre alt (53%), der Täter ist zumeist der aktuelle (58%) oder ehemalige (21%) Partner und die Gewalt ist vor allem psychischer und/oder körperlicher Art. Das Jahr des Lockdowns weist aber eine höhere Komplexität auf (mehrere Arten von Gewalt gegen die gleiche Person). Dies teilt das Landesinstitut für Statistik ASTAT anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2021 mit.

ASTAT

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