Studienbeihilfen für postuniversitäre Ausbildungen

Ein Dienst der Südtiroler Landesverwaltung

Allgemeine Beschreibung

Mit der aktuellen Wettbewerbsausschreibung werden

a) universitäre Ausbildungen des dritten Studienzyklus oder Spezialisierungskurse,
b) verpflichtende Ausbildungs- oder Berufspraktika,
c) Forschungsdoktorate/Doktoratsstudien (PhD),
d) universitäre Ausbildungen zur Erlangung einer Lehrbefähigung gefördert,

die im Zeitraum 1. Oktober 2021 bis 30. September 2022 beginnen.

Es werden auch universitäre Lehrgänge zur Erlangung einer Lehrbefähigung im Ausmaß von mindestens 60 ECTS gefördert, die Voraussetzung für den Zugang zu den Wettbewerbsklassen zum Unterrichten in Südtirol/Italien sind.

Die postuniversitären Ausbildungen, mit Ausnahme der Praktika, können auch als Fernstudium absolviert werden.

Ausbildungen laut dieser Wettbewerbsausschreibung, die während eines Gesundheitsnotstandes stattgefunden haben, können auch teilweise in Form von Fernunterricht erfolgen.

Ob eine Studienbeihilfe gewährt wird und in welcher Höhe hängt von der wirtschaftlichen Lage der Familie ab. Die Bewertung der wirtschaftlichen Lage der Familie erfolgt auf der Grundlage des Faktors der wirtschaftlichen Lage (FWL). Dieser wird im Rahmen der Einheitlichen Einkommens- und Vermögenserklärung (EEVE) erstellt. Die EEVE-Erklärung und die Bescheinigung des FWL können kostenlos bei den konventionierten Patronaten und Steuerbeistandszentren (CAAF) gemacht werden. Die entsprechende Liste der Patronate und CAAF finden Sie hier.

Hochschulabschluss

Anspruchsberechtigt sind Studierende, die 

  • Absolventinnen und Absolventen eines Hochschulstudiums des zweiten Studienzyklus (mindestens 4 Jahre) sind und eine erste Ausbildung des dritten Studienzyklus oder Spezialisierungskurs oder Forschungsdoktorat/Doktoratsstudium (PhD) besuchen;
  • Absolventinnen und Absolventen eines Hochschulstudiums des ersten Studienzyklus (mindestens 3 Jahre) oder des zweiten Studienzyklus (mindestens 4 Jahre) sind und ein verpflichtendes Ausbildungs- oder Berufspraktikum absolvieren;
  • Absolventinnen und Absolventen eines Hochschulstudiums des ersten Studienzyklus (mindestens 3 Jahre) oder des zweiten Studienzyklus (mindestens 4 Jahre) sind und eine Ausbildung zur Erlangung einer Lehrbefähigung absolvieren.

Staatsbürgerschaft/Wohnsitz:

Anspruchsberechtigt sind: 

  • für eine Ausbildung in Südtirol:
    • EU-Bürgerinnen oder EU-Bürger
    • Nicht EU-Bürgerinnen oder Nicht-EU-Bürger, die eine langfristige EU-Aufenthaltsberechtigung für Italien besitzen oder Bürgerinnen oder Bürger, denen laut Richtlinie 2011/95/EU der Flüchtlingsstatus zuerkannt wurde bzw. die Nutznießende eines Subsidiärschutzes sind und dadurch italienischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern gleichgestellt sind oder
    • Nicht-EU-Bürgerinnen oder Nicht EU-Bürger, die ohne Unterbrechung seit mindestens einem Jahr ihren Wohnsitz in Südtirol haben.
  • für eine Ausbildung außerhalb Südtirols:
    • EU-Bürgerinnen oder EU-Bürger, Nicht EU-Bürgerinnen oder Nicht-EU-Bürger oder Bürgerinnen oder Bürger, denen laut Richtlinie 2011/95/EU der Flüchtlingsstatus zuerkannt wurde bzw. die Nutznießende eines Subsidiärschutzes sind und dadurch italienischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern gleichgestellt sind und ihren Wohnsitz ohne Unterbrechung seit mindestens zwei Jahren in Südtirol haben.

Studium

Zugelassen sind jene Studierende, die

  • Eine erste Ausbildung des dritten Studienzyklus oder Spezialisierungskurs besuchen, die mindestens 30 Studienkredite oder 750 Stunden umfasst (zur Abklärung, ob die besuchte Ausbildung diesen Kategorien entspricht, kontaktieren Sie bitte Frau Marieke Volgger, Tel. 0471 41 29 47);
  • ein verpflichtendes Ausbildungs- oder Berufspraktikum absolvieren, das mindestens 90 Tage dauert und 30 Wochenstunden umfasst (berücksichtigt wird dabei nur die Zeit, die zur Erreichung der Ausbildungsziele oder der Berufsbefähigung verpflichtend ist);
  • ein Forschungsdoktorat/Doktoratsstudium (PhD) an einer Universität, das einen Besuch von mindestens 180 Tagen vorsieht;
  • eine universitäre Ausbildung zur Erlangung einer Lehrbefähigung absolvieren, die mindestens 30 Studienkredite oder 750 Stunden umfasst (sollte der Lehrgang in Modulen organisiert sein, ist es möglich ein einziges Gesuch für jedes Modul zu stellen).
  • Ebenso werden Studienbeihilfen an jene Antragstellerinnen und Antragsteller vergeben, die nach dem Abschluss eines Studiums des ersten oder zweiten Studienzyklus einen universitären Lehrgang zur Erlangung einer Lehrbefähigung besuchen, der
    -    Voraussetzung für den Zugang zu den Wettbewerbsklassen zum Zwecke des Unterrichtens in Südtirol/Italien ist;
    -    die Erlangung eines Leistungsnachweises von mindestens 60 Studienkredite im Zeitraum, für das eine Studienbeihilfe beantragt wird, vorsieht.
  • Gefördert wird auch der Ausbildungslehrgang zur Erlangung der Lehrbefähigung an deutschen und ladinischen Mittel- und Oberschulen.
     

Weitere Voraussetzungen:

  • Universitäre Ausbildungen des dritten Studienzyklus, Spezialisierungskurse und Forschungsdoktorate/Doktoratsstudien (PhD) müssen innerhalb von sechs Jahren nach Abschluss des ersten Hochschulstudiums des zweiten Zyklus beginnen.
  • Ausbildungs- oder Berufspraktika und universitäre Lehrgänge zur Erlangung einer Lehrbefähigung müssen innerhalb von sechs Jahren nach Abschluss des ersten Hochschulstudiums des ersten oder zweiten Studienzyklus beginnen.
  • Diese Studienbeihilfen sind mit keiner anderen wirtschaftlichen Förderung für denselben Zeitraum und dieselbe postuniversitäre Ausbildung kumulierbar, die von anderen öffentlichen Einrichtungen oder Körperschaften oder von öffentlich subventionierten privaten Einrichtungen oder Körperschaften gewährt wird.
  • Antragstellerinnen und Antragsteller können die Studienbeihilfe nur einmal für dieselbe postgraduale Ausbildungsart in Anspruch nehmen und dürfen nicht bereits eine Ausbildung derselben Art abgeschlossen haben.
  • Ob eine Studienbeihilfe gewährt werden kann und in welcher Höhe hängt von der wirtschaftlichen Lage der Familie ab. Die Bewertung der wirtschaftlichen Lage der Familie erfolgt auf der Grundlage des "Faktors der wirtschaftlichen Lage". Dieser wird im Rahmen der Einheitlichen Einkommens- und Vermögenserklärung (EEVE) erstellt. Die EEVE-Erklärung und die Bescheinigung des FWL können kostenlos bei den konventionierten Patronaten und Steuerbeistandszentren (CAAF) gemacht werden.

Dem vom Amt bereitgestellten Antragsformular sind folgende Unterlagen beizulegen:

  • für Ausbildungen des dritten Studienzyklus / Spezialisierungskurse / Ausbildungen zur Erlangung einer Lehrbefähigung: Aktuelle Bescheinigung der Universität über die Gesamtdauer der Ausbildung, Anzahl der ECTS-Punkte oder den Arbeitsaufwand in Stunden, die für die Ausbildung im akademischen Jahr, für das eine Studienbeihilfe beantragt wird, vorgesehen sind;
  • für verpflichtende Ausbildungs- oder Berufspraktika: Bestätigung der Arbeitgeberin oder des Arbeitsgebers über die Gesamtdauer, die Anzahl der Wochenstunden und den Erhalt eines Praktikumsentgeltes;
  • für Forschungsdoktorate/Doktoratsstudien (PhD): Bestätigung der Universität, aus welcher die Dauer, das Thema und die Ziele des Forschungsprojektes hervorgehen, sowie
  • nach dem jeweiligen abgeschlossenen Studienjahr eine Bestätigung der Betreuerin oder des Betreuers, dass die Doktorandin oder der Doktorand den vorgeschriebenen Studienerfolg erzielt hat bzw. eine Bestätigung über den erfolgreichen Fortschritt der Forschungsarbeit. Im ersten Jahr des Doktorats ist die Bestätigung nach der Zuweisung der Beihilfe vorzulegen und ist Voraussetzung für die Auszahlung der Studienbeihilfe.
  • Wird die Ausbildung innerhalb der Europäischen Union absolviert, so können die Antragstellenden eine Ersatzerklärung anstelle der Bescheinigung (Artikel 5 Absatz 3/bis des Landesgesetzes vom 22.10.1993, Nr. 17) vorlegen.
  • Falls die Ausbildung laut dieser Wettbewerbsausschreibung wegen eines Gesundheitsnotstandes teilweise in Form von Fernunterricht erfolgte, ist ein schriftlicher Nachweis von Seiten der Universität bzw. der öffentlichen oder privaten Einrichtung vorzulegen, mit welcher die Auswirkungen der einschränkenden Maßnahmen auf die postuniversitäre Ausbildung belegt werden.

Um den Antrag korrekt auszufüllen, ist es notwendig, die Wettbewerbsausschreibung genau durchzulesen (siehe unter "Formulare und Anlagen"). Beachten Sie, dass Sie als Antragstellerin oder Antragsteller die erforderlichen Daten unter Ihrer eigenen Verantwortung erklären. Die Landesverwaltung verzichtet daher größtenteils auf die Vorlage von Unterlagen, führt jedoch Stichprobenkontrollen über den Wahrheitsgehalt der Erklärungen durch. Falscherklärungen werden sanktioniert und führen zu einem Ausschluss von allen Vergünstigungen bis zu zehn Jahre. In schwerwiegenden Fällen wird Strafanzeige erstattet.

Höhe der Studienbeihilfen

Dieses wird aufgrund von Studienkrediten, Arbeitsstunden und/oder der Dauer der Ausbildung sowie des Faktors der wirtschaftlichen Lage (FWL) berechnet und beträgt:

  • für Ausbildungen des dritten Studienzyklus/Spezialisierungskurse: maximal 8.000,00 Euro;
  • für Forschungsdoktorate/Doktoratsstudien (PhD): maximal 9.000,00 Euro;
  • für Praktika: maximal 6.000,00 Euro;
  • für Ausbildungen zur Erlangung einer Lehrbefähigung: maximal 3.500,00 Euro.

Bei den postuniversitären Ausbildungen, die als Fernstudium angeboten werden (davon ausgenommen sind die Praktika), wird das Ausmaß der Studienbeihilfe im entsprechenden Ausmaß laut Wettbewerbsausschreibung herabgesetzt.

Sollte die oder der Studierende in dem Zeitraum, für den eine Studienbeihilfe beantragt wird, ein Entgelt oder eine Entlohnung für das Praktikum oder ein Gehalt für das Doktorat beziehen, wird das Ausmaß der Studienbeihilfe entsprechend herabgesetzt.

Sollte die oder der Studierende in dem Zeitraum, für den eine Studienbeihilfe beantragt wird, ein Praktikumsentgelt bzw. eine Entlohnung beziehen, das mehr als 1.300,00 Euro brutto pro Monat beträgt, wird keine Studienbeihilfe gewährt.

Sollte die oder der Studierende in dem Zeitraum, für den eine Studienbeihilfe beantragt wird, ein Gehalt als wissenschaftliche Mitarbeiterin oder wissenschaftlicher Mitarbeiter beziehen, das mehr als 1.500,00 Euro brutto pro Monat beträgt, wird keine Studienbeihilfe gewährt.

Für Studierende, die für die Ausbildung Studiengebühren im Ausmaß von mehr als 1.000,00 Euro entrichten, wird das Ausmaß der Studienbeihilfe bis zu maximal 60 Prozent angehoben.

Auszahlung der Studienbeihilfen

Im Falle ungenügender Mittel erfolgt die Zuweisung der Studienbeihilfen aufgrund einer Rangordnung.

Steuerabzüge gemäß Art. 13 des DPR 917/86 und „Zusatzbehandlung laut G.D. 3/2020 Art. 1"

Einige postuniversitäre Studienbeihilfen werden versteuert und sind einem Einkommen aus lohnabhängiger Arbeit gleichgestellt. Die Autonome Provinz Bozen, in Eigenschaft als Steuersubstitut, kann die Steuerabzüge laut Art. 13 des DPR 917/86 und/oder die Abzüge für zu Lasten lebende Familienmitglieder bezugnehmend auf die jeweilige Einkommenssituation und das Bezugsjahr, in welchem die Studienbeihilfe ausbezahlt wird - zuerkennen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Steuerfreibeträge nicht bereits von einem anderen Arbeitgeber zuerkannt worden sind, da man diese nur ein einziges Mal beanspruchen kann.

Die Zusatzbehandlung laut G.D. 3/2020 Art. 1" wird von der Autonomen Provinz zuerkannt, falls durch die Studienbeihilfe trotz Steuerabzüge eine Steuerschuld (Einkommenssteuer IRPEF) entsteht und falls diese nicht bereits von einem anderen Arbeitgeber beansprucht wird. Sollte dem Arbeitnehmer eine höherer Zusatzbehandlung als effektiv zustehend, ausgezahlt werden, so muss dieser beim Jahressteuerausgleich oder im Rahmen der Steuererklärung zurückgezahlt werden.

(Letzte Aktualisierung Dienstleistung: 27.01.2022)

Zuständige Einrichtung

Amt für Hochschulförderung
Landhaus 7, Andreas-Hofer-Straße 18, 39100 Bozen
Telefon: 0471 41 29 43 Cornelia Lintner
E-Mail: hochschulfoerderung@provinz.bz.it
PEC: hochschulfoerderung.dirittostudiouni@pec.prov.bz.it

Parteienverkehr:

Montag, Dienstag, Mittwoch, Freitag: 9.00 - 12.00 Uhr
Donnerstag: 8.30 - 13.00 Uhr, 14.00 - 17.30 Uhr

Termine

Ab dem 15. Jänner 2022 werden die Gesuchsformulare zur Verfügung gestellt. Es gibt zwei Einreichtermine:

  • Zwischentermin: Samstag, 30. April 2022
  • Letzter Einreichetermin: Freitag, 30. September 2022
     

Nach Ablauf der einzelnen Einreichtermine muss mit einer Bearbeitungszeit von ca. 6 Monaten gerechnet werden. Jede Bewerberin und jeder Bewerber wird schriftlich benachrichtigt.

Das Gesuch muss über eine der folgenden Modalitäten an das Amt für Hochschulförderung eingereicht werden, und jedenfalls immer zusammen mit einer Kopie des Personalausweises:

a) per E-Mail an das Postfach des Amtes für Hochschulförderung hochschulfoerderung@provinz.bz.it,

b) über PEC an hochschulfoerderung.dirittostudiouni@pec.prov.bz.it,

c) persönliche Abgabe im Amt (Amt für Hochschulförderung, Andreas-Hofer-Straße 18, 39100 Bozen, 2. Stock, Zimmer 215) oder

d) auf dem Postweg.

Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Übermittlung und das Zustellrisiko obliegen den Antragstellerinnen und Antragstellern.