Studienbeihilfen für postuniversitäre Ausbildungen

Ein Dienst der Südtiroler Landesverwaltung

Allgemeine Beschreibung

Mit der Wettbewerbsausschreibung für das akademische Jahr 2020/2021 werden

a) universitäre Ausbildungen des dritten Studienzyklus oder Spezialisierungskurse,
b) verpflichtende Ausbildungs- oder Berufspraktika,
c) Forschungsdoktorate/Doktoratsstudien (PhD),
d) universitäre Ausbildungen zur Erlangung einer Lehrbefähigung gefördert,

die im Zeitraum 1. Oktober 2020 bis 30. September 2021 beginnen.

Es werden auch universitäre Lehrgänge zur Erlangung einer Lehrbefähigung im Ausmaß von mindestens 60 ECTS gefördert, die Voraussetzung für den Zugang zu den Wettbewerbsklassen zum Unterrichten in Südtirol/Italien sind.

Die postuniversitären Ausbildungen, mit Ausnahme der Praktika, können auch als Fernstudium absolviert werden.

Ausbildungen laut dieser Wettbewerbsausschreibung, die während eines Gesundheitsnotstandes stattgefunden haben, können auch teilweise in Form von Fernunterricht erfolgen.
 

Bestimmungen zur Besteuerung der postuniversitären Studienbeihilfen  

Nachdem Inkrafttreten des Stabilitätsgesetzes 2016 ist der Rechtsrahmen in Bezug auf die Besteuerung der Studienbeihilfen, welche von der Provinz Bozen an jene gewährt werden, die bestimmte postuniversitäre Lehrgänge besuchen, geändert worden.

Detaillierte Informationen können Sie im betreffenden Dokument Rückerstattung Besteuerung postuniversitäre Studienbeihilfen nachlesen.

Alljährlich stellt das Land Studienbeihilfen für Studierende an Universitäten, Fachhochschulen oder diesen gleichgestellten Einrichtungen bereit. Die Beihilfen werden - aufgrund verfassungsrechtlich verankerter Grundsätze - über öffentliche, streng formaljuridische Wettbewerbe vergeben. Dabei werden die wirtschaftliche Lage und der Studienerfolg der AntragstellerInnen berücksichtigt.

Neben der Studienbeihilfe für postuniversitäre Ausbildungen gibt es noch die folgenden drei weiteren Maßnahmen im Bereich der Hochschulförderung:

  • ordentliche Studienbeihilfen,

  • außerordentliche Studienbeihilfen,

  • Leistungsstipendien

Hochschulabschluss

Anspruchsberechtigt sind Studierende, die 

  • AbsolventInnen eines Hochschulstudiums des zweiten Studienzyklus (mindestens 4 Jahre) sind und eine erste Ausbildung des dritten Studienzyklus oder Spezialisierungskurs oder Forschungsdoktorat/Doktoratsstudium (PhD) besuchen;
  • AbsolventInnen eines Hochschulstudiums des ersten Studienzyklus (mindestens 3 Jahre) oder des zweiten Studienzyklus (mindestens 4 Jahre) sind und ein verpflichtendes Ausbildungs- oder Berufspraktikum absolvieren;
  • AbsolventInnen eines Hochschulstudiums des ersten Studienzyklus (mindestens 3 Jahre) oder des zweiten Studienzyklus (mindestens 4 Jahre) sind und eine Ausbildung zur Erlangung einer Lehrbefähigung absolvieren.

Staatsbürgerschaft/Wohnsitz:

Anspruchsberechtigt sind: 

  • für eine Ausbildung in Südtirol:
    • EU-BürgerInnen oder
    • Nicht EU-BürgerInnen die eine langfristige EU-Aufenthaltsberechtigung für Italien besitzen oder BürgerInnen, denen laut Richtlinie 2011/95/EU der Flüchtlingsstatus zuerkannt wurde bzw. die Nutznießende eines Subsidiärschutzes sind und dadurch italienischen Staatsbürgern und Staatsbürgerinnen gleichgestellt sind oder
    • Nicht-EU-BürgerInnen, die ohne Unterbrechung seit mindestens einem Jahr ihren Wohnsitz in Südtirol haben.
  • für eine Ausbildung außerhalb Südtirols:
    • EU-BürgerInnen oder Nicht-EU-BürgerInnen oder BürgerInnen, denen laut Richtlinie 2011/95/EU der Flüchtlingsstatus zuerkannt wurde bzw. die Nutznießende eines Subsidiärschutzes sind und dadurch italienischen Staatsbürgern und Staatsbürgerinnen gleichgestellt sind und ihren Wohnsitz ohne Unterbrechung seit mindestens zwei Jahren in Südtirol haben.

Studium

Zugelassen sind jene Studierende, die

  • Eine erste Ausbildung des dritten Studienzyklus oder Spezialisierungskurs besuchen, die mindestens 30 Studienkredite oder 750 Stunden umfasst (zur Abklärung, ob die besuchte Ausbildung diesen Kategorien entspricht, kontaktieren Sie bitte Frau Marieke Volgger, Tel. 0471 41 29 47);
  • ein verpflichtendes Ausbildungs- oder Berufspraktikum absolvieren, das mindestens 90 Tage dauert und 30 Wochenstunden umfasst (berücksichtigt wird dabei nur die Zeit, die zur Erreichung der Ausbildungsziele oder der Berufsbefähigung verpflichtend ist);
  • ein PhD an einer Universität absolvieren, das einen Besuch von mindestens 180 Tagen vorsieht;
  • eine universitäre Ausbildung zur Erlangung einer Lehrbefähigung absolvieren, die mindestens 30 Studienkredite oder 750 Stunden umfasst (sollte der Lehrgang in Modulen organisiert sein, ist es möglich ein einziges Gesuch für jedes Modul zu stellen).

Weitere Voraussetzungen:

  • Universitäre Ausbildungen des dritten Studienzyklus, Spezialisierungskurse und Forschungsdoktorate/Doktoratsstudien (PhD) müssen innerhalb von sechs Jahren nach Abschluss des ersten Hochschulstudiums des zweiten Zyklus beginnen.
  • Ausbildungs- oder Berufspraktika und universitäre Lehrgänge zur Erlangung einer Lehrbefähigung müssen innerhalb von sechs Jahren nach Abschluss des ersten Hochschulstudiums des ersten oder zweiten Studienzyklus beginnen.
  • Für denselben Zeitraum und dieselbe postuniversitäre Ausbildung darf keine andere Fördermaßname, welche von öffentlichen Einrichtungen oder Körperschaften oder von privaten Einrichtungen oder Körperschaften, die öffentliche Beiträge erhalten, in Anspruch genommen werden.
  • Zugelassen sind jene Antragsteller und Antragstellerinnen, welche keine postuniversitäre Ausbildung derselben Art (Master, Spezialisierungskurs, Doktorat oder Berufspraktikum) bereits besucht haben
  • und welche das vorgesehene Höchsteinkommen laut Ausschreibung nicht überschreiten:
    32.000 Euro für Ausbildungen des dritten Studienzyklus, Spezialisierungskurse, Ausbildungen zur Erlangung einer Lehrbefähigung und PhD; 20.000 Euro für Praktika (die Kriterien zur Berechnung des bereinigten Einkommens entnehmen Sie der Wettbewerbsausschreibung im Anhang).

Dem vom Amt bereitgestellten Antragsformular sind folgende Unterlagen beizulegen:

  • für Ausbildungen des dritten Studienzyklus / Spezialisierungskurse / Ausbildungen zur Erlangung einer Lehrbefähigung: Aktuelle Bestätigung der Universität über die Gesamtdauer, Anzahl der Studienkredite oder Arbeitsstunden des Kurses, die im Kursjahr, für das eine Studienbeihilfe beantragt wird, erzielt werden;
  • für verpflichtende Ausbildungs- oder Berufspraktika: Bestätigung des Arbeitsgebers über die Gesamtdauer, die Anzahl der Wochenstunden und den Erhalt eines Praktikumsentgeltes;
  • für PhD: Bestätigung der Universität, aus welcher die Dauer, das Thema und die Ziele des Forschungsprojektes hervorgehen, sowie
  • nach dem jeweiligen abgeschlossenen Studienjahr eine Bestätigung des Betreuers, dass der Doktorand/die Doktorandin den vorgeschriebenen Studienerfolg erzielt hat bzw. eine Bestätigung über den erfolgreichen Fortschritt der Forschungsarbeit. Im ersten Jahr des Doktorats ist die Bestätigung nach der Zuweisung der Beihilfe vorzulegen und ist Voraussetzung für die Auszahlung der Studienbeihilfe.
  • Wird die Ausbildung an einer Universität oder öffentlichen Einrichtung in Italien absolviert, so legen die Studierenden eine Ersatzerklärung laut Art. 46 des D.P.R. vom 28.12.2000, Nr. 445, vor.
  • Falls die Ausbildung laut dieser Wettbewerbsausschreibung wegen eines Gesundheitsnotstandes teilweise in Form von Fernunterricht erfolgte, ist ein schriftlicher Nachweis von Seiten der Universität bzw. der öffentlichen oder privaten Einrichtung vorzulegen, mit welcher die Auswirkungen der einschränkenden Maßnahmen auf die postuniversitäre Ausbildung belegt werden.

Um den Antrag korrekt auszufüllen, ist es notwendig, die Wettbewerbsausschreibung genau durchzulesen (siehe unter "Formulare und Anlagen"). Beachten Sie, dass Sie als AntragstellerIn die erforderlichen Daten unter Ihrer eigenen Verantwortung erklären. Die Landesverwaltung verzichtet daher größtenteils auf die Vorlage von Unterlagen, führt jedoch Stichprobenkontrollen über den Wahrheitsgehalt der Erklärungen durch. Falscherklärungen werden sanktioniert und führen zu einem Ausschluss von allen Vergünstigungen bis zu zehn Jahre. In schwerwiegenden Fällen wird Strafanzeige erstattet.

Ausmaß der Studienbeihilfen

Dieses wird aufgrund von Studienkrediten, Arbeitsstunden und/oder der Dauer der Ausbildung sowie des bereinigten Einkommens berechnet und beträgt:

  • für Ausbildungen des dritten Studienzyklus / Spezialisierungskurse: maximal 8.000,00 Euro;
  • für PhD: maximal 9.000,00 Euro;
  • für Praktika: maximal 6.000,00 Euro;
  • für Ausbildungen zur Erlangung einer Lehrbefähigung: maximal 3.500,00 Euro.

Bei den postuniversitären Ausbildungen, die als Fernstudium angeboten werden (davon ausgenommen sind die Praktika), wird das Ausmaß der Studienbeihilfe im entsprechenden Ausmaß laut Wettbewerbsausschreibung herabgesetzt.

Sollte der/die Studierende in dem Zeitraum, für den eine Studienbeihilfe beantragt wird, ein Entgelt/Entlohnung für das Praktikum oder ein Gehalt für das Doktorat beziehen, wird das Ausmaß der Studienbeihilfe entsprechend herabgesetzt.

Sollte der/die Studierende in dem Zeitraum, für den eine Studienbeihilfe beantragt wird, ein Praktikumsentgelt bzw. eine Entlohnung beziehen, das mehr als 1.300,00 Euro brutto pro Monat beträgt, wird keine Studienbeihilfe gewährt.

Sollte der/die Studierende in dem Zeitraum, für den eine Studienbeihilfe beantragt wird, ein Gehalt als wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in beziehen, das mehr als 1.500,00 Euro brutto pro Monat beträgt, wird keine Studienbeihilfe gewährt.

Für Studierende, die für die Ausbildung Studiengebühren im Ausmaß von mehr als 1.000,00 Euro entrichten, wird das Ausmaß der Studienbeihilfe bis zu maximal 60 Prozent angehoben.

Auszahlung der Studienbeihilfen

Im Falle ungenügender Mittel erfolgt die Zuweisung der Studienbeihilfen aufgrund einer Rangordnung.

Steuerabzüge gemäß Art. 13 des DPR 917/86 und „Zusatzbehandlung laut G.D. 3/2020 Art. 1"

Einige postuniversitäre Studienbeihilfen werden versteuert und sind einem Einkommen aus lohnabhängiger Arbeit gleichgestellt. Die Autonome Provinz Bozen, in Eigenschaft als Steuersubstitut, kann die Steuerabzüge laut Art. 13 des DPR 917/86 und/oder die Abzüge für zu Lasten lebende Familienmitglieder bezugnehmend auf die jeweilige Einkommenssituation und das Bezugsjahr, in welchem die Studienbeihilfe ausbezahlt wird - zuerkennen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Steuerfreibeträge nicht bereits von einem anderen Arbeitgeber zuerkannt worden sind, da man diese nur ein einziges Mal beanspruchen kann.

Die Zusatzbehandlung laut G.D. 3/2020 Art. 1" wird von der Autonomen Provinz zuerkannt, falls durch die Studienbeihilfe trotz Steuerabzüge eine Steuerschuld (Einkommenssteuer IRPEF) entsteht und falls diese nicht bereits von einem anderen Arbeitgeber beansprucht wird.
Sollte dem Arbeitnehmer eine höherer Zusatzbehandlung als effektiv zustehend, ausgezahlt werden, so muss dieser beim Jahressteuerausgleich oder im Rahmen der Steuererklärung zurückgezahlt werden.

Weitere Informationen finden sie hier.

(Letzte Aktualisierung Dienstleistung: 25.05.2021)

Zuständige Einrichtung

Amt für Hochschulförderung
Landhaus 7, Andreas-Hofer-Straße 18, 39100 Bozen
Telefon: 0471 41 29 43 Cornelia Lintner
E-Mail: hochschulfoerderung@provinz.bz.it
PEC: hochschulfoerderung.dirittostudiouni@pec.prov.bz.it
Website: http://www.provinz.bz.it/

Parteienverkehr:

Montag, Dienstag, Mittwoch, Freitag: 9.00 - 12.00 Uhr
Donnerstag: 8.30 - 13.00 Uhr, 14.00 - 17.30 Uhr

Termine

Ab 15. Jänner 2021 können die Gesuche eingereicht werden. Es stehen zwei Einreichtermine zur Verfügung:

  • Zwischentermin: Freitag, 30. April 2021
  • Letzter Einreichetermin: Donnerstag, 30. September 2021
     

Nach Ablauf der einzelnen Einreichtermine muss mit einer Bearbeitungszeit von ca. 6 Monaten gerechnet werden. Jeder Bewerber und jede Bewerberin wird schriftlich benachrichtigt.

Das Gesuch muss an eine der folgenden Modalitäten an das Amt für Hochschulförderung eingereicht werden, immer mit einer Kopie des Personalausweises:

a) per E-Mail an das Postfach des Amtes für Hochschulförderung hochschulfoerderung@provinz.bz.it

b) über PEC an hochschulfoerderung.dirittostudiouni@pec.prov.bz.it

c) persönliche Abgabe im Amt (Amt für Hochschulförderung, Andreas-Hofer-Straße 18, 39100 Bozen, 2. Stock, Zimmer 215)

d) auf dem Postweg

Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Übermittlung und das Zustellrisiko obliegen dem Antragsteller/der Antragstellerin.