Wirtschaftsgebäude, Maschinenräume und andere bauliche Investitionsvorhaben für die Landwirtschaft

Ein Dienst der Südtiroler Landesverwaltung

Allgemeine Beschreibung

Begünstigt sind Einzelbetriebe und zusammengeschlossene landwirtschaftliche Unternehmen.

Für den Bau, Kauf, Umbau oder die Sanierung von Betriebsgebäuden zur Unterbringung des Viehs samt Nebenräumen, landwirtschaftlicher Maschinenräume, den Bau und die außerordentliche Instandhaltung von Feldwegen mit begleitenden Stützmauern für Betriebe mit 40 oder mehr Erschwernispunkten sowie Stützmauern für Weinbauflächen, ist ein Verlustbeitrag vorgesehen. Das Ausmaß der Förderung beträgt 35% - 65% der zur Finanzierung zugelassenen Kosten.

Für Betriebsgebäude für die Unterbringung des Viehs samt Nebenräumen wird für Junglandwirte, die sich in den letzten 5 Jahren vor Beitragsgewährung niedergelassen haben, die Beitragshöhe um 5% erhöht. Im Fall von biologischer Wirtschaftsweise ist eine mit letzterem kummulierbaren weiterer Beitragszuschlag von 10% vorgesehen.

Wenn der Antragsteller zum Zeitpunkt des Antrages ein Alter von über 65 Jahren erreicht hat, erfolgt ein Abschlag von 5% auf den jeweiligen Beitragssatz.

Innerhalb von 20 Jahren kann pro Betrieb nur einmal das Höchstausmaß der zuschussfähigen Ausgaben aufgrund der vorhandenen Futterflächen und Anzahl der maximalen GVE berechnet werden.

Ausnahmen von der 20-Jahres Frist:

  • für Bauarbeiten bei Umstellung auf Laufstall und Umstellung auf biologische/ökologische Produktionsweise: 5 Jahre seit der letzten Förderung.
  • bei Brandfällen und Naturkatastrophen.

Voraussetzung für die Förderung ist in jedem Fall die Einhaltung eines durchschnittlichen Mindestviehbesatzes von 0,5 GVE pro ha Futterfläche und eines durchschnittlichen Höchstviehbesatzes, welcher je nach Höhenlage des Betriebes gestaffelt ist (siehe Tabelle Zugangsvoraussetzungen).

Für die Gewährung der Beihilfe muss die Verfügbarkeit der betroffenen Parzellen bzw. Gebäude nachgewiesen werden (LAFIS Flächenbogen).

Für Vorhaben auf gepachteten Flächen oder Gebäuden muss der Pacht- oder Mietvertrag vorgelegt werden, bei Gebäuden muss die Dauer des Vertrages der Zweckbestimmung entsprechen.

Die Gewährung der Beihilfe verpflichtet den Antragsteller, die Zweckbestimmung ab Datum der Endauszahlung bei baulichen Investitionen von 10 Jahren beizubehalten.

Die Förderung von Wirtschaftsgebäuden für die Unterbringung von Vieh erfolgt nur für die Tierarten Rind, Schaf und Ziege, sowie von in Herdebuch eingetragene Zuchtpferde.

Die Förderung der Betriebsgebäude für die Schweinehaltung erfolgt bis zum Erreichen von 100 Mastplätzen oder 20 Zuchtsauen oder bis zu 1.000 Stück Mastgeflügel in der Hühnerhaltung.

Von der Finanzierung ausgeschlossen sind Legehennen-Halter.

Im Sinne einer nachhaltigen ökologischen Ausrichtung der Förderung müssen Antragsteller bei der Förderung von Wirtschaftsgebäuden die Einhaltung des Mindest- und Höchstviehbesatzes auch nach der Auszahlung des Beitrags, d.h. für die gesamte vorgesehene Dauer der Zweckbestimmung am eigenen Betrieb gewährleisten. Davon ausgenommen sind Mischbetriebe mit höchstens drei Großvieheinheiten. Toleranzen bezüglich der erlaubten Dimensionierung der Wirtschaftsgebäude sowie bzgl. des einzuhaltenden maximalen Viehbesatzes gibt es – mit Ausnahme einer sehr geringfügigen anlässlich der Auszahlung der Beiträge – nicht.

Bei Mastgeflügel und Schweinehaltung sind Bestandsobergrenzen sowie bauliche Standards wie im Biobau festgesetzt.

Die Richtlinien berücksichtigen auch die vorgesehen Tierwohl- und Tierschutzstandards. Das bedeutet, dass für alle Stallbauvorhaben ein Nachweis über die Einhaltung der Anforderungen und der Mindeststandards bezüglich des Tierschutzes und Tierwohls erbracht werden muss.

Weiters gilt die Verpflichtung zur Laufstallhaltung bei Neubauten und kostenintensiveren Umbauten. Die Sanierung von bestehenden Anbindeställen bleibt möglich, bei kostenmäßig überschaubaren Vorhaben und unter Berücksichtigung der oben beschriebenen Tierwohlstandards.

Dazu ist zum Zeitpunkt der Einreichung des Beihilfeantrags für alle Vorhaben betreffend Wirtschaftsgebäude auf Betrieben mit mehr als 10 Großvieheinheiten eine entsprechende Stellungnahme einer für diesen Bereich anerkannten Beratungsorganisation vorzulegen. Auch dem Antrag auf Endauszahlung muss eine Bestätigung über die Umsetzung der Tierschutz- und Tierwohlmaßnahmen beigelegt werden. Für alle Stallbauvorhaben bis zu 10 Großvieheinheiten kann die Bestätigung durch einen befähigten Freiberufler/eine befähigte Freiberuflerin erfolgen. Die spezifischen Anforderungen an den Tierschutz und das Tierwohl und die dafür erforderlichen Mindestmaßnahmen sowie die Kriterien für die Auswahl der befähigten Freiberufler/Freiberuflerinnen werden gesondert festgelegt.

Im Rahmen dieser angestrebten Ökologisierung in der Förderung werden drei Stufen für bauliche Vorhaben mit unterschiedlich abgestuften Fördersätzen festgelegt, für welche sich jeder Antragsteller bei Vorlage des Beitragsansuchens entscheiden kann.                                                                                                                                                                             
1) Intensiv: Hier wird die Einhaltung der Bestimmungen zum Gewässerschutz, d. h. die Einhaltung der Viehbesatzobergrenzen wie bisher vorgeschrieben, ohne Toleranz

2) Umweltgerecht: Verpflichtung zur Einhaltung eines in Bezug auf die intensive Stufe um mindestens 0,2 GVE/ha Futterfläche reduzierten Viehbesatzes.

3) Bio: Verpflichtung zur Einhaltung der Voraussetzungen für die biologische Landwirtschaft

  • Mindestinvestition 10.000,00 €
  • Mindestbetriebsgröße: 2 ha Wiesen- oder Ackerfutterbaufläche oder 1 ha Obst/Weinbaufläche.
  • Einhaltung des Mindest- und Höchstviehbesatzes in Abhängigkeit von der durschnittlichen Meereshöhe des Betriebes. Eine Toleranz von 0,1 GVE pro ha ist nur beschränkt auf den Zeitpunkt der Auszahlung des Beitrages möglich.

Durchschnittliche Meereshöhe der Futterflächen        Zulässiger Höchstviehbesatz in GVE/ha Futterfläche

bis 1.250 m                                                                                        2,5 GVE/ha

über 1.250 m und bis 1.500 m                                                           2,2 GVE/ha

über 1.500 m und bis 1.800 m                                                           2,0 GVE/ha

über 1.800 m                                                                                     1,8 GVE/ha

  • Kostenvoranschlag muss von einem Techniker unterzeichnet sein.
  • Vidimiertes Projekt der Gemeinde
  • Kopie der Baugenehmigung oder Bauermächtigung mit Auflagen und Vorschriften
  • Restliche Unterlagen Projektabhängig
  • Zeitplan
  • Identitätskarte

(Letzte Aktualisierung Dienstleistung: 26.01.2023)

Zuständige Einrichtung

Amt für ländliches Bauwesen
Landhaus 6 - Peter Brugger, Brennerstraße 6, 39100 Bozen
Telefon: 0471 41 51 50
0471 41 51 51
E-Mail: laendliches.bauwesen@provinz.bz.it
PEC: lwbauwesen.agriedilizia@pec.prov.bz.it

Parteienverkehr:

Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag:

Nur nach Terminvereinbarung

Termine

Für Informationen wenden Sie sich an das Amt für ländliches Bauwesen (Tel. 0471 415051) oder bei den Bezirksämtern für Landwirtschaft in Brixen (Tel. 0472 821240), Bruneck (Tel. 0474  582242), Meran (Tel. 0473 252240) und Schlanders (Tel. 0473 736140).