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Sommerpraktika in Südtirol: Analyse liefert Impulse für Neuordnung

Arbeitsmarkt-News vom August 2025 beschäftigen sich mit der Auswertung von Kommentaren der Praktikantinnen und Praktikanten - Qualität und Fairness der Praktika soll weiter verbessert werden

BOZEN (LPA). Eine qualitative Auswertung von über 2.000 Kommentaren zu Praktika, die in den Jahren 2011 bis 2024 in Südtirol absolviert wurden, zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Sektoren. Auch könnten daraus wichtige Schlüsse für die anstehende sozialpartnerschaftliche Neuordnung der Praktikumsregelungen gezogen werden, betont der Arbeitsmarktservice (AMS).

Im Juli wurden in den Arbeitsmarkt-News die Daten zur Zufriedenheit von Jugendlichen mit den Sommerpraktika in den Jahren 2023 und 2024 analysiert und  vorgestellt. Aufbauend auf diese Erkenntnisse beschäftigen sich die Arbeitsmarkt-News im Monat August mit einer tiefergehenden, KI-gestützten Auswertung von 2.000 Kommentaren, die Jugendliche zu ihrer Praktikumszeit (zwischen 2011 und 2022) abgegeben haben. Diese bestätigen ein polarisiertes Bild: Zahlreichen sehr positiven Rückmeldungen stehen Kommentare über Praktika gegenüber, die als unfair empfunden werden.

Praktika: Qualität und Fairness weiter verbessern

Dass Praktika kein Arbeitsverhältnis sind, bei dem Leistung gegen Lohn getauscht wird, sondern sich durch ihre Orientierungsfunktion auszeichnen müssen, untermauert auch die Analyse in den Arbeitsmarkt-News: "Sommerpraktika sind eine entscheidende Brücke zwischen Schule und Arbeitswelt, eine wesentliche Maßnahme der aktiven Arbeitsmarktpolitik, die für uns sehr wichtig ist“, erklärt Landesrätin Magdalena Amhof. Die Rückmeldungen der Jugendlichen seien eine wertvolle Grundlage für das Sozialpartnerabkommen, das derzeit ausgearbeitet wird. Ziel sei es, die Qualität und Fairness der Praktika in Südtirol weiter zu verbessern.

Inhaltlich hebt die Analyse hervor, dass sich die Argumentation der Jugendlichen seit 2011 von der empfundenen Diskrepanz zwischen Leistung und Taschengeld hin zum stärkeren Vergleich mit dem Ausland und der Gefahr der Abwanderung entwickelt habe. Was die Branchen betrifft, zeige sich die Polarisierung im Gastgewerbe deutlich, gefolgt von Handel und Handwerk sowie Industrie. 

"Die Daten bestätigen, was unsere Ämter in der Praxis sehen: Die Qualität der Betreuung des Praktikanten oder der Praktikantin im Betrieb ist und bleibt der entscheidende Faktor, ob ein Praktikum zu einer wertvollen Erfahrung wird oder ein Reputationsschaden für den Betrieb, die Branche oder gar Südtirol entsteht", erklärt Stefan Luther, der Direktor des Arbeitsmarktservice. Ein gutes Praktikum sei für Betriebe in Zeiten des Arbeitskräftemangels das beste Rekrutierungsinstrument. "Junge Menschen bleiben dort, wo sie Wertschätzung erfahren", betont Luther. 

Die Arbeitsmarkt-News August 2025 mit den Ergebnissen im Detail sind auf dem Landeswebportal unter Publikationen des Arbeitsmarktservice abrufbar.

LPA/red/pir