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15 Südtiroler Gemeinden starten 2026 mit dem Jugendhaushalt Turbo

Budget im Gemeindehaushalt ist für Umsetzung junger Ideen reserviert – Ideensammlung läuft bis Ende Februar – Landesrat Achammer: "Fördern damit Mitbestimmung, politische Bildung und Demokratie"

BOZEN (LPA). Durchschnittlich 30.000 Euro stellen 15 Südtiroler Gemeinden in diesem Jahr speziell für Projekte für junge Menschen zur Verfügung. Von jenen 35 Gemeinden, die sich über das Projekt Jugendhaushalt informiert haben, beteiligen sich Algund, Eppan, Gargazon, Kaltern, Kastelruth, Kiens, Kurtatsch, Neumarkt, Olang, Ritten, Schluderns, St. Martin i. Passeier, Terlan, Vahrn und Welsberg-Taisten bereits in diesem Jahr an Turbo. Ideen für den Jugendhaushalt können ab sofort online unter www.turbogemeinde.it bis Ende Februar eingereicht werden.

Das Projekt sei mit einer simplen Idee gestartet, zeige aber jetzt bereits große Wirkung, hob Jugendlandesrat Philipp Achammer bei einer Pressekonferenz am 7. Jänner in Bozen hervor: "Die Gemeindeebene ist der Keim der Demokratie, dort ergeben sich beste Gelegenheiten vor allem für junge Menschen eigene Ideen einzureichen und für diese zu kämpfen. Wenn die Jugend einbezogen wird, stärken wir damit nicht nur die Mitbestimmung sondern auch die politische Bildung und die Demokratie als Ganze", hob der Landesrat hervor. Das Projekt Jugendhaushalt sei darum auch ein "Lernprozess für die Gemeinden und für die Politik insgesamt, weil wir damit lernen können bzw. müssen, wie Mitgestaltung künftig anders passieren muss, um Menschen zu erreichen, bevor sie sich vom System der Demokratie abwenden", unterstrich Achammer.

Dass Jugendliche aktiv mitgestalten wollen, unterstrichen Anna Maria Gamper und Justin Lang vom Jugendbeirat der Gemeinde Algund: "Der Jugendhaushalt ist eine tolle Chance, sich aktiv zu beteiligen und Projekte umzusetzen", hob Gamper hervor und Lang ergänzte: "Wir wollen und müssen diese Chance ergreifen und sind sehr froh darüber, dass sich unsere Gemeinde am Projekt beteiligt. Denn die Jugend will mitreden!“ Algund stellt 30.000 Euro für die Umsetzung von Projekten zur Verfügung. Florian Pallua, Koordinator der Fachstelle Jugend im Forum Prävention, bezeichnete das Projekt als „einen Prozess, um das Bewusstsein in den Gemeinden und in der Politik zu ändern". Denn jung sein sei in Südtirol auch mit Herausforderungen verbunden. Diese könne man nur gemeinsam meistern: "Wir müssen noch stärker als bisher eine Mitgestaltungskultur schaffen, sodass möglichst viele Ideen, die dem Gemeinwohl zugutekommen, eingereicht und einige davon, die mehrheitlich von jungen Menschen befürwortet werden, auch umgesetzt werden." Das rege Interesse vonseiten der Gemeindevertretungen und der Politik freue ihn daher sehr, denn es zeige, dass auch von politischer Seite das Interesse an der Jugend und deren Anliegen vorhanden sei. "Unsere große Herausforderung liegt nun darin, das positive Bemühen der lokalen Entscheidungsträger umzumünzen, damit Chancen ankommen und wahrgenommen werden", sagte Achammer. 

Bis 28. Februar können online von Gruppen, Vereinen, Einzelpersonen, Schulklassen und allen Interessierten Ideen eingereicht werden, die das Leben der jungen Menschen vor Ort verbessern sollen. Im ersten Schritt braucht es nur eine kurze Beschreibung der Idee, ein Titelbild und Kontaktdaten. Nach dem Abschicken meldet sich das Team Turbo des Forum Prävention, bespricht die Idee gemeinsam mit den Einreichenden und nach einer kurzen Prüfung wird sie auf der Webseite veröffentlicht.

LPA/ck