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Notfallplan Infektionskrankheiten: Landesregierung steckt Rahmen ab
Für den Umgang mit hochansteckenden und lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten wird ein Notfallplan ausgearbeitet - Landesregierung genehmigt Rahmen dafür
BOZEN (LPA). Ob Ebola, Marburgvirus oder Lungenpest: Beim Auftreten bestimmter Infektionskrankheiten ist höchste Vorsicht geboten. Die Landesregierung hat daher in ihrer Sitzung vom 30. Januar den Rahmen für einen neuen Notfallplan für hochansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheiten genehmigt. Das Dokument definiert, welche konkreten Schritte in Südtirols Krankenhäusern und Arztpraxen zu setzen sind, sobald eine entsprechende Diagnose gestellt wird. Es geht dabei darum, einzelne Fälle bestmöglich zu behandeln und insbesondere die Einschleppung größerer Ausbrüche oder Epidemien zu verhindern.
"Wird eine Person mit einer hochansteckenden und lebensbedrohlichen Viruserkrankung diagnostiziert, tritt ein klar vorab definierter Ablauf in Kraft. Dieser ermöglicht es uns, Betroffene optimal zu versorgen und gleichzeitig das zuständige medizinische Personal sowie die Menschen in Südtirol bestmöglich zu schützen", erklärt Hubert Messner, der Landesrat für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit.
Besonders kritisch seien Erkrankungen, die akut verlaufen, mit einer hohen Sterblichkeitsrate verbunden sind und für die weder wirksame Präventionsmaßnahmen noch Behandlungen existieren. Viele dieser Krankheiten übertragen sich über die Luft oder durch Tröpfcheninfektion und können sich dadurch rasch ausbreiten. "In solchen Fällen ist entschlossenes und sofortiges Handeln von größter Bedeutung", betont Messner.
Das neue Rahmenwerk ersetzt den bisherigen Notfallplan zur Bewältigung möglicher Ebola-Fälle von 2015. Es erweitert ihn um klare Vorgaben für eine Reihe weiterer hochansteckender Infektionskrankheiten. In den kommenden Monaten wird das Rahmenwerk durch detaillierte Prozessbeschreibungen ergänzt, etwa zu Laborabläufen oder dem sicheren Transport erkrankter Personen. Diese operativen Vorgaben werden derzeit vom Südtiroler Sanitätsbetrieb ausgearbeitet. Der Plan entstand in enger Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen des Südtiroler Sanitätsbetriebes und des Landes Südtirol.
LPA/red/san


