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Psychologische Betreuung in Südtirol: Breiter Ausbau geplant

Land baut psychologische Unterstützung aus – Mehr Angebote für Erwachsene landesweit sowie Kinder und Jugendliche in Schulen

BOZEN (LPA). Psychische Gesundheit ist ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsversorgung und der Prävention. Das Gesundheitsressort setzt derzeit ein umfassendes Konzept um, um die Betreuung der Menschen in Südtirol bei psychischen Erkrankungen deutlich auszubauen. Geplant sind neben den umfassenden Maßnahmen, die im Rahmen der Prävention vorgesehen sind, insbesondere zwei Schritte: die Stärkung der Angebote für Erwachsene und eine verstärkte psychologische Unterstützung für Kinder und Jugendliche im schulischen Umfeld.

"Kinder und Jugendliche stehen zunehmend unter seelischem Druck", erklärt Landesrat für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit Hubert Messner. "Eine Studie des Instituts für Allgemeinmedizin aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass fast 40 Prozent der jungen Menschen Hinweise auf psychische Belastungen aufweisen. Diese Entwicklung bereitet mir große Sorge. Daher bauen wir gemeinsam mit den Verantwortlichen der Schulwelt das Angebot an Schulpsychologen aus." An Südtirols Schulen werden die Stellen für Schulpsychologinnen und Schulpsychologen verdoppelt, die entsprechenden Aufnahmeverfahren stehen kurz vor dem Abschluss. Die Schulpsychologen fungieren als erste Anlaufstelle für Jugendliche, aber auch Lehrpersonen und Eltern und unterstützen bei psychischen Auffälligkeiten.

Auch für Erwachsene soll das psychologische Angebot demnächst deutlich erweitert werden. Künftig sollen eigene Psychologinnen und Psychologen Beratung und Betreuung in den neuen Gemeinschaftshäusern anbieten. Gemeinschaftshäuser bilden als ausgebaute Sprengelstrukturen ein wohnortnahes Betreuungsnetz und sind für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich. Der erste Zugang kann auch direkt ohne ärztliche Verschreibung erfolgen. "Die Gemeinschaftshäuser bieten einen niedrigschwelligen Zugang zu interdisziplinärer und fachlich qualifizierter Unterstützung. Die Einbettung der Basispsychologie in diese Strukturen bringt zahlreiche Vorteile", erklärt Landesrat Messner.

"Wir haben das Konzept zur Basispsychologie zusammen mit den beteiligten Diensten und Berufsgruppen ausgearbeitet. Zentral ist dabei, die neuen Angebote in das bestehende Netzwerk Psychische Gesundheit des Südtiroler Sanitätsbetriebes sowie der Familienberatungsstellen einzubauen." Der Auftrag, die Basispsychologie als Angebot in die neuen Gemeinschaftshäuser zu integrieren, ist bereits an den Sanitätsbetrieb ergangen, so Messner. "Damit schaffen wir die Voraussetzungen für ein umfassendes und strukturell nachhaltiges Modell für eine niederschwellige psychologische Grundbetreuung in allen Landesteilen", sagt der Landesrat.

LPA/red/san