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Italienische Schule: Fokus auf sozial-emotionale Kompetenzen
Sozial-emotionale Kompetenzen werden in Rahmenrichtlinien der italienischen Schulen aufgenommen - Es solle einen gemeinsamen Rahmen für alle Schulen geben, betont Galateo bei einer Tagung in Bozen
BOZEN (LPA). Sozial-emotionale Kompetenzen finden nun Eingang in die Rahmenrichtlinien der italienischen Schule. Diese Neuerung ist Thema bei einer Tagung am 11. Februar in der Eurac in Bozen gewesen. Im Mittelpunkt standen verschiedene Fragen wie etwa: Was sind transversale Kompetenzen? Wie können Schülerinnen und Schüler in der Entwicklung dieser Fähigkeiten unterstützt werden? Welche Bildungswege, didaktischen Methoden oder Strategien können das Wohlbefinden in der Schule und den Aufbau positiver Beziehungen fördern?
"Nachdem die Bedeutung dieser Kompetenzen durch ein Gesetz und durch ihre Aufnahme in die Rahmenrichtlinien offiziell anerkannt worden ist, ist nun der Zeitpunkt gekommen, dass sich das Schulsystem abstimmt und einen gemeinsamen Rahmen schafft, damit in allen Schulen in dieselbe Richtung gearbeitet wird, und zwar mit ähnlichen Instrumenten", sagte der italienische Bildungslandesrat Marco Galateo.
Hauptschulamtsleiter Vincenzo Gullotta betonte, dass jene Menschen, die im persönlichen, akademischen oder beruflichen Bereich erfolgreich sind, neben ihrem Fachwissen auch bereichsübergreifende Kompetenzen entwickelt haben. "In der Schulgemeinschaft zu leben und Kompetenzen wie eine strukturierte Arbeitsweise, die Fähigkeit zur Zusammenarbeit im Team, das Einhalten von Fristen, den konstruktiven Umgang mit Diskussionen und Konflikten, Empathie, Zuhören, Akzeptanz anderer, die Achtung gemeinsamer Regeln sowie Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu erwerben, ist im schulischen Kontext von zentraler Bedeutung", sagte Gullotta.
Der Direktor der Auswertungsstelle des italienischen Bildungsministeriums Damiano Previtali, der Dozent am Departement für Wirtschaftsingenieurwesen des Polytechnikums Mailand Tommaso Agasisti, die Dekanin der Fakultät für Bildungswissenschaften Antonella Brighi, die Schuldirektorin Francesca Maganzi, Demis Basso, Dozent an der Freien Universität Bozen sowie Dina Iannotti, Doktorandin an derselben Universität, traten miteinander in einen Dialog zum Thema.
Das italienische Bildungsressort werde das Schulpersonal weiterhin mit Fortbildungskursen, Arbeitsgesprächen und weiteren Materialien wie Leitlinien auf diesem Weg unterstützen, kündigte Galateo an. "Wir sind überzeugt, dass dieses Schulmodell einen Unterschied für die Zukunft der Schülerinnen und Schüler machen wird, und wir sind bereit, diesen Wandel zu begleiten", betonte der Landesrat.
Moderiert wurde die Veranstaltung vom Leiter des Rai-Standorts Bozen Paolo Mazzucato.
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