Aktuelles
Das neue Bürgernetz myCIVIS: Bürgernah, intelligent und proaktiv
Seit dem 24. Februar ist das Portal der öffentlichen Verwaltung Südtirols rundum erneuert - Die moderne Service-Plattform wurde in der Eurac vorgestellt
BOZEN (LPA). Das Bürgerportal myCIVIS hat einen wichtigen Entwicklungsschritt hingelegt: Das Webportal ist vom reinen Informationsdienst zu einem proaktiven digitalen Assistenten geworden. Mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz möchte das Land den Zugang zu öffentlichen Diensten erleichtern, wohl wissend, dass ein solcher Umstellungsprozess Zeit und Geduld erfordert. Landeshauptmann Arno Kompatscher, Generaldirektor Alexander Steiner, Josef T. Hofer, der Direktor der Abteilung Informatik und sein Team sowie Stefan Gasslitter, der Generaldirektor der Südtiroler Informatik AG (SIAG), haben alle Neuheiten am 24. Februar im Rahmen einer Pressekonferenz in der Eurac vorgestellt.
Über dem gesamten Leitprojekt Simply Digital steht ein Grundgedanke: Wie kann die öffentliche Verwaltung noch näher zu den Bürgerinnen und Bürgern kommen und diese in den Mittelpunkt rücken? "Dazu ist ein Paradigmenwechsel nötig. Bisher haben wir verlangt, dass alle die öffentliche Verwaltung kennen. Mit myCIVIS kehren wir diese Logik um: Die Verwaltung passt sich den Bedürfnissen der Bevölkerung an", betonte Alexander Steiner, der Generaldirektor des Landes Südtirol. Die Bürgerinnen und Bürger müssen nicht mehr wissen, welche Abteilung für ihr Anliegen zuständig ist, sondern können sich in natürlicher Sprache für alle Belange an einen einzigen Zugangspunkt wenden, an dem 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche Unterstützung geboten wird.
Josef T. Hofer, der Direktor der Agentur für ein digitales Südtirol (ADAS) und Direktor der Abteilung Informatik, ging dann auf die Strategie ein, die hinter dem über den Aufbau- und Resilienzfonds PNRR finanzierten Projekt steht. "Herzstück des Online-Services ist ein virtueller Assistent. Er deckt bereits viele Standardfragen ab. Wir sind uns aber bewusst, dass die Technik in der Anfangsphase nicht jede Anfrage sofort lösen kann. Deshalb ist das System mehrstufig aufgebaut. Kann der virtuelle Assistent nicht helfen, stehen dem Nutzenden zahlreiche weitere Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung: über Telefon, E-Mail, WhatsApp, Chat oder in den physischen Digipoints vor Ort in den Gemeinden", schilderte Hofer.
Anschließend führte Francesca Visconti, stellvertretend für das Team des Leitprojekts Simply Digital, das neue Web-Portal vor und ging auf ein noch personalisierteres myCIVIS-Erlebnis ein, das möglich ist, wenn sich der Besucher einloggt. "Innerhalb des persönlichen Bereichs finden die Nutzer und Nutzerinnen Vorschläge für Dienste, die von Interesse sein könnten, sie können den Bearbeitungsstatus von Anfragen einsehen und die Plattform wird auf diese Weise zu einer digitalen Anlaufstelle für die Beziehungen mit der öffentlichen Verwaltung", schildert Visconti. Schließlich wies die Fachfrau noch darauf hin, dass das Feedback, also die Rückmeldung von Seiten der Nutzenden, ausdrücklich erwünscht sei, um das Web-Portal und die Online-Dienste ständig verbessern zu können.
Stefan Gasslitter, der Generaldirektor der Südtiroler Informatik AG (SIAG), ging dann auf die technische Entwicklung ein: "Schon in der Pilotphase hat sich gezeigt, dass die Lösungsquote der KI kontinuierlich gesteigert werden konnte. Es handelt sich um ein lernendes System. Wir erwarten keine Perfektion ab dem ersten Tag, sondern eine ständige Optimierung, auch dank des Feedbacks der Nutzerinnen und Nutzer. In Zukunft wird myCIVIS nicht nur Antworten geben, sondern Bedürfnisse antizipieren, zum Beispiel indem es Nutzende auf die Möglichkeit von Beitragsgesuchen aufmerksam macht, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt", stellte Gasslitter in Aussicht.
Landeshauptmann Kompatscher hob hervor, dass der digitale Weg eine Erleichterung sein soll, aber keine Barriere werden dürfe. „Uns ist bewusst, dass der digitale Wandel für viele eine Umstellung bedeutet. Deshalb investieren wir parallel in die Digipoints vor Ort in den Gemeinden." Wer Unterstützung benötige oder den persönlichen Kontakt bevorzuge, finde dort weiterhin konkrete Hilfe.
Das neue Bürgerportal myCIVIS ist ab sofort auf der Homepage abrufbar.
LPA/pir


