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Persönliche Assistenz wird weiter gestärkt

Seit Anfang Jänner werden höhere Beträge für die Leistung "Selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe" ausbezahlt – Förderung der Selbstständigkeit im Fokus

BOZEN (LPA). Derzeit erhalten 18 Menschen in Südtirol die Leistung "Selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe". Damit können Menschen mit Behinderungen Assistenzleistungen begleichen, den sie beim Wohnen außerhalb der Herkunftsfamilie benötigen. Im Jahr 2025 wurde im Durchschnitt eine finanzielle Leistung in der Höhe von 23.500 Euro ausbezahlt, insgesamt wurden über 423.000 Euro bereitgestellt. Der jeweils ausbezahlte Betrag ist individuell unterschiedlich, da dieser basierend auf einem Jahresbetrag aufgrund der anerkannten Pflegestufe, einem Jahresbetrag bei Bedarf einer 24-Stunden-Anwesenheit einer Assistenzperson, einem Jahresbetrag bei Bedarf einer aktiven Nachtwache und einem Jahresbetrag zur Deckung von Ausgaben für externe Unterstützung bei der Planung und Organisation der Assistenz berechnet wird. Im Dezember hatte die Landesregierung eine Anpassung des Betrages gutgeheißen, um damit unter andrem der Inflation Rechnung zu tragen und die tatsächliche Kaufkraft zu sichern (LPA hat berichtet).

"Durch eine Erhöhung des Betrages von Amtswegen wurde die Leistung 'Selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe' für die Empfängerinnen und Empfänger zeitnah und unbürokratisch angepasst", sagt Soziallandesrätin Rosmarie Pamer. Zudem wolle man den Bereich der Persönlichen Assistenz weiter ausbauen, um Teilhabe und Inklusion für alle und im Alltag zu ermöglichen. Ein wesentlicher Bestandteil davon ist die Umsetzung des Projekts "selAvì – selbstbestimmt Leben / vita indipendente". Erarbeitet wurde dieses von Kolping Südtirol gemeinsam mit der Genossenschaft Promos und dem Landesamt für Menschen mit Behinderungen, finanziert wird es durch den ESF+Fonds mit fast 500.000 Euro. Ziel des Projektes, das im März 2026 seine Tätigkeit beginnen wird, ist der Aufbau einer zentralen Koordinierungs- und Anlaufstelle, um Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen umfassende Informationen, Beratung und Unterstützung im Bereich der Persönlichen Assistenz zu bieten. Neben individueller Begleitung und Beratung ist im Projekt auch eine Peer-Evaluation sowie die aktive Einbindung von Menschen mit Behinderungen in sämtlichen Projektphasen vor. "Wir wollen mit gezielten Informationen, Sensibilisierung und Vernetzung den Zugang zur Persönlichen Assistenz verbessern und damit den Anteil der Menschen, die diese Leistung nutzen, weiter erhöhen. Denn Teilhabe und Inklusion dürfen in unserer Gesellschaft keine Worthülsen sein, sondern müssen täglich mit Leben gefüllt werden", ist Landesrätin Pamer überzeugt.

LPA/ck