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Risk Report als Basis des Risikomanagements

Landeswarnzentrum in Agentur für Bevölkerungsschutz legt hydrogeologische Risikoanalyse in Südtirol vor - Rund 29 Prozent der Südtiroler Bevölkerung leben in Zonen mit hydrogeologischen Gefahren

BOZEN (LPA). Hydrogeologische Risiken ergeben sich, wenn Naturgefahren wie zum Beispiel Überschwemmungen, Murgänge, Steinschläge, Hangrutschungen oder Lawinen auf Infrastrukturen oder Gebäude treffen, die dabei mehr oder weniger beschädigt werden können. Die Präsenz von Menschen in Gefahrenzonen ist ein wesentlicher Faktor bei der Risikobewertung. Die fortschreitende Aufnahme der hydrogeologischen Gefährdung, die mit den Gefahrenzonenplänen realisiert wird, ermöglicht die Durchführung von Risikoanalysen. Dafür werden Informationen über die Gefährdung durch Wassergefahren, Massenbewegungen und Lawinen mit Informationen über das Schadenspotential verknüpft.

"Südtirol ist ein Gebiet, das seit jeher von Naturereignissen wie Massenbewegungen, Überschwemmungen, Murgängen und Lawinen bedroht wird", unterstreicht der Direktor Agentur für Bevölkerungsschutz Klaus Unterweger: "Die hydrogeologische Risikoanalyse zielt darauf ab, das Ausmaß und die territoriale Verteilung potenzieller Schäden durch Naturgefahren abzuschätzen. Die Analyse zeigt, dass rund 145.500 Menschen - das sind 29 Prozent der Südtiroler Bevölkerung - in Zonen mit hydrogeologischen Gefahren leben."

Von diesen 29 Prozent lebt ein Anteil von 2 Prozent in Zonen mit sehr hoher Gefahr (rote Gefahrenzonen), die restlichen 27 Prozent verteilen sich auf Zonen mit hoher Gefahr (blaue Gefahrenzonen) und mittlerer Gefahr (gelbe Gefahrenzonen). Die meisten sind dabei von Wassergefahren betroffen: 126.200 Personen leben in Zonen mit Wassergefahren, 14.097 Menschen in Gefahrenzonen mit Massenbewegungen und 4160 in Zonen mit Lawinengefahr.

"Im nun vorliegenden Risk Report liegt auch ein Überblick über die Gefahrenzonenpläne vor, die vor bald 20 Jahren in Südtirol eingeführt wurden", erklärt der Direktor des Landeswarnzentrums Willigis Gallmetzer: "Bis Ende vergangenen Jahres lagen 104 genehmigte Pläne vor, die 90 Prozent der Südtiroler Gemeinden und 93 Prozent der ansässigen Bevölkerung abdecken. Sechs Gefahrenzonenpläne befinden sich derzeit in der Genehmigungsphase und sechs in der fachlichen Prüfung. Die Gefahrenzonenpläne sind das Werkzeug, das die Grundlage für Strategien und Maßnahmen zur Reduzierung und Bewältigung hydrogeologischer Risiken bildet."

LPA/mac