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Südtirol Guest Pass: bestes europäisches Mobilitätsprojekt
Auszeichnung "Mobility Action Award" der Europäischen Kommission für das Südtiroler Modell der touristischen Mobilität – bestes Projekt unter 960 Einreichungen
BOZEN/BRÜSSEL (LPA). Der Südtirol Guest Pass ist im Rahmen der "Mobility Action Awards 2025" der Europäischen Kommission als bestes europäisches Mobilitätsprojekt ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand am 17. März in Brüssel im Zuge der "European Mobility Week" statt. Zuvor war das Projekt unter die drei besten von insgesamt 960 Einreichungen gewählt worden.
Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider zeigt sich erfreut: "Hinter diesem Erfolg steckt die Arbeit vieler Menschen. Dass unser Projekt unter mehr als 900 Einreichungen den ersten Platz erreicht hat, macht uns stolz. Ein gut in das touristische Angebot integrierter öffentlicher Verkehr verändert die Mobilität in Südtirol nachhaltig."
Die Initiative des Landes Südtirol erleichtert Gästen die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und trägt dazu bei, den Individualverkehr sowie dessen Auswirkungen auf Umwelt und Straßen zu reduzieren. Das Projekt wurde vor allem für seinen innovativen Ansatz ausgezeichnet: Öffentliche Mobilität ist direkt Teil des touristischen Angebots. Gäste, die in einer Unterkunft in Südtirol übernachten, erhalten automatisch einen digitalen Pass. Damit können sie während ihres gesamten Aufenthalts Busse, Regionalzüge und weitere öffentliche Verkehrsmittel nutzen.
Eine internationale Jury aus Fachleuten für Mobilität und Verkehr wählte die drei besten Projekte aus den 960 Einreichungen aus und kürte den Südtirol Guest Pass schließlich zum Sieger. Das System beseitigt viele typische Hürden: Fahrgäste müssen keine Tarife recherchieren, keine Einzelfahrscheine kaufen und nicht an Schaltern oder Automaten warten.
Der Südtirol Guest Pass sorgt zudem für eine bessere Auslastung des öffentlichen Verkehrs. Während zu Stoßzeiten vor allem Pendlerinnen und Pendler und Schülerinnen und Schüler unterwegs sind, nutzen Gäste verstärkt die ruhigeren Tageszeiten. So wird das Angebot insgesamt effizienter genutzt. Südtirol gehört damit zu den ersten Regionen Europas, die das gesamte öffentliche Verkehrsangebot in ein touristisches Produkt integriert haben.
Kostenlos für Gäste, aber wirtschaftlich relevant: Der Pass liefert rund ein Drittel der Ticketeinnahmen
Finanziert wird das System über einen Mobilitätsbeitrag pro Gast und Übernachtung. Die Einnahmen daraus belaufen sich inzwischen auf rund 20 Millionen Euro jährlich – etwa ein Drittel der gesamten Ticketeinnahmen im öffentlichen Verkehr Südtirols. Diese Mittel werden wieder in den Ausbau und die Verbesserung des Angebots investiert.
"Wir haben immer an dieses Projekt geglaubt, weil es konkret zur Förderung des öffentlichen Verkehrs beiträgt. Es ist eine gemeinsame Initiative von privaten Partnern und öffentlicher Hand. Das war eine Herausforderung, zugleich aber auch eine Garantie für das gute Funktionieren des Projekts", betont Mobilitätslandesrat Alfreider und ergänzt: "Diese Auszeichnung zeigt, dass der von Südtirol eingeschlagene Weg in der nachhaltigen Mobilität der richtige ist. Ein besonderer Dank gilt den Projektpartnern MOKO, IDM Südtirol, HGV und STA sowie allen Tourismusorganisationen und Betrieben, die dazu beigetragen haben, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen."
Die Auszeichnung bestätigt den Südtirol Guest Pass als Best Practice für nachhaltige touristische Mobilität und als Vorbild für zahlreiche andere Regionen.
LPA/gm/kat


