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Vinschger Bahn: Elektrifizierung geht in die abschließende Phase
Komplexer Eingriff - Vinschger Bahn wird elektrifiziert und in das europäische Bahnnetz integriert - Wiederaufnahme des Bahnverkehrs erfolgt schrittweise, Busse bleiben vorerst aufrecht
SCHLANDERS (LPA). Die Elektrifizierung der Vinschger Bahn befindet sich in der abschließenden Phase. In Schlanders fand am 19. März ein Treffen mit der Bezirksgemeinschaft und den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern des Vinschgaus statt, um über den Stand der Arbeiten und die nächsten Schritte zu informieren.
Seit ihrer Wiedereröffnung im Jahr 2005 verzeichnet die Vinschger Bahn rund zwei Millionen Fahrgäste pro Jahr. "Die Vinschger Bahn ist ein unverzichtbares Verkehrsmittel für Pendlerinnen und Pendler sowie Schülerinnen und Schüler. Die Elektrifizierung stellt einen zentralen Schritt dar, um die Bahn als Rückgrat einer leistungsfähigen Mobilität weiter zu stärken", betonte der Landesrat für Infrastrukturen und Mobilität Daniel Alfreider. "Es handelt sich um eines der anspruchsvollsten Infrastrukturprojekte für die öffentliche Mobilität in Südtirol."
Das Projekt umfasst zahlreiche Maßnahmen entlang der gesamten Strecke: verlängerte Bahnsteige, neue Unterführungen und Haltestellen, Anpassungen an den Bahnhöfen, ein neues Umspannwerk, rund 1.500 Oberleitungsmasten sowie die vollständige Erneuerung der Signalanlage mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS Level 2 und dem Kommunikationssystem GSM R. "Es wurde ein umfassendes neues System aufgebaut, wodurch das Projekt deutlich komplexer als vergleichbare Vorhaben wie jenes im Pustertal ist", erklärte Alfreider.
Mit der Einführung des europäischen Zugsicherungssystems ETCS (European Train Control System) sowie des Kommunikationssystems GSM-R ist die Vinschger Bahn nicht nur vollständig in das europäische Eisenbahnnetz integriert, sondern erreicht auch ein deutlich höheres Sicherheitsniveau. "Die hochmodernen Systeme ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung und Steuerung des Zugverkehrs in Echtzeit und tragen maßgeblich zur Erhöhung der Betriebssicherheit bei", so Alfreider. Künftig können Züge mit bis zu 130 Stundenkilometern verkehren und sowohl auf dem italienischen als auch auf dem österreichischen Streckennetz eingesetzt werden.
„Wir stehen vor Abschluss eines wirklich komplexen Eingriffs, der weit über eine reine Erneuerung hinausgeht. Im Vinschgau bauen wir ein gesamtes System neu auf. Genau deshalb gehen wir schrittweise vor und stellen gleichzeitig sicher, dass die Verbindungen für die Bevölkerung jederzeit gewährleistet sind, auch durch Ersatzverkehre mit Bussen“, betont Mobilitäts- und Infrastrukturlandesrat Alfreider.
Die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs erfolgt schrittweise. In einer ersten Phase bleibt der Schienenersatzverkehr mit Bussen auf der Linie B250 aufrecht, parallel dazu wird der Zugbetrieb auf Teilstrecken schrittweise wieder aufgenommen, bis der reguläre Betrieb vollständig hergestellt ist. Die Gesamtinvestition beträgt rund 85 Millionen Euro.
LPA/red/mpi


