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Neue Gesundheitshotline 116 117 startet im Bezirk Bozen
Landesregierung aktiviert zentrale Rufnummer für nicht dringende medizinische Anliegen - Ab Mai gibt es im Gesundheitsbezirk Bozen und Umgebung als Pilotprojekt die Gesundheitsrufnummer 116 117
BOZEN (LPA). Viele Menschen sind unsicher, an wen sie sich bei gesundheitlichen Problemen, die kein Notfall sind, wenden sollen. Genau hier setzt die neue einheitliche europäische Rufnummer 116 117 an. Ab Mai 2026 startet im Gesundheitsbezirk Bozen und Umgebung eine Testphase für die Rufnummer, die rund um die Uhr Orientierung bei nicht dringenden medizinischen Anliegen bietet. Dort beantworten eigens geschulte Mitarbeitende medizinische Fragen, nehmen eine erste Einschätzung der Beschwerden vor und sagen den Anrufenden, welche Versorgung im jeweiligen Fall die richtige ist: Hausärztin oder Hausarzt, das zuständige Gemeinschaftshaus oder auch sonstige Dienste und Angebote im Gesundheitswesen.
Die Landesregierung hat am 20. März das Projekt zur Aktivierung der zentralen Rufnummer genehmigt. "Mit der neuen zentralen Gesundheitsrufnummer 116 117 schaffen wir einen klaren und gut vernetzten Anlaufpunkt für alle nicht dringenden Anliegen, an dem den Patientinnen und Patienten schnell, unkompliziert und passend geholfen wird", betont Gesundheitslandesrat Hubert Messner. Die Rufnummer soll den Zugang zur geeigneten Gesundheitsversorgung vereinfachen und zugleich die Notaufnahme spürbar entlasten, sagt Messner.
Pilotprojekt im Bezirk Bozen: 24 Stunden, 7 Tagen pro Woche
Die Testphase für die neue Gesundheitsrufnummer umfasst das Gebiet des Gesundheitsbezirks Bozen und beginnt im Mai 2026. Das Modell soll nach Erprobung in Bozen schrittweise auf das gesamte Landesgebiet ausgeweitet werden.
Der Standort der neuen ersten Leitstelle befindet sich im Krankenhaus Bozen, wo ein 24-Stunden-Betrieb an sieben Tagen pro Woche vorgesehen ist. 14 Disponentinnen und Disponenten, die von Krankenpflege- und ärztlichem Personal unterstützt werden, betreiben die Leitstelle. Für die medizinische Ersteinschätzung der Anrufe bzw. die Beratung am Telefon stehen den eigens ausgebildeten Mitarbeitenden standardisierte Abläufe und IT-Werkzeuge zur Verfügung. Unklare Fälle werden an das Pflegepersonal, komplexe Fälle an den Arzt weitergeleitet.
Für das Jahr 2026 sind für das Projekt Investitionen von 1,9 Millionen Euro vorgesehen. Die Kosten trägt der Südtiroler Sanitätsbetrieb. Die entsprechenden Geldmittel wurden vom Land bereits bereitgestellt. Begleitet und dokumentiert wird die Testphase vom Landesamt für Gesundheitsbetreuung.
LPA/san


