Aktuelles

Bildung: Landesregierung beschließt Richtlinien für Gehaltserhöhung

Landesregierung gibt den Rahmen vor – Plus von durchschnittlich 400 Euro im Monat und Gehaltsannäherung zwischen Schulen des Landes und staatlicher Art

BOZEN (LPA). Der nächste Schritt ist gesetzt: Die Landesregierung hat am 20. März die Richtlinien für die Gehaltserhöhung im Bildungsbereich beschlossen. "Sie sind die Grundlage für die weiteren Verhandlungen mit den Gewerkschaften und die konkrete Umsetzung. Wir setzen auf eine deutliche, aber auch fair aufgeteilte Lohnerhöhung, die den Lehrberuf insgesamt attraktiver macht", erläuterte Personallandesrätin Magdalena Amhof, die die Richtlinien vorgeschlagen und gemeinsam mit den Bildungslandesräten Philipp Achammer, Marco Galateo und Daniel Alfreider in einer Pressekonferenz im Anschluss an die Regierungssitzung vorgestellt hat.

Mehr Geld für alle Beschäftigten im Bildungsbereich

Im Zentrum steht ein klares Ziel laut Koalitionsprogramm der Landesregierung: Beschäftigte im Bildungsbereich sollen spürbar mehr verdienen. Vorgesehen ist eine durchschnittliche Erhöhung von rund 400 Euro brutto pro Monat. Insgesamt stehen 110 Millionen Euro pro Jahr im Zeitraum 2026 bis 2028 bereit. 100 Millionen Euro pro Jahr fließen in die allgemeine Gehaltserhöhung und die Annäherung von Staats- und Landeslehrern. Am 20. März wurde festgelegt, nach welchen Kriterien diese Summe verteilt werden soll.

Einkommensschere berücksichtigen, Ausbildung honorieren

Für die Lehrpersonen der staatlichen Schulen ist eine Staffelung der Reallohnerhöhung nach Dienstaltersstufen geplant, aber innerhalb gewisser Grenzen. "Die Schere zwischen Neueinsteigern und langgedientem Personal darf nicht zu weit auseinanderklaffen", betonte Amhof. Eine stärkere Differenzierung soll es nur beim Personal ohne vollständige Zugangsvoraussetzungen zum Beruf geben.

Annäherung mit Fokus auf niedrigere Gehaltsstufen

Gleichzeitig sollen Gehaltsunterschiede zwischen den Lehrpersonen der Landesschulen und jenen der staatlichen Schulen schrittweise verringert werden, und zwar nach dem Prinzip: gleiche Leistung, gleiche Bezahlung. Diese Annäherung soll vorrangig für die niedrigeren Gehaltsstufen greifen. Der Grund: Nur im ersten Teil des Arbeitslebens ist der Jahresbruttolohn für Lehrpersonen im Staatsdienst niedriger. "Eine Aufwertung in dieser Form würde den Beruf zudem für jüngere Lehrer interessanter machen", betont Amhof.

Der gestiegenen Komplexität Rechnung tragen

Der deutsche Bildungslandesrat Achammer betonte, dass die Reallohnerhöhung ohne zusätzliche Mehrleistungen erfolge.  "Wir reagieren auf die gestiegenen Anforderungen im Bildungsbereich. Das ist ein wichtiger Schritt - weitere Maßnahmen werden folgen", sagte Achammer. Ein Teil der Mittel soll gezielt dort ankommen, wo bisher Leistungen nicht ausreichend abgegolten wurden. Darüber beraten die Gewerkschaften gemeinsam mit den Bildungsdirektionen an eigenen Verhandlungstischen.

Aufwertung der Bildungsarbeit im Visier

"Ich möchte mit Klarheit eine konkrete politische Entscheidung bekräftigen: die Wertschätzung für jene, die jeden Tag im Bildungs- und Ausbildungsbereich arbeiten. Frauen und Männer, die eine grundlegende Rolle für die Zukunft unserer Gemeinschaft spielen. Die Schule ist nicht nur ein Ort des Lernens: Sie ist der Raum, in dem Kompetenzen aufgebaut, verantwortungsbewusste Bürgerinnen und Bürger herangebildet und Chancen geschaffen werden", sagte der italienische Bildungslandesrat Galateo.

Die Landesregierung tritt geschlossen für die Maßnahme ein. "Gerade im ladinischen Bildungsbereich ist es entscheidend, Menschen aus dem Gebiet für den Lehrberuf zu motivieren, um das paritätische System langfristig zu sichern. Bildung ist die Basis unserer Gesellschaft. Eine angemessene und attraktive Bezahlung ist dafür ein wichtiger Schritt und zugleich ein Zeichen der Wertschätzung für diese verantwortungsvolle Arbeit", unterstrich der ladinische Bildungslandesrat Alfreider.

Nun muss an den Verhandlungstischen entschieden werden, wie es weitergeht. Ziel der Landesregierung ist es weiterhin, die Einigung mit den Gewerkschaften zeitnah zu erreichen und den Vorvertrag zu unterzeichnen, um die höheren Gehälter rückwirkend mit Anfang 2026 auszubezahlen


LPA/san/red