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Bioabfallkreislauf schließen: Erste Erfolge für Pilotprojekt
Erste Phase des Pilotprojekts zur Kompostierung von Gärresten in Südtirol erfolgreich – Finanzierung im Rahmen des Projekts "CORE"
BOZEN (LPA). In Südtirol werden 60 Prozent der Bioabfälle durch anaerobe Vergärung behandelt. Dabei entsteht ein halbfester Reststoff, der sogenannte Gärrest. "Derzeit werden die Gärreste außerhalb Südtirols entsorgt. Das bringt hohe Transportkosten und Emissionen mit sich“, erklärt Giulio Angelucci, Direktor des Landesamtes für Abfallwirtschaft in der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz.
Aus diesem Grund testet das Land Südtirol nachhaltigere Alternativen: Seit Anfang November 2025 läuft ein Pilotprojekt (LPA hat berichtet), das die Behandlung der Gärreste in Südtirol durch Co-Kompostierung mit Grünabfällen (Schnittgut, landwirtschaftliche und städtische Grünabfälle) zum Ziel hat. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen des europäischen Projekts "CORE". Am 20. März wurden die Ergebnisse der ersten Versuchsphase des Pilotprojekts in Bozen beim 7. Treffen mit den heimischen Abfallanlagenbetreibern und Stakeholdern präsentiert.
"Für Südtirol ist dieses Projekt von besonderer Bedeutung", betont der Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz Peter Brunner. "Mit der Schließung des Bioabfallkreislaufs auf Landesebene machen wir einen wichtigen Schritt hin zur Kreislaufwirtschaft."
Ziel ist die Herstellung von hochwertigem Kompost
Das Pilotprojekt begann im vergangenen November mit dem Aufsetzen von sechs experimentellen Kompostmieten, in denen Gärreste in unterschiedlichen Anteilen mit Grünabfällen vermischt wurden. Für den Kompostierungsprozess wurden zudem zwei verschiedene Häufigkeiten des Wendens der Komposte getestet. Die Haufen wurden in einer geschlossenen Halle von REM-TEC in Sinich angelegt. "Ziel war es, die effektivste Kombination aus Mischung und Wendehäufigkeit für die Herstellung von hochwertigem Kompost zu ermitteln", erklärt Amtsdirektor Angelucci. Der gesamte Prozess wurde durch tägliche Temperatur- und Gasmessungen der Kompostmieten, chemische Analysen sowie Messungen der Luft innerhalb und außerhalb der Halle überwacht, wobei besonderes Augenmerk auf Geruchsemissionen gelegt wurde.
"Die Ergebnisse der ersten Versuchsphase sind insgesamt positiv", betont Angelucci. "Die erhobenen Daten weisen auf eine korrekte Entwicklung der Kompostierung hin. Alle getesteten Mischungen erreichten über einen angemessenen Zeitraum von 10 bis 14 Tagen Temperaturen von über 55 Grad Celsius."
Das Treffen mit den Stakeholdern war auch eine Gelegenheit, die vorläufigen Ergebnisse der Analysen von Störstoffen und Mikroplastik in Komposten vorzustellen, die mit einer vom Biologischen Labor entwickelten Methode erhoben wurden.
Zweite Versuchsphase startet
Die zweite Phase des Pilotprojekts soll noch in diesem Jahr beginnen und sieht vor, die Gärreste zusammen mit Grünmaterial (Schnittgut, landwirtschaftliche und städtische Grünabfälle) sowie mit Restprodukten aus der Obstverarbeitung zu kompostieren. Das Pilotprojekt wird Ende 2026 abgeschlossen.
Weitere Informationen zum Projekt CORE finden sich auf dem Webportal des Landes Südtirol zum Thema Umwelt.
LPA/red/mpi


