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Digital-Europe-Ausschreibung: Treffen mit Minister Urso
Südtirol will am European Digital Innovation Hub festhalten
ROM (LPA). Abgestimmt mit Innovationslandesrat Philipp Achammer hat Landeshauptmann Arno Kompatscher Minister Adolfo Urso bei einem Treffen am 8. April in Rom ersucht, die Südtiroler Bewerbung für die EU-Ausschreibung Digital Europe zu unterstützen. Dabei soll das Ministerium die bisherigen Ergebnisse, die Besonderheiten des Standorts Südtirol und die Stärke des Projekts Digital Innovation South Tyrol berücksichtigen und den Zugang zu 50 Prozent EU-Finanzierung ermöglichen.
Die europäische Ausschreibung Digital Europe, die am 3. März ausgelaufen ist, sieht die Finanzierung der neuen European Digital Innovation Hubs (EDIH) für die kommenden drei Jahre vor. Die NOI AG hat eine Bewerbung eingereicht und dabei 15 Partner des Innovationsökosystems (Forschungseinrichtungen, Universitäten, Wirtschaftsverbände) eingebunden, mit dem Ziel, auch in den nächsten drei Jahren ein EDIH zu bleiben. Der Südtiroler EDIH wurde bereits 2022 von der Europäischen Kommission positiv bewertet (Seal of Excellence) und vom Ministerium für Unternehmen und Made in Italy mit Mitteln aus dem PNRR finanziert.
"Im Dreijahreszeitraum 2023–2025 hat der Hub 273 Dienstleistungen für 238 Unternehmen erbracht, über 95 Prozent des zugewiesenen Budgets eingesetzt und Kompetenzen im Bereich der künstlichen Intelligenz in den Sektoren Agrar- und Lebensmittelwirtschaft, Gebäude/Energie/Wasser, alpine Räume und verarbeitende Industrie vermittelt", erklärt Landesrat Achammer. "Unser EDIH ist der einzige zweisprachige Hub (Italienisch-Deutsch), gewährleistet eine natürliche Verbindung zum DACH-Raum (Deutschland–Österreich–Schweiz) und erfüllt somit nicht nur eine lokale, sondern auch eine nationale Funktion."
Ziel des Landes ist es, dass der EDIH auch im Zeitraum 2026–2029 aktiv bleibt, die Finanzierung im Rahmen von Digital Europe erhält und dabei dasselbe Partnerkonsortium sowie dasselbe Budget beibehält (4,7 Millionen Euro für 36 Monate, 50 Prozent EU-Mittel und 50 Prozent nationale/lokale Mittel). Das Wirtschaftsministeriumhat jedoch eine Rationalisierung des EDIH-Netzwerks angestoßen und die Südtiroler Bewerbung als "nicht im Einklang" mit der gesamtstaatlichen Strategie eingestuft.
"Im Gespräch mit Minister Urso habe ich betont, dass der Hub gut funktioniert und bereits konkrete Ergebnisse vorweisen kann. Besonders wichtig ist auch seine Zweisprachigkeit. Ich habe zudem aufgezeigt, welche Folgen eine vom Ministerium geforderte Zusammenlegung hätte – nämlich, dass Partner ausgeschlossen würden und weniger Mittel zur Verfügung stünden", erklärt Landeshauptmann Kompatscher. "Das würde die Rolle Italiens in einer für die Beziehungen zu Mitteleuropa wichtigen Region schwächen. Zwar erfolgt die Bewertung auf europäischer Ebene, doch nationale Vorgaben können dabei eine Rolle spielen. Deshalb habe ich den Minister ersucht, unsere Bewerbung nach ihren Ergebnissen sowie ihrer besonderen und strategischen Bedeutung zu bewerten."
LPA/mdg/pio


