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Landesregierung in den Bezirken 4/6: Waldbrandgefahr und Prävention

Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher berichtet über Waldbrandgefahr im Vinschgau und die Präventionsmaßnahmen des Landesforstdienstes

GOLDRAIN/LATSCH (LPA). Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher hat bei der Sitzung in Schloss Goldrain am 14. April über die Waldbrandgefahr im Vinschgau und die Präventionsmaßnahmen des Landesforstdienstes berichtet. Vor einem Jahr war es im Vinschgau zu zwei großen Waldbränden gekommen: dem Waldbrand in Latsch vom 6. bis zum 20. März 2025 und dem Waldbrand im Gebiet der Gemeinden Prad am Stilfserjoch und Stilfs vom 10. bis zum 24. April 2025. 

"Die zwei großen Waldbrände im Vinschgau im vergangenen Jahr waren ein klarer Auftrag zum Handeln", unterstricht Landesrat Walcher: "Wir haben rasch reagiert, indem wir die betroffenen Schutzwälder wieder stabilisiert und beschädigte Infrastrukturen wieder instandgesetzt haben. Jetzt geht es darum, die Voraussetzungen für einen wirksamen Waldbrandschutz in Abstimmung mit den Gemeinden und Freiwilligen Feuerwehren weiter zu stärken, damit im Ernstfall schnell gehandelt werden kann."

Die Mitarbeiter des Forstinspektorates Schlanders hatten umgehend mit den Aufräumarbeiten im Gelände begonnen, instabile Bäume gefällt, lose Steine entfernt, Wanderwege gesäubert und stark betroffene Schutzwaldbereiche mit Laubholz aufgeforstet. Die Waldbrandinfrastrukturen wurden gewartet und instandgesetzt, ebenso die Zufahrtsstraßen und Wanderwege.

Im Rahmen der mittelfristigen Maßnahmen ist ein kontinuierliches Monitoring der Restwaldbestände, der Verjüngung sowie der Entwicklung potentieller Schadinsekten vorgesehen, legte Landesrat Walcher dar: Die Umwandlung der Wälder in laubholzreiche Mischwälder soll gezielt gefördert werden, um die ökologische Stabilität zu erhöhen. Eine regelmäßige Waldpflege dient der Minderung des Waldbrandrisikos und trägt zum Erhalt gesunder Bestände bei. Zudem ist die Instandsetzung des Forstwegs über Ratschill als Notzufahrt vorgesehen, um im Ernstfall eine schnelle Erreichbarkeit zu gewährleisten. Der Ausbau des Löschbeckens Albl mit einer Zufahrt stellt eine wichtige Maßnahme zur Verbesserung der Löschwasserversorgung dar.

Die geplanten Arbeiten umfassen verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Waldbrandinfrastruktur. Wo notwendig, soll die bestehende Waldbrandinfrastruktur in enger Zusammenarbeit mit den Freiwilligen Feuerwehren, den Grundeigentümern und den Gemeinden weiter ausgebaut werden. Zudem ist vorgesehen, die vorhandenen Infrastrukturen dort, wo es möglich ist, so anzupassen, dass ihre Funktionsfähigkeit auch im Winter und Frühjahr gewährleistet bleibt. 

Angesichts des steigenden Waldbrandrisikos muss zukünftig auch überlegt werden, in Gebieten, in denen bislang noch keine Infrastruktur notwendig war - wie beispielsweise am Nörderberg, den Nordhängen des Vinschgaus oder auch in höheren Lagen - eventuell entsprechende Waldbrandinfrastruktur zu errichten. Bei neuen Projekten, etwa im Bereich der Trinkwasserversorgung oder der Beregnung, sollen vermehrt Anschlüsse für die Feuerwehren eingeplant werden.

LPA/mac