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Landesregierung in den Bezirken 3/6: Nationalpark und Energie

Nationalpark Stilfserjoch und Energie waren Schwerpunkte der Sondersitzung der Landesregierung im Vinschgau – Investitionen in Besucherzentren - Einberufung eines landesweiten Energietisches

GOLDRAIN/LATSCH (LPA). Ein Gesprächsthema mit besonderer Bedeutung für den Vinschgau ist der Nationalpark Stilfserjoch bei der außerordentlichen Sitzung der Landesregierung auf Schloss Goldrain am 14. April gewesen. Wie Landesrat Peter Brunner, zuständig für den Nationalpark Stilfserjoch, bei der Pressekonferenz erklärte, müsse man die besondere Situation in Südtirol berücksichtigen. Viele Höfe und Betriebe liegen im Nationalpark. "Im Nationalparkplan und in der Nationalparkordnung  haben wir auf die Besonderheiten unseres Landes hingewiesen, wo sich der Nationalpark über zehn Gemeinden erstreckt, wobei zwei Gemeinden - Stilfs und Martell - zur Gänze im Gebiet des Nationalparks liegen. Und wir haben dargestellt, wie wichtig der Schutz des Gebietes, aber auch die wirtschaftliche Entwicklung ist, damit die Bürgerinnen und Bürger in den Parkgemeinden gut leben und wirtschaften können, und gleichzeitig die ökologischen Erfordernisse des Parks gewahrt bleiben", betonte Brunner. 

Der Plan für den Südtiroler Parkanteil liegt ebenso wie jener des Trentino zur Genehmigung beim Ministerium in Rom. Noch ausständig ist der Teil der Lombardei, da der Plan nur als gesamtheitliches Dokument genehmigt werden kann. "Um einen weiteren Stillstand zu vermeiden, sind wir mit Umweltminister Gilberto Pichetto Fratin im Austausch über eine vorgezogene Genehmigung mittels Ministerialdekret, um in Erwartung der Genehmigung des gesamten Parkplans punktuelle Eingriffe innerhalb des Parks durchführen zu können", berichtete Landesrat Brunner. Dafür sei auch bereits eine Erhebung der Kubaturen und des Erweiterungspotentials in den Gemeinden durchgeführt worden. Im Mai könne das Paket dem Minister vorgelegt werden.

Parallel dazu wolle sich das Land Unterstützung in Rom in Bezug auf die Genehmigung der Leitlinien des Nationalparks holen: "Die Leitlinien, die die Einheitlichkeit des Parks garantieren, sollen gemeinsam verabschiedet werden. Damit könnte der Weg frei werden, dass die Parkpläne für die jeweiligen Parkanteile getrennt genehmigt werden können und nicht mehr auf den Plan der Lombardei gewartet werden muss", erklärte Brunner die Strategie des Landes.

Investitionen in Besucherzentren

Besonderes Augenmerk gilt auch den geplanten Maßnahmen zur Stärkung der Infrastruktur des Nationalparks Stilfserjoch. Betroffen sind die Nationalparkhäuser - naturatrafoi in Trafoi, aquaprad in Prad am Stilfserjoch, avimundus in Schlanders, culturamartell in Martell und die Lahnersäge in Ulten -, von denen einige Modernisierungsbedarf aufweisen. Die Investitionen können jedoch von den Nationalparkgemeinden nicht selbst getragen werden. "Bei den Besucherzentren handelt es sich um wichtige Strukturen für die Besucherinformation und Umweltbildung, die die Besonderheiten und Ziele des Schutzgebietes einer breiten Öffentlichkeit vermitteln“, unterstrich Landesrat Brunner. "Aus diesem Grund gewährt die Landesregierung den Nationalparkgemeinden Investitionsbeiträge für die Erneuerung der Besucherzentren und stellt dafür über einen Mehrjahresplan jährlich 850.000 Euro an Finanzmitteln bereit. Davon profitieren auch die Ortschaften des Nationalparks und der nachhaltige Tourismus", sagte Brunner.

Landesweiter Energietisch im April geplant

Mit Bürgermeistern und Bezirksgemeinschaft gesprochen hat die Landesregierung auch über das Thema Energie. "Wir freuen uns, wieder den landesweiten Energietisch einzurichten. Er wird im April erstmals tagen. Dort werden wir auch über die Spielräume in der hydroelektrischen Nutzung diskutieren. Sobald erste Erkenntnisse dieses technischen Tisches vorliegen, werden wir uns anschauen, was im Vinschgau möglich ist." Potential gebe es etwa bei den Trinkwasserkraftwerken, wo es rechtliche Erleichterung für eine Doppelnutzung in einem gewissen Umfang geben soll. 

In Bezug auf die Neuausschreibung von sieben Großkraftwerken in Südtirol, deren Konzessionen Ende August 2025 verfallen sind (darunter jenes von Graun), betonte Landesrat Peter Brunner: "Wir bereiten derzeit alle Unterlagen vor. Bis Ende des Jahres soll auf Staatsebene klar sein, ob eine Neuausschreibung nötig ist oder doch eine Verlängerung erfolgen kann. Diese wäre über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren denkbar und würde jedenfalls mit bestimmten Leistungen zugunsten des Territoriums verbunden", führte Landesrat Brunner aus.

LPA/mpi