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Welttag der Arbeitssicherheit 2026: Psychische Gesundheit im Fokus
Anlässlich des Internationalen Tages für Arbeitssicherheit am 28. April lenkt Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof die Aufmerksamkeit auf das oft unterschätzte Thema der psychosozialen Belastungen
BOZEN (LPA). Während die klassische Arbeitssicherheit oft bei sichtbaren Gefahren ansetzt, rücken neueste Berichte der Internationalen Arbeitsorganisation ILO psychosoziale Risiken stärker in den Mittelpunkt. Stress, ständige Erreichbarkeit, die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust und die Verdichtung von Arbeitsprozessen führen demnach weltweit zu einem Anstieg von Erschöpfungszuständen und psychischen Erkrankungen.
"Ein moderner Arbeitsplatz darf die Mitarbeitenden nicht krank machen - weder körperlich noch seelisch", sagt Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof. Anlässlich des Internationalen Tages für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, der am 28. April stattfindet, erklärt die Landesrätin: "Der Schutz der mentalen Gesundheit am Arbeitsplatz ist ebenso wichtig wie die Vermeidung physischer Unfälle."
Die ILO-Leitlinien für 2026 machen klar, dass psychosoziale Risiken keine Privatsache, sondern eine Managementaufgabe sind. Es gehe darum, die Anzeichen von Überlastung frühzeitig zu erkennen und präventiv gegenzusteuern.
Prävention im digitalen Zeitalter
Insbesondere die Digitalisierung und neue Arbeitsformen (wie Remote Work) lassen die Grenzen zwischen Privatleben und Beruf verschwimmen. Dies erfordert neue Ansätze in der Gefährdungsbeurteilung. "Wir alle sind gefordert, eine Arbeitskultur zu schaffen, in der man über Belastungen sprechen kann, ohne stigmatisiert zu werden. Das Recht auf Nichterreichbarkeit und klare Pausenregelungen sind in einer digitalen Welt essenzielle Sicherheitsmaßnahmen", führt Amhof aus.
Aufruf an die Arbeitgeber: Risiken ernst nehmen
Psychosoziale Risikofaktoren liegen aber auch in der inhaltlichen Über- oder Unterforderung (beispielsweise mangelnde Sinnhaftigkeit oder unpassende Qualifikation), einer mangelhaften Arbeitsorganisation (etwa zu hoher Zeitdruck, unklare Rollen oder fehlende Unterstützung) sowie instabilen Rahmenbedingungen. Um dem entgegenzuwirken, sei laut Amhof jeder Arbeitgeber gefordert, auch psychosoziale Risiken systematisch zu erfassen und im Dialog mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Lösungen für eine gesunde Arbeitsatmosphäre zu finden.
"Ein sicherer Arbeitsplatz ist ein Grundrecht, für das wir uns jeden Tag aufs Neue einsetzen müssen. Dafür brauchen wir gemeinsam Verantwortung und den Mut, auch bewährte Strukturen immer wieder zu verbessern", schließt Landesrätin Amhof.
LPA/red/pir


