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Verbraucherschutz: Jahresbericht und neue Schwerpunkte vorgestellt

Verbraucherzentrale bilanziert 2025 mit Fokus auf Betrugsprävention, Plattformmärkte und Energie – Landesbeirat begleitet Maßnahmen weiterhin aktiv

BOZEN (LPA). Der Landesbeirat für Verbraucherschutz hat am 27. April den Tätigkeitsbericht 2025 der Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) entgegengenommen. Geschäftsführerin Gunde Bauhofer stellte die wichtigsten Entwicklungen vor und präsentierte die Schwerpunkte für das Jahr 2026.

Landeshauptmann Arno Kompatscher, der dem Beirat vorsitzt, unterstrich die Bedeutung eines starken Verbraucherschutzes: "Die Verbraucherzentrale unterstützt Bürgerinnen und Bürger konkret im Alltag. Gerade in Zeiten zunehmender Digitalisierung und neuer Betrugsformen braucht es verlässliche Information und Beratung."

2025 standen Betrugsfälle im Mittelpunkt. Phishing, betrügerisches Online-Trading sowie Enkeltricks beschäftigten viele Konsumentinnen und Konsumenten. Auch unerwünschte Werbeanrufe stellten weiterhin ein Problem dar. Die VZS reagierte darauf mit verstärkter Aufklärungsarbeit und Informationskampagnen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Abwicklung der FWU-Versicherung, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, sowie auf Sammelklagen, etwa im Zusammenhang mit sozialen Netzwerken. Zudem führte die Verbraucherzentrale zahlreiche Erhebungen und Vergleiche durch, unter anderem zu Strom- und Gasanbietern sowie zu Konsumgütern wie Kaffeekapseln.

Zunehmend relevant sind laut Bauhofer auch digitale Plattformmärkte und große Online-Plattformen. "Diese Märkte bringen neue Herausforderungen für Verbraucherinnen und Verbraucher mit sich. Transparenz und faire Bedingungen sind hier entscheidend", erklärte die VZS-Geschäftsführerin.

Für 2026 plant die Verbraucherzentrale eine Intensivierung der Informationsarbeit, insbesondere zur Betrugsvermeidung. Projekte wie der Fake-Shop-Finder, das Online-Streitbeilegungssystem Onlineschlichter.it und Initiativen im Bereich der Subscription Economy sollen Konsumentinnen und Konsumenten konkret unterstützen. Auch Themen wie Überschuldung, Krankenversicherungen und nachhaltiger Konsum stehen im Fokus.

Zudem setzt die Verbraucherzentrale ihre Bildungsarbeit fort: Mehr als 2000 Schülerinnen und Schüler erreichte sie 2025 mit Projekten zum europäischen Verbraucherschutz. Initiativen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung stoßen auf großes Interesse.

Der Landesbeirat begleitet diese Entwicklungen und fördert den Austausch zwischen den beteiligten Organisationen. Er setzt sich aus Vertretungen aus den Wirtschafts- und Sozialbereichen zusammen und trifft sich regelmäßig, um Maßnahmen weiterzuentwickeln und Herausforderungen zu diskutieren.

LPA/pio