Die nachhaltigen Pflanzenschutzstrategien

Der Nationale Aktionsplan (NAP) sieht aus Gründen des Konsumentenschutzes, des Anwenderschutzes, des Schutzes der Umwelt,der Verminderung von Pflanzenschutzmittelrückständen in der Umwelt und zur Minderung der Belastung der Anrainer und Anwohner drei Stufen des Pflanzenschutzes mit geringem PSM-Einsatz vor:

Den obligatorisch integrierten Pflanzenschutz

Der obligatorische integrierte Pflanzenschutz gilt als ein Mindeststandart, der von allen beruflichen Anwendern von Pflanzenschutzmitteln eingehalten werden muss. Verpflichten dabei sind die Einhaltung der allgemeinen guten Agrarpraxis und die Berücksichtigung von technischen agronomischen Maßnahmen zur Verringerung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln. Die beruflichen Anwender müssen kennen, direkt verfügen oder zumindest Zugang haben zu :

  1. Entwicklung von Schadorganismen und Systeme zur Vorbeugung und Überwachung von Schadorganismen wie Wetterdaten und Rundschreiben zum integrierten Pflanzenschutz bei den Hauptkulturen
  2. Einsatz von biologischen Kontrollmechanismen
  3. Verwendung von Pflanzenschutzmittel mit den geringsten Nebenwirkungen auf die menschliche Gesundheit und Umwelt

Das italienische Landwirtschaftsministerium hat ein Handbuch zum Thema obligatorische integrierter Pflanzenschutz herausgebracht.

Rundschreiben und Veröffentlichungen zur Integrierten Produktion

Die Rundschreiben zu den Hauptkulturen Südtirols werden periodisch herausgegeben und vom Südtiroler Beratungsring für Obst- und Weinbau zur Verfügung gestellt.

Um zu den Rundschreiben auf die Seite des Südtiroler Beratungsringes zu gelangen, klicken Sie hier. (Externer Link)

Den freiwilligen integrierten Pflanzenschutz

Die freiwillige integrierte Produktion beinhalten zusätzlich zu den vorgeschriebenen Punkten der obligatorischen Produktion eine Reihe von technischen Vorgaben, welche über spezifische technische Richtlinien für jede einzelne Kultur festgelegt werden und die in Bezug auf den Pflanzenschutz verpflichtend einzuhaltende Vorgaben beinhalten.

Wichtigste Vorgaben:

  • Einhaltung der vorgeschriebenen agronomischen Maßnahmen
  • Eingeschränkter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (nur Wirkstoffe aus einer jährlich veröffentlichten Wirkstoffliste)
  • Einschränkung der Anzahl der Einsätze von bestimmten Wirkstoffen oder Wirkstoffgruppen aus der Wirkstoffmittelliste
  • Berücksichtigung von Eingreifschwellen bei bestimmten Schadorganismen

Die Agrios Richtlinien

In Südtirol ist die Arbeitsgruppe für den integrierten Obstanbau in Südtirol (AGRIOS) mit der Organisation der integrierten Produktion beauftragt, daher ist die freiwillige integrierte Produktion gleichbedeutend mit der Teilnahme am AGRIOS Programm. Die AGRIOS Richtlinien zur integrierten Produktion in Südtirol werden jährlich überarbeitet und den gesetzlichen Anforderungen angepasst.

Den biologischen Anbau

Die europäischen Bestimmungen definieren die biologische Landwirtschaft als ein „globales System", das auf dem Zusammenwirken fortschrittlicher Umweltschutzverfahren, einer hohen Biodiversität, dem Schutz natürlicher Ressourcen und der Anwendung strenger Kriterien für das Wohlbefinden beruht und so in der Lage ist, Produkte zu erzeugen, die die Nachfrage der Verbraucher nach hoher Qualität und langfristiger Sicherung der natürlichen Produktionsgrundlagen zufrieden stellen.

Das Hauptziel der biologischen Landwirtschaft ist nach Auffassung der Europäischen Union die Festlegung eines umweltschonenden Anbauverfahrens für die Landwirtschaft,

  • das- die natürlichen Systeme und Zyklen respektiert und die Gesundheit der Böden, Gewässer, Pflanzen und Tiere sowie deren Gleichgewicht erhält und verbessert;
  • einen verantwortungsbewussten Einsatz der Energie und der natürlichen Ressourcen wie Wasser, Boden, Biomasse und Luft garantiert;
  • strengen Anforderungen im Hinblick auf die artgerechte Haltung der Tiere gerecht wird.

Es werden keine chemischen Dünger verwendet, sondern die natürliche Bodenfruchtbarkeit wird durch geeignete Anbauverfahren erhalten und erhöht, wie zum Beispiel Fruchtwechsel, Gründüngung und organische Düngung. Der Einsatz chemisch-synthetisch hergestellter Produkte wie Herbizide, Pflanzenschutzmittel, Insektizide, usw. ist nicht zulässig

Zusätzlich Informationen zur biologischen Landwirtschaft finden Sie hier. (Externer Link)