Landesbeirat für Baukultur und Landschaft

Ziele

Der Landesbeirat für Baukultur und Landschaft bietet den öffentlichen Verwaltungen und privaten Bauherren fachliche Unterstützung bei der Bewertung verschiedenster Bauvorhaben in den Bereichen Landschaft und Raumplanung. Sein institutionelles Ziel ist die Aufwertung der Landschaft und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für ortsgerechtes und landschaftsbezogenes Bauen.

Aufgaben

  • Er hat grundsätzlich eine beratende Funktion und ist als Serviceleistung der Landesverwaltung für den privaten und öffentlichen Bauwerber sowie für die Genehmigungsbehörde auf Gemeinde- und Landesebene konzipiert. Der Landesbeirat für Baukultur und Landschaft ist ein hochkarätiges Fachgremium, mit drei internationalen anerkannten Experten aus der Schweiz, Österreich und Italien. Die Beratungen erfolgen durch Lokalugenscheine vor Ort und Folgeberatungen im Haus, und die erstellten Gutachten gelten als Anregung für die Weiterentwicklung der Projekte. Die Anfrage um Beratung ist kostenlos.
  • Für die Ausweisung im Gemeindeplan von Tourismuszonen außerhalb der Siedlungsgebiete oder mit Baumassendichte von mehr als 3m³/m² ist die Gemeinde lt. Art. 34, Abs. 5 des Landesgesetzes Nr. 9/2018 „Raum und Landschaft“ verpflichtet, vor der Ausweisung beim Landesbeirat für Baukultur und Landschaft eine bindende Stellungnahme zur Baumassenverteilung einzuholen.

Der Landesbeirat wurde im Art. 6 des Landesgesetz Nr. 9 vom 10. Juli 2018 „Raum und Landschaft“ gesetzlich verankert.

Organisation und Beratung

Die Beratung soll möglichst in einer frühen Planungsphase beantragt werden. Dadurch können konkrete Anregungen für das Baukonzept und die Einbindung in das Orts- und Landschaftsbild frühzeitig und damit kostengünstiger für den Bauwerber in das Projekt einfließen.

Die Aufgaben des Landesbeirates können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Begutachtung von öffentlichen und privaten Bauvorhaben,
  • Baugespräche für eine gemeinsame Lösungsfindung.
  • Bewertung von Freiräumen und Einbettung in die Landschaft, Übergang zwischen öffentlichen und privaten Räumen,
  • Vorschlag von Alternativlösungen, um die architektonische Qualität zu verbessern.
  • Erteilung einer bindenden Stellungnahme lt. Art. 34, Abs. 5 des Landesgesetzes Nr. 9/2018 „Raum und Landschaft“.

Der Landesbeirat tagt bei Bedarf, in der Regel alle zwei Monate. Die Erstberatung erfolgt in Form eines Lokalaugenscheines in Anwesenheit des Bauherrn, Projektanten,der Gemeinde und der zuständigen Landesämter. Der Amtsdirektor des Amtes für Gemeindeplanung und/oder ein/eine MitarbeiterIn ist anwesend, um baurechtliche und landschaftsbezogene Informationen weiterzugeben. Abschließend gibt der Landesbeirat innerhalb von 30 Tagen eine Stellungnahme ab. Die Stellungnahme lt. Art. 34, Abs. 5 des Landesgesetzes Nr. 9/2018 ist bindend.

Die Anfrage um Beratung wird an das Amt für Gemeindeplanung, E-Mail gemeindeplanung@provinz.bz.it, gestellt.

Hier finden Sie die einzureichenden Unterlagen.

Ansprechpartnerin: Martina Pecher, tel. 0471417847/0471419832 täglich vom 9:00 Uhr bis 11:00

Beratungstermine 2021

Der Landesbeirat steht 2021 an folgenden Tagen privaten und öffentlichen Bauwerbern sowie den Behörden in Gemeinde und Land aufgrund Anfrage für eine Beratung zur Verfügung:

  • 04. - 05. Februar und 12. Februar 2021 (Videokonferenz)
  • 15. - 16. April und 23. April 2021 (Videokonferenz)
  • 27. - 28. Mai und 04. Juni 2021 (Videokonferenz)
  • Ev. Ausweichtermin: 17. - 18. Juni und 29. Juni 2021 (Videokonferenz)
  • 06. - 07. September 2021 und 09. September 2021 (Videokonferenz)
  • 28. - 29. Oktober 2021 und 27. Oktober (Videokonferenz)
  • 25. - 26. November 2021 und 24. November (Videokonferenz)

Zur Information: Der Landesbeirat kann während vorgeschriebenen laufenden Fristen von Baubehörden (z.B. Gemeindekommission Raum und Landschaft, Landesdenkmalamt und Landschaftsschutz) keine Begutachtung vornehmen. Bei laufenden Rekursverfahren kann die Beratung durch den Landesbeirat nicht beansprucht werden.

Die Kompetenzen und Aufgaben der rechtskräftigen Entscheidungs- bzw. Begutachtungsgremien sowie die entsprechenden Genehmigungsverfahren werden nicht betroffen und bleiben dabei voll aufrecht.

Bewertungskriterien des Landesbeirats für Baukultur und Landschaft

Jedes Projekt hat seine eigenen Erfordernisse und jeder Bauplatz seine besonderen Merkmale. Jede Bauaufgabe wird daher vom Landesbeirat einzeln analysiert und bewertet. Es gibt allerdings eine Reihe von Aspekten, die besonders wichtig sind und in der Projektbewertung miteinfließen:

  • Ortsentwicklung und Vermeidung von Zersiedelung: Bestehende Bebauungsgebiete sollen verdichtet werden, um eine weitere Zersiedelung zu vermeiden.
  • Einbindung in den natürlichen und in den gebauten Kontext: Eine ortsbezogene, gute Planung zeichnet sich durch möglichst geringe Geländeveränderungen aus – wenige Mauern und geringe Aufschüttungen.
  • Proportionen, Volumen und Maßstäblichkeit der Baukörper: Die Größe des Baukörpers ist abgestimmt auf die Grundstücksform und die Gebäude der Nachbarschaft.
  • Erschließung von Grundstücken: Die Erschließung erfolgt mit möglichst geringem Flächenverbrauch.
  • Raumbildungen, Außenräume: Auf die Gestaltung und Qualität der Außenräume zwischen den Baukörpern ist besonders zu achten.
  • Materialwahl: Es werden möglichst ortsbezogene Materialien in zeitgenössischer Interpretation verwendet.
  • Formale Gestaltung: Einfache, klare Grundformen mit Bezug zur Bautradition sind wahllos zusammen gewürfelten Stilelementen oder spektakulären Kontrastbauen vorzuziehen.