Verträglichkeitsprüfung

Gemäß Artikel 6 der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sind alle Projekte und Pläne, die ein Natura-2000-Gebiet betreffen, einer Verträglichkeitsprüfung zu unterziehen. Dabei werden sie hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Natura-2000-Schutzgüter (Lebensräume und Tier- und Pflanzenarten) geprüft. Falls erhebliche Auswirkungen auf das Schutzgebiet und dessen Schutzgüter zu befürchten sind, kann das Vorhaben nur in ganz bestimmten Fällen umgesetzt werden (Artikel 6 Absatz 3 und 4 der FFH-Richtlinie).

In Erfüllung des Artikels 6 der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie hat die Autonome Provinz Bozen im Jahre 2001 ein Dekret erlassen (Dekret des Landeshauptmanns vom 26. Oktober 2001, Nr. 63), das 2010 in das Landesgesetz vom 12. Mai 2010, Nr.6 (Naturschutzgesetz) eingebaut wurde. Artikel 22 desselben besagt, dass im Zuge des vorgesehenen Genehmigungsverfahrens die Verträglichkeitsprüfung für alle Pläne und Projekte durchzuführen ist, die ein Natura 2000 Gebiet erheblich beeinträchtigen können. Die Verträglichkeitsprüfung wird im Rahmen der bereits bestehenden Genehmigungsverfahren durchgeführt, sodass kein eigenes Verwaltungsverfahren dafür notwendig ist.

Gemäß staatlichen Leitlinien, die am 28. Dezember 2019 im Amtsblatt der Italienischen Republik veröffentlicht und in enger Absprachen mit der Europäischen Kommission verfasst wurden, unterliegen alle Vorhaben in Natura-2000-Gebieten der Verträglichkeitsprüfung gemäß Art. 6 der FFH-Richtlinie. Das heißt, alle eingereichten Vorhaben werden einem Screening unterzogen, bei dem deren Umfang und mögliche Auswirkungen geprüft werden:

  • Bei Vorhaben, die keine erheblichen Auswirkungen auf ein Natura-2000-Gebiet haben, ist die Verträglichkeitsprüfung mit diesem Screening abgeschlossen.
  • Alle anderen Vorhaben werden einer vertiefenden Verträglichkeitsprüfung unterzogen, um jegliche negative Auswirkungen auf die Schutzgüter auszuschließen. Falls dies nicht möglich ist, kann der Eingriff nur in bestimmten Fällen genehmigt werden wie aus Artikel 6 Absatz 4 der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie hervorgeht.

Die Projekte und Pläne, welche der Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung zur Durchführung der Verträglichkeitsprüfung übermittelt werden, sind mit dem ausgefüllten Anhang F zu ergänzen.

Um die Verträglichkeitsprüfung den Zielen entsprechend durchführen zu können, verweisen wir auf die Internetseite Natura-2000-Gebiete in Südtirol. Dort können alle Dokumente (Standarddatenbögen, Erhaltungsmaßnahmen und Managementpläne) zu den einzelnen Gebieten heruntergeladen werden. Im Geobrowser Maps (Externer Link) werden Informationen zu den erhobenen Lebensräumen zur Verfügung gestellt. Informationen bezüglich Natura-2000-Arten und Natura-2000-Lebensräume sind auf den entsprechenden Webseiten abrufbar.

Alle Daten zum 4. nationalen Bericht der Mitgliedsstaaten können auf der Internetseite Central Data Repository dell'Agenzia Europea dell'Ambiente (AEA) heruntergeladen werden. Die Zusammenfassung zum Erhaltungszustand der einzelnen Arten und Lebensräume in Italien geht aus dem aktuellen Bericht der Europäischen Kommission hervor:

Nachstehend werden alle Natura-2000-Verträglichkeitsgutachten des laufenden Jahres veröffentlicht.

Die Suche erfolgt nach Jahr, Gemeinde (deutscher oder italienscher Name) oder Natura-2000-Gebietskodex. Die Kodizes der einzelnen Gebiete sind auf der Seite Natura-2000-Gebiete in Südtirol angeführt.