Fauna

Fauna
Grünfrosch (Pelophylax sp.) in einem Graben in Kaltern – Archiv Abteilung 28.

Naturschutz Fauna
  

Um den Schutz der Tierarten zu garantieren, ist eine Kombination aus spezifischen Erhaltungsmaßnahmen und der Bewahrung ihres natürlichen Lebensraumes erforderlich.
Das Landesgesetz Nr. 6/2010 „Naturschutzgesetz und andere Bestimmungen“ sieht vor, dass alle natürlich vorkommenden, wildlebenden Tiere auf dem Gebiet der Provinz Bozen einem allgemeinen Schutzstatus (Artikel 3) unterliegen. Weiters sieht Artikel 3 ein Verbot des Handels mit Wildtieren und Artikel 12 ein Verbot der Ansiedelung von nicht autochthonen Tieren in der freien Natur vor. Artikel 5 des Gesetzes legt fest, dass in Naturdenkmälern, Biotopen und Naturparks alle wildlebenden Tierarten vollständig geschützt sind. Unbeschadet bleiben die Vorschriften für die Jagd - Landesgesetz Nr. 14/1987 und die Fischerei - Landesgesetz Nr. 28/1978.

In der Provinz Bozen gelten außerdem die Schutzbestimmungen, gemäß Dekret des Präsidenten der Republik vom 8. September 1997, Nr. 375 i.g.F., mit dem die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (92/43/EWG), kurz FFH-Richtlinie, umgesetzt wird, sowie die Vorschriften der Vogelschutz-Richtlinie (2009/147/EG), die auf lokaler Ebene durch das Landesgesetz 14/1987 " Bestimmungen über die Wildhege und die Jagdausübung“ umgesetzt wird.
Die im Anhang IV der FFH-Richtlinie angeführten wildlebenden Tierarten sind daher auch in der Provinz Bozen streng geschützt, mit dem Ziel, ihren günstigen Erhaltungszustand zu bewahren oder wiederherzustellen. Es ist verboten, diese Tierarten einzufangen, zu töten, zu stören, zu vermarkten oder zu halten. Es ist ebenso verboten ihre Eier, Nistplätze, Fortpflanzungs- und Ruhestätten zu verändern oder zu zerstören.

Artikel 11 des Rahmengesetzes über die Schutzgebiete (Gesetz Nr. 394/1991) sieht außerdem vor, dass es innerhalb von nationalen Schutzgebieten (Nationalpark Stilfserjoch) verboten ist, Tiere zu fangen, zu töten, zu verletzen oder zu stören.

 

Ausnahmegenehmigungen für das Fangen

 Unter bestimmten Bedingungen ist es möglich, Ausnahmen von den oben genannten Verboten zu beantragen:

  • Für das Fangen von Tierarten gemäß Anhang IV der FFH-Richtlinie, muss eine Ausnahmegenehmigung beim zuständigen Ministerium - wie in Art. 16 der FFH-Richtlinie und in Art. 11 des DPR 357/1997 vorgesehen - beantragt und das Amt für Natur informiert werden.
  • Die Erlassung einer möglichen Ausnahmegenehmigungen für das Fangen von wildlebenden Tieren im Nationalpark Stilfserjoch ist im Artikel 11 des Landesgesetzes Nr. 4/2018 "Nationalpark Stilfserjoch" geregelt. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das Amt des Nationalparks Stilfserjoch.
  • Für das Fangen von Vögeln und Säugetieren gelten die Bestimmungen des Landesgesetzes Nr. 14/1987 "Bestimmungen über die Wildhege und die Jagdausübung" (Art. 15 Absatz 3 und Art. 18).
  • Für den Fischfang gelten die Bestimmungen des Landesgesetzes Nr. 28/1978  "Fischerei".

Rote Liste der gefährdeten Tiere

Wenn Lebensräume der Pflanzen- und Tierarten reduziert, verändert oder zerstört werden, so werden auch die auf diese Lebensräume angewiesenen Pflanzen und Tiere immer seltener und sterben unter Umständen schließlich aus. Die so genannte "Rote Liste" gibt den Gefährdungsgrad der Tier- und Pflanzenarten eines bestimmten Gebietes an. Sie bildet eine wichtige Grundlage für einen effizienten Arten- und Biotopschutz.

Es ist sehr schwierig, den Gefährdungsgrad einer Art zu „messen“. Diese Listen wurden ursprünglich aufgrund der subjektiven Einschätzung von Experten erstellt, welche die Aussterbensgefahr einschätzten. Heutzutage werden sie nach Risikokategorien aufgrund von rigorosen wissenschaftlichen Kriterien, die in internationale Leitlinien festgelegt sind, erstellt.

Voraussetzung für ein aussagekräftiges Ergebnis ist hierbei die Verfügbarkeit von umfangreichen Datenserien, die nach standardisierten Methoden über längere Zeit gesammelt werden.

 

Welche Gefährdungskategorien gibt es?

EX           ausgestorben
EW          in der Natur ausgestorben
RE           in der Region ausgestorben
CR           vom Aussterben bedroht
EN           stark gefährdet
VU           gefährdet
NT           potenziell gefährdet
LC           nicht gefährdet
DD          Datengrundlage ungenügend

NA          nicht anwendbar

 

Südtiroler Rote Listen

Rote Liste gefährdeter Tierarten Südtirols (Buch, 409 Seiten)
Veröffentlichungsjahr: 1994
Verschiedene Autoren, Projektleiter Gepp Johannes
Herausgeber: Autonome Provinz Bozen Südtirol, Abteilung Natur und Landschaft, Amt für Landschaftsökologie

TAGFALTER (Lepidoptera: Hesperoidea und Papilionoidea)
Die Tagfalter Südtirols (Buch, 232 Seiten)
Veröffentlichungsjahr: 2004
Autor: Peter Huemer
Herausgeber: Folio Verlag, Wien – und Naturmuseum Südtirol, Bozen

HEUSCHRECKEN (Insecta: Orthoptera, Mantodea)
Rote Liste der gefährdeten Fang- und Heuschrecken Südtirols (Insecta: Orthoptera, Mantodea) (Gredleriana, vol. 17/2017)
Autoren: Andreas Hilpold, Thomas Wilhalm & Petra Kranebitter
Herausgeber: Naturmuseum Südtirol, Bozen

LIBELLEN (Insecta:Odonata)
Rote Liste der Libellen Südtirols (Insecta: Odonata) (Gredleriana, Vol. 18/2018)
Autoren: Lösch Birgit, Alex Festi, Tanja Nössing & Franziska Winkler
Herausgeber: Naturmuseum Südtirol, Bozen

KÄFER (Insecta: Coleoptera)
Die Käfer von Südtirol – Ein Kompendium (Buch, 602 Seiten)
Veröffentlichungsjahr: 2018
Autor: Kahlen Manfred
Herausgeber: Naturmuseum Südtirol, Bozen

VÖGEL
Lista Rossa 2020 degli uccelli nidificanti in Alto Adige (Gredleriana, vol. 20/2020 – nur auf italienisch verfügbar)
Weiteres Material ist hier verfügbar
Autoren: Francesco Ceresa & Petra Kranebitter
Herausgeber: Naturmuseum Südtirol, Bozen

GEFAßPFLANZEN
Rote Liste der gefährdeten Gefäßpflanzen Südtirols (Gredleriana, vol. 6/2006)
Autoren: Thomas Wilhalm & Hilpold Andreas