Flora

Flora
Feuerlilien im Matscher Tal, Mals

In Südtirol findet sich eine äußerst vielfältige Flora - vom Diptam, einer typisch submediterranen Pflanze, bis zum Gletscherhahnenfuß, einer typisch hochalpinen Pflanze. Die Provinz Bozen liegt klimatisch begünstigt auf der Südseite der Alpen, die hohen Berge schirmen das Land vor den rauen nördlichen Temperaturen und Winden ab. Deshalb reicht die Palette an Lebensräumen von den wärmeliebenden bis zu den hochalpinen und nivalen (wo der Niederschlag ganzjährig als Schnee fällt) und von den trockenen bis zu den feuchten.

Nur durch die Erhaltung ihres natürlichen Lebensraumes kann eine Pflanzenart geschützt werden. Viele der geschützten Arten zeigen deshalb indirekt auch gefährdete Lebensräume auf, die es zu erhalten gilt.

Alle natürlich vorkommenden und wild wachsenden Pflanzen, die sich im Gebiet der Provinz Bozen ausbreiten, ausgenommen die invasiven Neophyten, sind durch die Bestimmungen des Landesgesetzes Nr. 6/2010 „Naturschutzgesetz und andere Bestimmungen“ geschützt.

Die vollkommen geschützten Pflanzenarten gemäß Anhang B des Landesgesetzes Nr. 6/2010 und gemäß Anhänge II und IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Richtlinie, (92/43/EWG), unterliegen einem strengen Schutzsystem. Es ist daher verboten, sie zu sammeln, abzuschneiden, auszugraben oder zu vernichten, zu vermarkten und den Standort zu verändern. Ihr Fortbestand darf nicht gefährdet oder beeinträchtigt werden.

In Biotopen, Naturdenkmälern, Naturparks und Natura-2000-Gebieten sind alle Pflanzenarten vollkommen geschützt.

Unbeschadet der Rechte der Grundeigentümer können die Arten gemäß Anhang C des Landesgesetzes Nr. 6/2010, für den Eigenbedarf ohne Einschränkung gepflückt werden, außer innerhalb von Biotopen und Naturdenkmälern.

Außerhalb von Schutzgebieten (Naturparks, Biotope, Naturdenkmäler) dürfen Waldfrüchte für den Eigenbedarf ohne Einschränkung gesammelt werden.

Alle Pflanzarten, die nicht in den oben genannten Anhängen aufgeführt sind, fallen in die Kategorie der teilweise geschützten Pflanzarten. Unbeschadet der Rechte der Grundeigentümer, dürfen von diesen insgesamt pro Tag nicht mehr als zehn Blütenstängel pro Person gepflückt werden. Nur die Eigentümer, Pächter oder Fruchtnießer des Grundstücks (und ihre Mitbewohner) dürfen diese Pflanzen ohne Einschränkung sammeln, ausgenommen jene innerhalb von Biotopen und Naturdenkmälern.

Das Sammeln von Pilzen wird in der Provinz Bozen durch das Landesgesetz Nr. 18/1991 "Regelung des Pilzesammelns zum Schutz der Pflanzenökosysteme" geregelt. In Schutzgebieten (Naturparks, Biotope, Naturdenkmäler) ist das Pilzesammeln grundsätzlich verboten. Eigentümer und Einwohner der Gemeinden können unter Einhaltung bestimmten Einschränkungen in den Naturparks Pilze sammeln. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Forstdienstes.

Artikel 11 des Rahmengesetzes über die Schutzgebiete (Gesetz 6. Dezember 1991, Nr. 394) sieht außerdem vor, dass es innerhalb von nationalen Schutzgebieten (Nationalpark Stilfserjoch) verboten ist, Pflanzen zu pflücken oder zu zerstören.

 

Sonderermächtigungen

 Unter bestimmten Bedingungen ist es möglich, Ausnahmen von den oben genannten Sammelbeschränkungen zu beantragen:

 

  • Für das Sammeln von teilweise geschützten Pflanzenarten für wissenschaftliche, didaktische oder pharmazeutische Zwecke kann eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden, welche es erlaubt, von der Höchstgrenze von 10 blühenden Stängeln pro Person und Tag abzuweichen. Dafür muss das entsprechende Formular ausgefüllt und zusammen mit zwei Stempelmarken an das Amt für Natur der Provinz Bozen geschickt werden.

→  Formular Sammelermächtigung

 

Kontakt: Amt für Natur

Rote Liste der gefährdeten Gefäßpflanzen

Im Jahr 2006 hat das Naturmuseum Südtirol (Externer Link) eine Rote Liste gefährdeter Gefäßpflanzen (Externer Link) erarbeitet. Dabei wurden für jede gefährdete Art Aussagen betreffend Gefährdungsstatus, Gefährdungsursachen und Ausmaß des Rückganges getroffen. Von den insgesamt 2.361 in Südtirol untersuchten Pflanzenarten mussten 30% einer der fünf Gefährdungskategorien zugeordnet werden.

Diagramm über die Gefährdungskategorien von Pflanzen in Südtirol (Rote Liste)

Unter den gefährdeten Arten überwiegen jene von Feuchtlebensräumen, gefolgt von Arten der Trockenrasen und Äcker. Als Hauptgefährdungsursache wird die Intensivierung der Landwirtschaft angesehen.