Gewässer und Quellen

Gewässer und Quellen
Biotop Unterackern, Sterzing

Wasserlebensräume

In den hier zu besprechenden Lebensräumen ist das Wasser der vorherrschende ökologische Faktor.

Die drei wichtigsten Kategorien von Wasserlebensräumen sind Stillgewässer, Fließgewässer und Quellen. Die einzelnen Lebensräume weisen zum Teil beachtliche ökologische Unterschiede auf und beherbergen entsprechend verschiedene Pflanzengesellschaften. Je nachdem herrschen frei schwimmende oder am Grund verankerte Pflanzenarten vor, Arten, die an eutrophe (Externer Link), oligo- (Externer Link) oder dystrophe (Externer Link) Bedingungen angepasst sind oder Arten, die Perioden der Austrocknung überleben können.

Die einzelnen Gesellschaften, die in jedem Fall große ökologischer Bedeutung haben, sind oft ausgezeichnete Umwelt-Indikatoren (Externer Link), zumal sie mit Hilfe spezifischer Indices zur Beurteilung des Nährstoffeintrages und der anthropogenen (Externer Link) Störung herangezogen werden können. Dies trifft auch für verarmte Gesellschaften zu, die kaum von floristischem oder vegetationskundlichem Interesse sind (wie es vor allem in der Talsohle und den landwirtschaftlichen Nutzflächen der Fall ist), denn sie können für faunistische Gemeinschaften und die allgemeine Biodiversität (Externer Link) von ausschlaggebender Wichtigkeit sein. In dieser Hinsicht verdienen sie es, in jeder Talschaft erhoben zu werden.

Es sollte ihrer weiteren Verarmung und Dezimierung Einhalt geboten werden; zudem sollten Maßnahmen zu ihrer Wiederherstellung und Renaturierung gefördert werden, weil sie grundlegend für die Biotop-Vernetzung sind. Alle Wasserflächen in Mulden stehen in direktem Kontakt mit dem darunter liegenden Boden und die Abfolge von Pflanzengemeinschaften im Unterwasserbereich verschiedener Tiefenabschnitte widerspiegelt die Intaktheit (und somit den ökologischen Wert) des Standortes.

Die Gefährdungen, die den Fortbestand dieser Lebensräume bedrohen, sind vielfältig und zum Teil auch natürlichen Ursprungs. Besonders in Seen und Weihern sammeln sich Umweltgifte und Düngemittel aus den umliegenden Hängen an. Neue Wasserfassungen oder Eingriffe zur Bodenverbesserung sowie Entwässerungen – auch in Hochlagen – verändern die ökologische Beschaffenheit dieser Lebensräume und bewirken deren fortschreitendes Verschwinden. Letztlich wirkt sich der anthropogene Druck negativ auf ihre Funktionsfähigkeit aus, weil fragmentierte, nicht zusammenhängende Gewässer in der Regel verarmen und versiegen.

In Gebieten, wo noch bedeutende Restbestände solcher aquatischer Lebensgemeinschaften vorkommen, wäre eine Unterschutzstellung des gesamten zusammenhängenden Landschaftskomplexes die angebrachte Maßnahme. Eingriffe könnten so von vorneherein unterbunden werden.

Örtliche Flächenverluste könnten durch das Ausdehnen und Erweitern von anderen kompensiert werden, indem einfach eine bereits bestehende topographisch günstige Lage ausgenützt wird.