Wasserstoff

Das Land Südtirol hat einen Masterplan Wasserstoff verabschiedet (Vorstellung) mit, dem in Zukunft und Lebensqualität für Südtirol investiert werden soll. So sehn die EU-Projekte JIVE und MEHRLIN vor, die Wasserstoffflotte der städtischen Buslinie SASA auszubauen und eine Wasserstofftankstelle im Betriebshof Bozen der SASA zu errichten.

Wasserstoff: Südtirol und Auvergne-Rhône-Alpes arbeiten zusammen

Beim EUSALP-Forum haben sich die Landesräte Alfreider und Vettorato mit Vertretern der französischen Region getroffen, um über die Kooperation bei Wasserstoff und Mobilität zu sprechen.

Südtirol und Auvergne-Rhône-Alpes wollen bei Wasserstoff und nachhaltiger Mobilität strategisch zusammenarbeiten. (Foto: LPA/Landesmuseen)

Kürzlich fand das jährliche Forum der makroregionalen Strategie für den Alpenraum EUSALP statt. Ziel ist es, den Alpenraum als eine der attraktivsten, innovativsten und wettbewerbsfähigsten Regionen Europas zu erhalten und seine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Auch Südtirol engagiert sich aktiv und profitiert von der überregionalen Zusammenarbeit. Die Klimahaus-Agentur leitet zusammen mit der französischen Region Auvergne-Rhône-Alpes den Sektor "Energie".

Basis für langfristige strategische Zusammenarbeit schaffen

Im Rahmen dieses EUSALP-Forums haben Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider sowie Umwelt- und Energielandesrat Giuliano Vettorato mit Vertretern der transalpinen Region die Grundlage für eine langfristige strategische Zusammenarbeit zum Wasserstoff für nachhaltige Mobilität geschaffen. Heuer liegt der Schwerpunkt auf dem Thema Wasserstoff und seiner Rolle bei der Umsetzung der Energiewende und des europäischen Green Deal. Insbesondere geht es darum, wie überschüssiger Strom aus Photovoltaik und Windenergie in Form von Wasserstoff gespeichert und anschließend wieder in Strom umgewandelt werden kann. Die Entwicklung von Speicherkapazitäten ist eine Grundvoraussetzung für den weiteren Ausbau von Energie aus erneuerbaren Quellen. "Wenn es um das Potenzial von Wasserstoff geht - betont der Direktor der Klimahaus Agentur Ulrich Santa - ist es wichtig, dass dieser auch langfristig aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird und Konflikte bei der Nutzung verfügbarer grüner Energie vermieden werden." Vor allem aber solle Wasserstoff in Sektoren eingesetzt werden, in denen sein Beitrag zur Dekarbonisierung größer und sinnvoller sei.

Etwa 95 Prozent des Wasserstoffs werden aktuell aus noch fossilen Brennstoffen gewonnen

Derzeit werden noch etwa 95 Prozent des Wasserstoffs aus fossilen Brennstoffen ("grauer" Wasserstoff) hergestellt. Wenn das dabei entstehende Kohlenstoffdioxid aufgefangen und gespeichert wird, spricht man von "blauem" Wasserstoff und bei Methanpyrolyse von "türkisfarbenem" Wasserstoff. Wenn Kernenergie für die Elektrolyse verwendet wird, spricht man von "rotem" Wasserstoff.  "Grüner" Wasserstoff wird ausschließlich aus Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt.

Synergien nutzen und in Richtung Dekarbonisierung arbeiten

"Beide Regionen arbeiten an der Entwicklung und Umsetzung einer ehrgeizigen Strategie für Wasserstoff", unterstreicht Mobilitätslandesrat Alfreider: „Wir wollen die möglichen Synergien nutzen, um gemeinsam die besten Nutzungsszenarien zu entwickeln und umzusetzen, insbesondere bei den öffentlichen Verkehrsmitteln und beim hohen Verkehrsauskommen auf dem Brennerkorridor."

Umwelt- und Energielandesrat Vettorato hebt die "sehr wichtige Rolle" von Wasserstoff bei den Dekarbonisierungszielen für 2050 hin: "Die interregionale Zusammenarbeit mit anderen Pionierregionen kann wesentlich zur Umsetzung der notwendigen Infrastrukturen und des Zugangs zu den von Europa bereitgestellten Mitteln beitragen: Ein Fortschritt, der in naher Zukunft Auswirkungen haben könnte."

 

LPA/tl/san

Bildergalerie