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Die neu gestaltete Bibliothek: eine Einweihung voller Farben, Klänge und Aromen

Jorge Luis Borges erzählte einmal, dass er sich das Paradies immer wie eine Art Bibliothek vorgestellt hat. Sicher hätte der große argentinische Schriftsteller auch an der ganz neu gestalteten Bibliothek des Multisprachzentrums in der Kapuzinergasse 28 in Bozen Gefallen gefunden. Denn nach dem Umbau und dem vorübergehenden Umzug ins Teatro Cristallo hat sich die Bibliothek am 14. Dezember 2006 den gewohnten und den neuen Besuchern mit einem Festakt vorgestellt, der bei vielen der Teilnehmenden großen Anklang gefunden hat.
Wer durch den neuen geräumigen und transparenten Eingangsbereich hereinkam, wurde bei dieser Gelegenheit mit einem Blumengruß in Form einer bunten Gerbera empfangen. Außerdem erhielten die Anwesenden ein Kompendium nützlicher Redewendungen für die Reise, wobei zwischen Spanisch, Englisch und Französisch ausgewählt werden konnte. Eine besondere Atmosphäre entstand durch die Ethno-Live-Musik und die Verkostungen der Spezialitäten aus vielen verschiedenen Ländern, von den russischen Pirozhki bis zu den brasilianischen Panadas, den köstlichen arabischen Süßigkeiten und den dazu passenden Getränken. All diese Zutaten repräsentierten die vielen Sprachen, inzwischen mehr als zehn, die in der Bibliothek vertreten sind. Mehr denn je handelt es sich jetzt um „die Bibliothek der Sprachen“.
Die Bibliothek stellt sich jetzt wie ein großer zusammenhängender Raum dar, ein „Open Space“, der eine leichtere Zugänglichkeit der angebotenen Materialien und einen schnellen Überblick über den in einzelne Sprachinseln aufgeteilten Gesamtbestand ermöglichen soll. Das von „DOC Office for Communication and Design“ entwickelte Projekt für die Neugestaltung der Bibliothek ist aus der Notwendigkeit entstanden, die Räume, in dem das Zentrum seit 1998 untergebracht ist, nach Kriterien der Rationalität und der Modernität komplett neu zu konzipieren. Das Ergebnis ist ein modernes, helles und freundliches Ambiente. Die Neugestaltung hat auch die „Säulenhalle“ leichter zugänglich gemacht, die ursprünglich etwas versteckt war und jetzt einen angemessenen Platz gefunden hat.
Die Einrichtung ist auf das Wesentliche konzentriert und in Weiß gehalten, so auch die Bücherregale und die Ablagen der multimedialen Arbeitsplätze. Auf diese Weise entstehen besondere Lichtverhältnisse, in denen die Lernmaterialien die „Hauptdarsteller“ sind.
Eine mit farbigen LED-Leuchtdioden erhellte Wand, die tagsüber allmählich ihre Tonalität ändert, hebt den Informationsschalter hervor, den einzigen Einrichtungsblock aus dunklem Holz. Die Sitzmöbel im Lesesaal, einem wahren „Salon der Lektüre“, laden zum Verweilen ein. So kann man z.B. auch das Angebot des Online-Kiosks wahrnehmen und über diesen Zeitungen aus aller Welt konsultieren. Den Kleinen vorbehalten ist der „Playground“ mit Elementen in kindgerechter Größe. Die neue Umgebung, rationell und leicht nutzbar, lädt zur häufigen Wiederkehr ein.
inaug

Datum: 14.12.2006