Begünstigungen am Arbeitsplatz (Gesetz vom 05.02.1992, Nr.104, in geltender Fassung)

Das Staatsgesetz Nr. 104/1992 in geltender Fassung sieht die Möglichkeit vor, Begünstigungen am Arbeitsplatz in Anspruch zu nehmen. Zugang zu den Begünstigungen am Arbeitsplatz haben Menschen mit einer schweren Behinderung und deren Familienangehörigen.

Zugangsvoraussetzungen

  • Bestätigung über eine schwere Behinderung gemäß Artikel 3 Absatz 3 des Gesetzes 104/92, die von der zuständigen Ärztekommission festgestellt wird
  • Die Person mit schwerer Behinderung ist nicht in Vollzeit in einem Dienst untergebracht (mit Ausnahmen)
  • weitere gesetzlich vorgesehene Voraussetzungen, um auf die einzelnen Begünstigungen am Arbeitsplatz Anrecht zu haben, sind in der unterstehenden Tabelle aufgelistet:

BEGÜNSTIGUNG

BERECHTIGTE

Verlängerung der Elternzeit (bis max. 3 Jahre einschließlich der Zeiträume für die normale Elternzeit)

oder alternativ dazu

2 bezahlte Stundenfreistellungen täglich oder 3 bezahlte Tagesfreistellungen im Monat

  • Eltern, auch Adoptiv- oder Pflegeeltern (auch abwechselnd):
    • Verlängerung: innerhalb des 12. Lebensjahres des Kindes
    • 2 bezahlte Stundenfreistellungen: bis zum 3. Lebensjahr des Kindes
    • 3 bezahlte Tagesfreistellungen: es ist keine Altersgrenze des Kindes vorgesehen

3 bezahlte Tagesfreistellungen im Monat

  • Eltern, auch Adoptiv- oder Pflegeeltern (auch abwechselnd)
  • Ehepartner oder eingetragener Lebenspartner (auch gleichgeschlechtlicher) oder Lebensgefährte (auch gleichgeschlechtlicher) mit der Voraussetzung, dass kein anderer Verwandte und Verschwägerte die Begünstigung in Anspruch nimmt.

wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:

  • Verwandte und Verschwägerte innerhalb des zweiten Grades (Voraussetzung: kein anderer Verwandter nutzt die Begünstigung)
  • Verwandte und Verschwägerte innerhalb des dritten Grades (Voraussetzungen: kein anderer Verwandter nutzt die Begünstigung + die Eltern oder der Ehepartner der Person mit Behinderung fehlen, sind gestorben, sind älter als 65 Jahre oder weisen invalidisierende Erkrankungen und Schädigungen auf)

2 Abwesenheitsstunden täglich

oder alternativ dazu

3 bezahlte Abwesenheitstage im Monat

  • Arbeitnehmer mit schwerer Behinderung selbst

Anrecht, den dem Wohnort am nächsten liegenden Arbeitsort auszuwählen und keine Versetzung ohne Einwilligung

  • Arbeitnehmer mit schwerer Behinderung selbst
  • Eltern, auch Adoptiv- oder Pflegeeltern
  • Verwandte und Verschwägerte bis zum zweiten oder dritten Grad (siehe Voraussetzungen)

Bezahlter zweijähriger Sonderurlaub (teilbar)

Rangliste der Berechtigten bei der Inanspruchnahme eines Sonderurlaubs:

  1. Zusammenlebender Ehepartner oder zusammenlebender eingetragener Lebenspartner (auch gleichgeschlechtlicher)
  2. Vater oder Mutter, auch adoptiv (Zusammenleben nicht notwendig)
  3. eines der zusammenlebenden Kinder
  4. einer der zusammenlebenden Brüder oder Schwestern
  5. eine der zusammenlebenden Verwandte und Verschwägerte innerhalb des dritten Grades

Unabdingbare Voraussetzung um die Begünstigung zu erhalten ist es, dass die Familienangehörigen, die bei der Inanspruchnahme (siehe Einstufung) Vorrang haben, fehlen, gestorben sind oder invalidisierende Erkrankungen und Schädigungen aufweisen.

Notwendige Dokumente

Um die Begünstigungen am Arbeitsplatz in Anspruch nehmen zu können, ist ein formeller schriftlicher Antrag an die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber oder an die von der Körperschaft benannte Führungskraft (z.B. Personalamt, Direktorin) mit folgenden Anlagen zu stellen:

  • Kopie des Befundes für die Anerkennung der schweren Behinderung laut Artikel 3 Absatz 3 des Gesetzes Nr. 104/1992,
  • Eigenerklärungen in Bezug auf die vom Gesetz vorgesehenen Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der einzelnen Begünstigungen am Arbeitsplatz und die Verpflichtung zur Mitteilung von Änderungen.

 

Gesetzliche Regelung

  • Gesetz vom 5. Februar 1992, Nr. 104, Artikel 3 und 33 “Legge-quadro per l'assistenza, l'integrazione sociale e i diritti delle persone handicappate”
  • Gesetz vom 8. März 2000, Nr. 53 "Disposizioni per il sostegno della maternità e della paternità, per il diritto alla cura e alla formazione e per il coordinamento dei tempi delle città" und Gesetzesdekret vom 26. März 2001, Nr. 151 “Testo unico delle disposizioni legislative in materia di tutela e sostegno della maternità e della paternità, a norma dell'articolo 15 della legge 8 marzo 2000, n. 53”
  • Gesetz vom 4. November 2010, Nr.183 “Deleghe al Governo in materia di lavori usuranti, di riorganizzazione di enti, di congedi, aspettative e permessi, di ammortizzatori sociali, di servizi per l'impiego, di incentivi all'occupazione, di apprendistato, di occupazione femminile, nonché misure contro il lavoro sommerso e disposizioni in tema di lavoro pubblico e di controversie di lavoro” und Gesetzesdekret vom 18. Juli 2011, Nr. 119 “Attuazione dell'articolo 23 della legge 4 novembre 2010, n. 183, recante delega al Governo per il riordino della normativa in materia di congedi, aspettative e permessi” und Rundschreiben INPS vom 6. März 2012, Nr. 32 und Rundschreiben Dipartimento della Funzione Pubblica vom 3. Februar 2012, Nr. 1.

Informationen

  • Für die Feststellung einer schweren Behinderung und für allgemeine Informationen zu den Begünstigungen am Arbeitsplatz, bitte die Website des Dienstes für Rechtsmedizin des Südtiroler Sanitätsbetrieb auf die Webseite http://www.sabes.it/de/krankenhaeuser/bozen/rechtsmedizin-bz.asp besichtigen oder sich an die Ärztekommissionen für die Anerkennung der Behinderung der jeweiligen Gesundheitsbezirk wenden:

Bozen, Amba-Alagi-Straße 33, Tel. 0471 909280 oder 0471 909282

Brixen Dantestraße 26 C Tel. 0472 813 652

Meran Laurinstr. 24 Tel. 0473 264 713

Bruneck Spitalstraße 11 Tel. 0474 586 545

 

 

  • Bei komplizierten Fällen in Bezug auf die Begünstigungen am Arbeitsplatz: wenden Sie sich an das

Amt für Menschen mit Behinderungen 0471 418271 oder 0471 418272