Jugendforschung

Jugendforschung befasst sich mit den Lebensbedingungen, Wertvorstellungen und Gewohnheiten Jugendlicher. ForscherInnen aus unterschiedlichen Wissenschaftszweigen untersuchen die Identitätsentwicklung, politische Einstellungen, Beziehungen oder Konsumverhalten, Bildung und Vorlieben – um nur einige der möglichen Forschungsschwerpunkte zu nennen. Welche Altersgruppen und Inhalte erforscht werden, hängt einerseits von bedeutenden Studien in anderen Ländern ab, die  ihrerseits vom Interesse einzelner WissenschaftlerInnen geleitet werden, und andererseits von aktuellen jugend- und gesellschaftspolitischen Fragestellungen.
Ziel der Jugendforschung in Südtirol ist es, die Ergebnisse der lokalen Jugendstudien mit anderen wichtigen Studien vergleichen zu können und eine Orientierungshilfe für die Jugendarbeit, Familie, Ausbildung und das Sozialwesen sowie für politische Entscheidungen zu erhalten. Bedürfnisse, Probleme und problematische Entwicklungen sollen aufgezeigt, aber auch Interessen und Zukunftsperspektiven erkannt werden, damit die Verantwortlichen geeignete Maßnahmen treffen können.

Aufgaben des Amtes für Jugendarbeit

Das Amt für Jugendarbeit initiiert aufgrund des L.G. 13/83 zusammen mit dem italienischen Amt für Jugendarbeit in regelmäßigen Abständen eine umfassende Südtiroler Jugendstudie. Es ist sinnvoll, diese im 5-Jahres-Rhythmus durchzuführen, um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen bzw. Entwicklungen feststellen zu können. Die Jugendstudie wird vom Landesinstitut für Statistik ASTAT betreut. Der Fragebogen wird in enger Zusammenarbeit mit den Ämtern für Jugendarbeit erarbeitet, wobei wiederum die Anregungen der Jugendbeiräte und der TrägerInnen von Jugendarbeit berücksichtigt werden.

Wenn sich Jugendforschung aber auf quantitative Untersuchungen beschränkt, bleiben viele Fragen offen, vor allem 'intime' und 'brennende'. Sollte also in Südtirol über junge Menschen noch anders geforscht werden und wer sind die AnsprechpartnerInnen für Jugendforschung? Diese Fragen griff das Amt für Jugendarbeit im Jänner 2012 auf. Es lud Verantwortliche und AkteurInnen aus allen relevanten Bereichen, die sich professionell mit Jugendlichen beschäftigen, zu einem Austausch ein. Die Ergebnisse der Gesprächsrunde mit möglichen Perspektiven für die Südtiroler Jugendforschung wurden von Hans Karl Peterlini festgehalten.

Aus- und Weiterbildungen

Jeweils im Jahr nach der erfolgten Studie werden vom Amt für Jugendarbeit Auseinandersetzungen mit der Studie angeregt. Außerdem finden im Rahmen des Fortbildungsprogrammes des Jukas in Brixen Veranstaltungen mit JugendforscherInnen statt, die aktuelle Trends und Fragen zum Thema haben.

Literatur

  • ASTAT: Jugendstudie 2009. Werthaltungen, Lebensformen und Lebensentwürfe der Südtiroler Jugend
  • ASTAT: Jugendstudie 2004 (Teil 1 und Teil 2). Werthaltungen, Lebensformen und Lebensentwürfe der Südtiroler Jugend
  • ASTAT: Jugendstudie 1999. Werthaltungen, Lebensformen und Lebensentwürfe der Südtiroler Jugend
  • ASTAT: Jugendstudie 1994. Jugend, Modernisierung und kulturelle Identität in Südtirol