Wildbachverbauung

Wildbachverbauung
Verbauung

Bodenschutz, Lawinenverbauung, Wasserschutzbauten, Katastrophenhilfe: In all diesen Bereichen hat das Land Südtirol dank des Autonomiestatutes alleinige Zuständigkeit. Das heißt, dass es diese Bereiche ebenso selbständig regeln kann, wie alle Belange rund um das gesamte öffentliche Wassergut, seit dem Jahr 2000 also auch rund um die großen Flüsse (Etsch und Eisack) im Land.

Diese Aufgaben wurden dem Sonderbetrieb für Bodenschutz, Wildbach- und Lawinenverbauung übertragen, der heute Teil der Landesagentur für Bevölkerungsschutz ist. Die Agentur hat demnach die Aufgaben, Regulierungs- und Schutzbauten an und in den Wasserläufen zu planen und zu errichten. Selbiges gilt für die Stabilisierung von Hängen und den Lawinenschutz.

Um den Aufgaben im Bereich Wildbach gerecht werden zu können, kann die Agentur für Bevölkerungsschutz für die Bereiche Bodenschutz, Wildbach- und Lawinenverbauung auf rund 80 Techniker und Verwaltungsbedienstete sowie auf rund 210 auf landesweit 26 Mannschaften aufgeteilte Bauarbeiter zurückgreifen. Das ermöglicht wiederum, die gesamte Palette der anfallenden Arbeiten selbst zu erledigen: von den Einschätzungen des Gefahrenpotenzials und den notwendigen Vermessungen vor Ort über die Ausarbeitung der Projekte bis hin zu den eigentlichen Bauarbeiten und der Bauabnahme. Und auch die Palette der Bauarbeiten, die zu erledigen sind, ist eine denkbar breite. So errichten die Arbeiter Schutzbauten aus Stahlbeton, installieren Lawinennetze in unwegsamem Gelände und führen ingenieurbiologische Arbeiten durch. Dabei bedient man sich nicht nur bereits vorhandener Lösungen, sondern entwickelt auch aktiv neue Schutzbauten und -maßnahmen, um die Sicherheit der Bevölkerung vor Hochwasser, Überschwemmungen, Erdrutschen, Murgängen, Steinschlag und Lawinen laufend zu erhöhen.

Um die Arbeit des Baubetriebes zu optimieren, ist er in Zonen eingeteilt. Es gibt demnach zuständige Ämter für die Zonen

In das Zuständigkeitsgebiet Nord fallen das gesamte Einzugsgebiet der Talfer (rund 420 Quadratkilometer) und des Eisacks (1670 Quadratkilometer) sowie ein kleiner Teil des Einzugsgebietes der Rienz (91,5 Quadratkilometer). Es umfasst demnach die Gemeinden Sarntal, Ritten und Bozen (Talfer), jene des Wipp- und des mittleren Eisacktals sowie die Gemeinde Lüsen. In diesen Gebieten werden klassische Verbauungsarbeiten (Wildbäche, Lawinenhänge) durchgeführt, bestehende Schutzbauten instandgehalten und Hänge stabilisiert. Und durch die Übernahme der Verantwortung für den Eisack durch das Land im Jahr 2000, ist auch dieser Aufgabenbereich in die Zuständigkeit des Landesamtes für Wildbach- und Lawinenverbauung Nord übergegangen. Der gesamte Aufgabenbereich wird von sechs Fachleuten im Amt sowie – im Baubetrieb – von fünf Arbeitsgruppen zu je sieben bis acht Mann abgedeckt.

Für das Einzugsgebiet der Rienz sowie jenes der Drau auf Südtiroler Boden ist das Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost zuständig. Während dasjenige der Drau mit 165 Quadratkilometern relativ klein ist, ist das Einzugsgebiet der Rienz mit einer Fläche von 2140 Quadratkilometern gewaltig. Es umfasst die Gemeinden des Pustertales sowie jene von Rodeneck und Mühlbach. Den Schwerpunkt der Arbeit bilden auch im Osten die Wildbachverbauung und der Flussbau. Immer wichtiger werden indes ingenieurbiologische und ökologische Maßnahmen und auch der Instandhaltung der bestehenden Schutzbauten muss immer mehr Arbeit gewidmet werden. Die Lawinenverbauung konzentriert sich im Pustertal indes auf den Alpenhauptkamm und die Dolomiten. Bewältigt wird diese breite Palette an Arbeiten von fünf Mitarbeitern in der Zentrale und 44 Bauarbeitern.

Das Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung Süd ist dagegen für ein Gebiet zuständig, das sich von Meran bis Salurn über eine Fläche von rund 1375 Quadratkilometern erstreckt. Es umfasst nicht weniger als 38 Gemeinden und 800 Gewässer, darunter mit der Etsch auch den größten Fluss Südtirols, dessen Verwaltung im Jahr 2000 vom Staat an das Land übergegangen ist. Auch in der Zone Süd befasst man sich mit der Planung, dem Bau und der Instandhaltung von Wildbach-, Fluss- und Lawinenverbauungen, ingenieurbiologischen Maßnahmen, mit Studien und Gutachten, dem Hochwasserdienst und wasserpolizeilichen Aufgaben. Zudem fallen auch Soforthilfemaßnahmen nach Naturereignissen in den Zuständigkeitsbereich des Amtes. Dafür kann man auf neun Mitarbeiter im Amt und 44 Arbeiter im Baubetrieb zählen.

Für das Einzugsgebiet der Passer (420 Quadratkilometer) sowie für den Vinschgau (1600 Quadratkilometer) ist schließlich das Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung West zuständig. Wie unterschiedlich Passeier und Vinschgau sind, zeigt eine Zahl besonders deutlich: obwohl der Vinschgau rund viermal größer ist, weist er wegen der Trockenheit nur rund doppelt so viele Wasserläufe auf wie das Passeier. Entsprechend ist das Passeier in den letzten Jahrzehnten auch mehrfach überschwemmt worden, während die Etsch im Vinschgau keine allzu große Gefahr darstellt. Allerdings stammt ihre Verbauung noch aus der Zeit der k.u.k-Monarchie, entspricht deshalb nicht mehr den neuesten Standards und muss aufwändig instandgehalten werden. An Personal stehen dem Landesamt für Wildbach- und Lawinenverbauung West vier Techniker in der Zentrale und 44 Arbeiter zur Verfügung.

Die Zonenämter können sich darüber hinaus dreier logistischer Stützpunkte in Blumau, Laas und Rasen-Antholz bedienen. Und für den ingenieurbiologischen Dienst wird Pflanzenmaterial im eigenen Pflanzgarten in Prad am Stilfser Joch sowie in den gemeinsam mit der Landesforstbehörde betriebenen Forstgärten in Aicha und Prettau gezogen.

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