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Toxizitätstests

Akuter Toxizitätstest mit Daphnia magna

Methode UNI EN ISO 6341:2012

Süßwasserkleinkrebs Daphnia magna (Quelle: Landesagentur für Umwelt, Autor: Maddalena Casera, 2006)Der beim akuten Toxizitätstest verwendete Organismus ist der Blattfußkrebs Daphnia magna Straus. Dieser Süßwasserkleinkrebs lebt in Seen und Teichen und reagiert sehr empfindlich auf Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Zink und Kupfer.
Die weniger als einen Tag (24h) alten Süßwasserkleinkrebse werden in die zu untersuchende Probe gegeben. Nach einem festgesetzten Zeitraum (24h oder 48h) wird die Anzahl der überlebenden Organismen ausgezählt. Die Ergebnisse werden als Prozentsatz an bewegungslosen/toten Individuen oder als EC50 ausgedrückt. EC50 entspricht jener Schadstoffkonzentration, die eine Sterberate von 50% der Testorganismen verursacht.


Akuter Toxizitätstest mit Leuchtbakterien

Es werden Leuchtbakterien der Art Vibrio fischeri nach der Methode EN ISO 11348-3 verwendet. 

Luminometer (Quelle: Landesagentur für Umwelt, Autor: Mauro Nardon, 2010)

Unter optimalen Wachstumsbedingungen geben Meeresbakterien der Art Vibrio fischeri NRRL-B-11177 Licht ab (Biolumineszenz). Diese Biolumineszenz wird durch eventuell vorhandene toxische Substanzen verringert, und zwar proportional zur Toxizität der Probe. Mit Hilfe eines so genannten Luminometers wird die Biolumineszenz der in der zu untersuchenden Probe eingebrachten Meeresbakterien nach jeweils 5, 15 und 30 Minuten gemessen. Die Toxizität der Probe wird als EC50-Wert ausgedrückt, das ist  jene Konzentration, welche die Lichtaussendung der Bakterien um 50% vermindert.


Der Algen-Toxizitätstest

Der Test erfolgt nach der Methode UNI EN 28692.

Kultur der Grünalge Pseudokirchneriella subcapitata (Quelle: Landesagentur für Umwelt, Autor: Mauro Nardon, 2010)Der Algen-Toxizitätstest verwendet die einzellige Grünalge Pseudokirchneriella subcapitata, früher als Selenastrum capricornutum bezeichnet (Chlorococcalaceen), und dauert 72 Stunden. Toxische Substanzen bewirken eine Hemmung der Zellteilung dieser einzelligen Grünalgen. Auch in diesem Fall können die Ergebnisse entweder als Prozentsatz der Wachstumshemmung oder als EC50 ausgedrückt werden. Falls die Probe keine Toxizität aufweist, aber eine hohe Konzentration an organischen Stoffen besitzt, kann man im Vergleich zur Kontrollprobe sogar eine Wachstumsförderung feststellen. Dieses als Biostimulation oder Hormesis bezeichnete Phänomen ist jedoch nicht immer als positiv zu bewerten.


Pflanzentoxizitätstest

UNICHIM-Methode 1651 (2003)

Samen von Cucumis sativus (Gurke) (Quelle:Landesagentur für Umwelt, Autor: Maddalena Casera, 2010)Zur Ausführung von Pflanzentoxizitätstests werden Samen höherer Pflanzen, wie z.B. Hirse (Sorghum saccharatum), Kresse (Lepidium sativum) und Gurke (Cucumis sativus) verwendet. Getestet werden flüssige und feste Stoffe, wie Sedimente, Klärschlämme und Kompost. Nach einer Expositionsdauer von 72 Stunden bei 25 °C werden Keimfähigkeit und Wurzelwachstum beurteilt.


Grenzwerte

Grenzwerte laut Gesetzesdekret Nr. 152 vom 3. April 2006 und Landesgesetz vom 18 Juni 2002, Nr. 8

Die Grenzwerte des akuten Toxizitätstest für Wasseremissionen (laut Tabelle 3 der Anlage 5 des Gesetzesdekretes Nr. 152 vom 3. April 2006 und der Anlage D des Landesgesetzes vom 18 Juni 2002, Nr. 8) betragen folgendermaßen:

  • Bei Abwässern, die in Oberflächengewässer eingeleitet werden, darf die Anzahl der unbeweglichen ( Daphnia magna) oder gehemmten Organismen ( Vibrio fischeri oder Pseudokirchneriella subcapitata) nach 24 Stunden nicht gleich oder größer als 50% der Gesamtanzahl an Testindividuen sein.
  • Bei Abwässern, die in die Kanalisation eingeleitet werden, darf die Anzahl der unbeweglichen ( Daphnia magna) oder gehemmten Organismen (Vibrio fischeri oder Pseudokirchneriella subcapitata) nach 24 Stunden nicht gleich oder größer als 80% der Gesamtanzahl der Testindividuen sein.

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(Letzte Aktualisierung: 30.10.2008)