Evaluation für das deutsche Bildungssystem

Ergebnisberichte der Befragung zum Fernunterricht

 

Das Schuljahr 2019/2020 hat aufgrund der Corona-Virus-Pandemie, einen besonderen Verlauf genommen. Anfang März wurden im Rahmen der Maßnahmen zur Eindämmung der Virusinfektion unter anderem alle Schulen geschlossen. Parallel dazu hat das Unterrichtsministerium gesetzlich verankert, dass die Schulen in der Phase der Schulschließung Fernunterricht anbieten und die Schülerinnen und Schüler eigenständig und unterstützt von den Familien zuhause lernen. Die Umsetzung des Fernunterrichts stellte alle Beteiligten vor neue Herausforderungen.

Um diese Ausnahmesituation genauer in den Blick zu nehmen, hat die Evaluationsstelle für das deutsche Bildungssystem im Auftrag der Deutschen Bildungsdirektion im Mai und Juni 2020 eine Befragung zum Fernunterricht durchgeführt. Gegen Ende des Unterrichtsjahres sollte von allen beteiligten Zielgruppen eine Einschätzung zu dieser Form des Lehrens und Lernens eingeholt werden. Die Analyse der Befragungsergebnisse kann Potentiale für die Weiterentwicklung digitaler Lernformen im Allgemeinen aufzeigen und Hinweise für die Optimierung des Fernunterrichts in Phasen der Schulschließung geben. Auch für die Wiederaufnahme des Schulbetriebes im Herbst kann sie hilfreiche Informationen liefern.

In die breit angelegte Befragung wurden Schüler*innen (ab der 4. Klasse der Grundschule), Eltern und Erziehungsverantwortlichen, Lehrpersonen und Schulführungskräfte als Zielgruppen einbezogen. In den Berufs- und Fachschulen wurden auch die Lehrlinge, deren Eltern und Arbeitgeber*innen zum Fernunterricht befragt.

Qualität

Die Evaluationsstelle führt im Bildungswesen und an einzelnen Bildungseinrichtungen Erhebungen und Analysen durch, um die Qualität des Bildungsangebots festzustellen. Die Evaluationsberichte beschreiben die Qualität des schulischen Angebots, beleuchten die Standards und zeigen Verbesserungsbereiche auf. Damit trägt die Evaluationsstelle zur Qualitätssicherung und -entwicklung bei und unterstützt zugleich die Rechenschaftslegung.

Nationale und internationale standardisierte Erhebungen

Lernstandserhebungen werden im Zuge der Qualitätssicherung an Schulen regelmäßig  in unterschiedlichen Fächern und Jahrgangsstufen durchgeführt. Das INVALSI ist auf nationaler Ebene die zuständige Institution für zentrale Lernstandserhebungen und für die Abschlussprüfungen. Die PISA-Studie ist eine internationale Schulleistungsuntersuchung, an der sich auch Südtirol beteiligt.

Interne und externe Evaluationen von Schulen

Die interne Evaluation ist ein wichtiger Baustein, um Qualität an Schulen zu sichern und zu entwickeln und ist gesetzlich vorgeschrieben. Die externe Evaluation, die sogenannten Schulbesuche, gehört zu den Hauptaufgaben der Evaluationsstelle und wird nach dem Konzept der "partizipativen Evaluation" abgewickelt.

Evaluation im Bildungsbereich

Bereits im Landesgesetz vom 29. Juni 2000, Nr. 12 "Autonomie der Schulen" wurde die Evaluation der Qualität des Schulsystems eingeführt. Mit dem Landesgesetz vom 24. September 2010, Nr. 11 wurde das Landesgesetz vom 16. Juli 2008, Nr. 5, das sogenannte Bildungsgesetz, um den Artikel 1/bis (Evaluation des Bildungssystems) ergänzt. Dieser regelt die Verpflichtung zur Evaluation in Kindergärten sowie in den Schulen der Unter- und Oberstufe des Landes und verweist auf die entsprechende Duchführungsverordnung über die Evaluation des Bildungsystems des Landes. Auf gesamtstaatlicher Ebene ist das Dekret des Präsidenten der Republik Nr. 80 vom 28.03.2013 bedeutsam. Es regelt umfassend die Evaluation im Bildungsbereich ("Regolamento sul sistema nazionale di valutazione in materia di istruzione e formazione") und die diesbezüglichen Zuständigkeiten. Im Art. 6, Absatz 3 findet sich außerdem die gesetzliche Verpflichtung zur Teilnahme an nationalen Lernstandserhebungen. Das Gesetz Nr. 107 vom 13.07.2015 "Buona scuola" sieht eine Reihe von Neuerungen im Bildungsbereich vor, unter anderem die Lernstandserhebungen. Genau geregelt werden sie mit dem Legislativdekret Nr. 62 vom 13.04.2017.

 Gesetzliche Vorgaben