Auf welche Grundleistungen haben Sie Anrecht?

Auf gesamtstaatlicher Ebene ist mit 23. Februar 2002 das Dekret des Präsidenten des Ministerrates in Kraft getreten, welches die einheitliche Mindestbetreuungsstandards (LEA) definiert. Die Betreuungsstandards umfassen all jene Leistungen und Dienste, die der staatliche Gesundheitsdienst den Bürgerinnen und Bürgern, die in Südtirol wohnhaft sind und all jenen, die Anspruch auf medizinische Versorgung haben, kostenlos oder gegen Bezahlung einer Kostenbeteiligung (Ticket) gewährleisten muss. Diese Leistungen werden durch die Steuern finanziert.

Als einheitliche Mindestbetreuung werden folgende Gesundheitsleistungen, die in drei große Betreuungsebenen unterteilt sind, verstanden:

  • die kollektiven Formen der Gesundheitsbetreuung im Lebensumfeld und im Arbeitsbereich, welche alle Vorsorgetätigkeiten zugunsten der Gemeinschaft und des Einzelnen umfassen (Schutz bei Umweltbelastung, bei Arbeitsunfällen, tierärztliche Prophylaxe, Überprüfung der Nahrungsmittel und der Getränke, Prophylaxe bei Infektionskrankheiten und ansteckenden Krankheiten, Rechtsmedizin);
  • die Gesundheitsbetreuung im Sprengel, d.h. alle sozio-sanitären Tätigkeiten und Dienste, die auf dem Territorium angeboten werden, von der Basismedizin bis zu der pharmazeutischen Betreuung, von der fachärztlichen Betreuung im Ambulatorium bis zu der Prothesenbeihilfe für Menschen mit Beeinträchtigungen, von den Hauspflegediensten bis zu den Beratungsstellen (Familienberatungsstellen, Dienste für Abhängigkeitserkrankungen, Dienste für psychische Gesundheit, Rehabilitationsdienste für Menschen mit Beeinträchtigungen usw.), von den stationären und teilstationären Einrichtungen (Pflegeheime, Wohneinrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigung, Tagesstätten, familienähnliche Einrichtungen und Therapiegemeinschaften);
  • die Betreuung im Krankenhaus, Notfälle, Betreuung der Akutpatienten in normaler Form und in Day Hospital und Day Surgery, in Einrichtungen für die Langzeitpflege und für die Rehabilitation usw.

 

In Südtirol werden, über die gesamtstaatlichen Mindestbetreuungsstandards hinaus, zusätzliche Leistungen gewährleistet.

Nachfolgend finden Sie eine detaillierte Beschreibung einiger Leistungen, welche voll oder teilweise zu Lasten des Landesgesundheitsdienstes gehen. Sie werden zu den Seiten des Serviceportals des Bürgernetzes Südtirol weitergeleitet.

Thermalkuren

Bei Bedarf können die Bürger Thermalkuren in vertragsgebundenen Kuranstalten in Anspruch nehmen; sie wählen diese selbst aus und brauchen für die Zulassung nur die vom Arzt/von der Ärztin für Allgemeinmedizin oder vom/von der bediensteten Facharzt/-ärztin ausgestellte Verschreibung vorzulegen. Jede/r Betreute kann allerdings im Laufe eines Jahres auf Kosten des Landesgesundheitsdienstes nur einen Zyklus an Thermalkuren in Anspruch nehmen, mit Ausnahme der besonders geschützten Kategorien von Dienst- und Kriegsinvaliden.